Unternehmens-Analyse: Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig GmbH im KFM-Check

Mittwoch, 22. Dezember 2021


In einem aktuellen KFM-Unternehmens-Barometer bewerten die Analysten der KFM Deutsche Mittelstand AG die siebenfache Anleihe-Emittentin Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig GmbH (NZWL) als „attraktiv“ und vergeben 4 von 5 möglichen Sterne. Anleihen der NZWL befinden sich sowohl im Portfolio des Deutschen als auch des Europäischen Mittelstandsanleihen FONDS.

Laut KFM-Analysten überzeuge die Unternehmensgruppe durch ein klar fokussiertes und zukunftssicheres Geschäftsmodell, solides Wirtschaften und sehr gute Transparenz. Mit dieser Ausrichtung betreibe die NZWL-Gruppe ein rentables Geschäftsmodell mit einer stabilen Bilanz-/Ertrags- und Liquiditätsstruktur. Die Corona-Krise war für das Unternehmen branchenbedingt deutlich zu spüren, konnte jedoch wirtschaftlich gut bewältigt werden. Das Unternehmen sei gut auf technologische Zukunftstrends ausgerichtet und berücksichtige dabei ESG-Kriterien, so die Analysten in ihrer Zusammenfassung.

INFO: Lesen Sie das vollständige Unternehmens-Barometer hier

Finanzkennzahlen 2020 und Entwicklung

Zur finanziellen Situation und der Geschäftsentwicklung schreiben die Analysten:

Zum 31.12.2020 wurde der Konsolidierungskreis um den Teilkonzern NZWL International erweitert. Daher sind die Werte der aktuellen Konzern-GuV nur bedingt mit dem Vorjahreszeitraum vergleichbar, so die Analysten. Von den Umsatzerlösen wurden 33,3 Mio. Euro (Vj: 37,8 Mio. Euro) im Ausland erzielt, davon ca. 92,9% in der europäischen Union und ca. 7,1% im übrigen Ausland. Der Gesamtumsatz entfällt mit 69,6% (64,9 Mio. Euro) auf Synchronisierungen, 25,2% (23,5 Mio. Euro) auf Einzelteile und Baugruppen und zu 5,2% (4,8 Mio. Euro) auf Getriebe. Für Forschung & Entwicklung hat die Gruppe im Berichtsjahr in Europa ca. 2,2 Mio. Euro (Vj 2,4 Mio. Euro) aufgewendet. In Relation zum Umsatz entspricht das 2,3% (Vj 2,7%). Der geplante Jahresfehlbetrag der Gruppe (in Europa) von 2,1 Mio. Euro konnte auf einen Fehlbetrag von 0,9 Mio. Euro reduziert werden.

Aktuell verändert die Elektromobilität den Mobilitätsmarkt maßgeblich. Die NZWL-Gruppe liefert seit vielen Jahren Elektroantriebsmodule. In 2019 und 2020 konnte die Marktposition im Bereich E-Mobilität durch Neuaufträge im Pkw-Segment gestärkt und in allen Produktbereichen weitere Neuaufträge gewonnen werden. Der Umsatzanteil bei Elektro- und Hybridantrieben erreichte erstmals einen relevanten Anteil von 9%.

Die Verbindlichkeiten erhöhten sich ggü. dem Vorjahr auf 119,4 Mio. Euro (davon 27,9 Mio. Euro aus Einbringung des Teilkonzerns). Die Verbindlichkeiten aus Anleihen stiegen um 8,5 Mio. Euro auf 63,5 Mio. Euro, die Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten erhöhten sich aufgrund der neuen Unternehmensstruktur (Finanzierungen chinesischer Banken für Investitionen und Working Capital für das chinesische Tochterunternehmen) um 23,0 Mio. Euro auf 29,4 Mio. Euro. Ohne Konsolidierung reduzierten sich die Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten (trotz des KfW-Kredites „Corona-Hilfe für Unternehmen“) von 12,4 Mio. Euro in 2019 auf 6,4 Mio. Euro im Berichtsjahr. Die Corona-Pandemie hat sich lt. Verband der Automobilindustrie (VDA) auf den internationalen Automobilmärkten massiv ausgewirkt. In nahezu allen Ländern der Welt gingen die Verkäufe teils drastisch zurück.

Bei der NZWL-Gruppe war das Jahr 2020 wesentlich von den Auswirkungen der Corona-Pandemie und einem schwierigen Marktumfeld in der Automobilbranche, als Folge der beschleunigten Transformation zu alternativen Antriebssystemen geprägt. Durch die zeitweisen Werksschließungen bei nahezu allen Kunden infolge der Corona-Pandemie kam es ab Ende Januar in China und ab Mitte März in Europa zu Umsatzausfällen. Nach Wiederaufnahme der Produktion Ende März in China bzw. Ende Mai in Europa und dem schnellen Anlaufen der Märkte im 2. bzw. 3. Quartal, konnte die NZWL-Gruppe in Europa den Umsatz gegenüber dem 1. Halbjahr um ca. 40% steigern und dabei im 2. Halbjahr bereits wieder das Niveau des Vorjahreszeitraumes erreichen. In China konnte gegenüber 2019 ein weiteres Wachstum im Umsatz und Ergebnis erreicht werden.

Entwicklung 2021 und Ausblick

Die Umsätze im ersten Halbjahr in Höhe von 76,7 Mio. Euro (Vj-Zeitraum: 39,2 Mio. Euro), wurden zu 99% im Bereich Automobilbau (72,9% mit Synchronisierungen, 23,85% mit Einzelteilen/Baugruppen, 3,3% mit Getrieben) und regional zu 75% in Europa sowie zu 25% in China erwirtschaftet. Der Umsatzanteil von Hybrid-/Elektroantrieben erreichte mit 12% erstmals einen zweistelligen Anteil, der in 2022 nochmals deutlich ausgebaut werden soll. Der Auftragsbestand lag zum 30.06.2021 bei 145,7 Mio. Euro (Vj-Stichtag: 83,3 Mio. Euro). Die Ergebnisse (EBITDA, EBIT und Konzernüberschuss) lagen alle, teils sogar deutlich, positiv über den Vergleichswerten des Vorjahres.

Die Bilanzsumme reduzierte sich ggü. dem Bilanzstichtag um 4,2 Mio. Euro. Das Eigenkapital erhöhte sich um 4,0 Mio. Euro (davon 3,0 Mio. aus dem Konzernergebnis) und die Verbindlichkeiten verringerten sich um 10,4 Mio. Euro (8,0 Mio. Euro aus der Verminderung der Verbindlichkeiten aus Anleihen, 1,9 Mio. Euro aus den Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten). Die liquiden Mittel lagen zum Stichtag bei 15,6 Mio. Euro, ohne den freien Factoringrahmen von 3,8 Mio. Euro.

Wie im Geschäftsjahr 2020 werden für Porsche Räder und Wellen für den Elektroantrieb im Sportwagen-Premiumsegment geliefert. Die Aufträge von Volkswagen für die Hybridantriebssysteme sind gewachsen. Diese Projekte entwickelten sich trotz der Corona-Pandemie ebenso im geplanten Zeitrahmen wie die erteilten Aufträge für die von Audi und Porsche entwickelte Plattform „Premium Plattform Electric“ (PPE). Im Nutzfahrzeugbereich konnte weiteres Neugeschäft und Wachstum realisiert werden. Für Scania wurden u. a. Wellen und Räder sowie Nebenantriebe für neue Motoren- und Getriebegenerationen hergestellt, die beim Verbrennungsmotor als auch beim Hybridantrieb zum Einsatz kommen.

Aktuelle Pandemie-Auswirkungen

Im Juli/August 2021 führten kundenseitige Werksferien und Produktionsschließungen zu einem Umsatzrückgang. Dieser lag in Europa bei ca. 40%, was zu einer Anpassung der Prognose für das Gesamtjahr 2021 führte. Aus den kundenseitigen Abrufen im September zeigt sich ein Wiedererstarken von ca. 70% bis 80%, der Jahresumsatz ist jedoch abhängig von dem weiteren Umsatzanstieg insbesondere in den Monaten Oktober, November und Dezember. Durch den Umsatzrückgang im Juli/August erwartet die NZWL-Gruppe für Europa ein Wachstum von 10% bis 15% (ursprünglich 22% bis 25%) ggü. dem Geschäftsjahr 2020.

In China konnte der Rückgang im Wesentlichen durch den Anlauf neuer Produkte deutlich ausgeglichen werden. Dort erwartet die Gruppe weiterhin ein Umsatzwachstum von 5% bis 10%. Aufgrund der guten Ergebnisentwicklung im ersten Halbjahr und der über Plan liegenden Ergebnisse in den Monaten Juli/August kann die Prognose auf Gesamtjahressicht auf 2,5 Mio. Euro bis 3,5 Mio. Euro (ursprünglich 2,0 Mio. Euro bis
3,0 Mio. Euro) angepasst werden.

Die NZWL-Geschäftsführung sieht weitere Chancen für die Gruppe aus der positiven Entwicklung der Neubeauftragung im Bereich E-Antriebstechnik und Nutzfahrzeuge. Die Risikosituation habe sich nicht wesentlich verändert, die beschriebenen Geschäftsmöglichkeiten haben angabegemäß weiterhin Bestand, so die KFM-Analysten.

Neben aktuell laufenden Aktivitäten zur Reduzierung der Verschwendung natürlicher Ressourcen in den Fertigungs- und Geschäftsprozessen, verfolgt die NZWL-Gruppe im Sinne der Nachhaltigkeit das Ziel, bis zum Jahr 2039 eine CO2-neutrale Produktion verwirklichen zu können. Für die Realisierung werden Pläne für kurz- und langfristige Aktivitäten erstellt. Die Umsetzung wird durch das Management unterstützt und überwacht. Die NZWL-Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, negative Umwelteinwirkungen von Produkten, Prozessen und Geschäftstätigkeiten so gering wie möglich zu halten und sie kontinuierlich zu reduzieren.

Anleihen Finder Redaktion.

Foto: pixabay.com

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Anleihe der Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig GmbH 2014/19 (getilgt)

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Anleihe der Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig GmbH 2017/23

Anleihe der Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig GmbH 2018/24

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