Anleihen-Barometer: Schlote-Anleihe 2019/24 (A2YN25) erhält 3 KFM-Sterne

Mittwoch, 17. August 2022


Leichte Herabstufung – in einem aktuellen Anleihen-Barometer bewerten die Analysten der KFM Deutsche Mittelstand AG die 6,75 %-Anleihe der Schlote Holding GmbH (WKN A2YN25) als „durchschnittlich attraktiv“ mit 3 von 5 möglichen Sternen. Somit wird Anleihe von den KFM-Analysten schlechter bewertet als in den Vorjahren.

Das hat unter anderem mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu tun, die die Entwicklung der Schlote Holding GmbH in den Jahren 2020 und 2021 stark geprägt haben. Die aktuelle Situation der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, welche erheblich durch den Ukraine-Krieg, die einhergehenden Lieferproblematik und die gestiegenen Preise für Energie und Logistik beeinflusst ist, stellen weitere Herausforderungen für die Unternehmensentwicklung der Schlote-Gruppe dar. Trotz der erfolgswirtschaftlichen Verluste konnte die Schlote-Gruppe durch die Unterstützung des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) das bilanzielle und wirtschaftlich Eigenkapital halten. Vor allem aber die Aufrechterhaltung der Liquidität konnte somit realisiert werden, berichten die Analysten.
 
Die Schlote Holding GmbH geht von einer zunächst leichten Erholung bei den Kundenabrufen aus, zumal die Anfragen im Bereich Hybrid- und E-Mobilität stetig steigen. Wenn dies gemeinsam mit den realisierten Prozessoptimierungen und daraus folgenden Effizienzverbesserungen erfolgt, erwarten die KFM-Analysten in absehbarer Zeit wieder eine Normalisierung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Schlote-Gruppe. In Verbindung mit der Rendite in Höhe von 23,40% p.a. (auf Kursbasis von 72,00% am 17.08.2022 an der Börse Frankfurt bei Berechnung bis Endfälligkeit am 21.11.2024) wird die Schlote-Anleihe 2019/24 als „durchschnittlich attraktiv“ (mit 3 von 5 möglichen Sternen) bewertet.

Hier finden Sie die vorherigen Einschätzungen der KFM-Analysten: 

2020: Anleihen-Barometer: Schlote-Anleihe 2019/24 (A2YN25) auf 3,5 Sterne herabgestuft

2019: Anleihen-Barometer: Schlote-Debüt-Anleihe (A2YN25) erhält „attraktive“ 4 Sterne – „Gut aufgestellt und anpassungsfähig“

Schlote-Anleihe 2019/24

ANLEIHE CHECK: Die nicht nachrangige und unbesicherte Anleihe 2019/24 (ISIN: DE000A2YN256) der Schlote Holding GmbH ist mit einem Zinskupon von 6,75% p.a. (Zinstermin halbjährlich am 21.05. und 21.11.) ausgestattet und läuft bis zum 21.11.2024. Die Anleihe, die im Freiverkehr der Börse Frankfurt gehandelt wird, hat ein vollständig platziertes Gesamtvolumen von 25 Mio. Euro.

Anleihebedingungen: In den Anleihebedingungen sind vorzeitige Kündigungsmöglichkeiten nach Wahl der Emittentin ab dem 21.11.2022 zu 103% und ab dem 21.11.2023 zu 102% des Nennwertes vorgesehen. Zudem hat sich die Emittentin unter anderem zu einer umfassenden Transparenz verpflichtet. Darüber hinaus sind in den Anleihebedingungen eine Ausschüttungsbeschränkung bei einer Eigenkapitalquote von unter 25% und eine weit gefasste Negativerklärung verankert.

Geschäftsjahr 2020

Das Jahr 2020 war stark von der Covid-19 Pandemie geprägt. Die Schlote Holding GmbH hat sich frühzeitig um die Sicherstellung ihrer Liquidität gekümmert. So konnte sie im April 2020 bekannt geben, dass sie aufgrund ihrer Erkenntnisse aus dem Verlauf der Pandemie an ihrem Produktionsstandort in Tianjin/China bereits im März 2020 als eines der ersten Unternehmen in Niedersachsen einen Antrag auf eine Landesbürgschaft i.H.v. 20 Mio. Euro gestellt hat und dass diesem Antrag im April stattgegeben wurde. Dadurch erhielt das Unternehmen Darlehen von vier Hausbanken im Gesamtvolumen von 20 Mio. Euro. Zudem konnte die Schlote-Gruppe bis Mitte 2020 mit den meisten Finanzierungsinstituten Tilgungsaussetzungen für sechs Monate vereinbaren sowie durch intensive Kommunikation mit Kunden und Lieferanten eine weitestgehende Synchronisierung der Zahlungsziele erreichen.

Zur weiteren Stabilisierung und Überwindung der Auswirkungen der Pandemie konnte die Schlote Gruppe im November 2020 Verträge mit dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) schließen. Dadurch hat die Schlote-Gruppe insgesamt 25,5 Mio. Euro an finanziellen Mitteln durch den WSF erhalten. Davon entfallen 17 Mio. Euro auf eine stille Beteiligung mit Verlustbeteiligung, wodurch diese in der Bilanz als bilanzielles Eigenkapital ausgewiesen wird, und 8,5 Mio. Euro auf ein Nachrangdarlehen. Die Tilgung der beiden Tranchen erfolgt stufenweise ab Juni 2025 und somit nach der Fälligkeit der Schlote-Anleihe. 

Entwicklung 2021 und Ausblick

Auch im Jahr 2021 steht die Schlote-Gruppe nach Angaben der KFM-Analysten aufgrund der fortlaufenden Corona-Pandemie großen Herausforderungen gegenüber. Im April 2021 wurde eine revidierte Planungsrechnung erstellt, die Grundlage für den im April 2021 gestellten Antrag auf eine zweite Tranche einer stillen Beteiligung des Wirtschafts-stabilisierungsfonds (WSF) von 10 Mio. Euro bildete. Hinzu kommt die Überbrückungshilfe Ü3 mit 5,9 Mio. Euro.

Das Jahr 2021 lief laut Analysten insgesamt besser als das Corona Jahr 2020, allerdings konnten die Absatzerwartungen der Kunden, welche die Basis für die Jahresplanung der Schlote-Gruppe war, bei weitem nicht erreicht werden. Die 2. Tranche einer stillen Beteiligung des WSF hat geholfen, dass trotz der Verluste im Jahr 2021 das Eigenkapital nicht gesunken ist. Für die Schlote Gruppe war es Priorität Nr. 1, die Liquidität der gesamten Gruppe für das Jahr 2021 und darüber hinaus zu sichern, sowie das Eigenkapital der Schlote-Gruppe wieder auf den Stand vor Ausbruch der Krise zu bringen. Beides konnte durch die geleisteten Hilfen (Überbrückungsgeld und WSF) vollständig erreicht werden.

Die Auswirkungen der andauernden Corona-Krise führten dazu, dass im Vergleich zu 2020 zwar Umsatz und EBITDA wieder gesteigert werden konnten, aber dennoch deutlich unter Plan lagen. Der Umsatz betrug 223,70 Mio. Euro (geplant im Vorjahr 296,32 Mio. Euro) und das EBITDA lag bei 31,37 Mio. Euro (geplant im Vorjahr 45,58 Mio. Euro). Dem scharfen wirtschaftlichen Einschnitt begegnete die Schlote Gruppe mit Kurzarbeit in nahezu allen Werken und einem strikten Kosten- und Liquiditätsmanagement. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit betrug 2021 8,2 Mio. EUR (Vorjahr: 20,9 Mio. EUR).

Laut dem Ende Juni veröffentlichten Konzernabschluss 2021, der durch die Erhöhung der stillen Beteiligung des WSF ein stabiles Eigenkapital zeigt, geht die Schlote-Geschäftsführung für 2022 davon aus, dass sich die Umsatzerlöse, das Rohergebnis und das EBITDA im Vergleich zum Vorjahr erholen werden. In der Basisplanung 2022, die Ende 2021 aufgestellt wurde, wird sogar ein Jahresüberschuss prognostiziert. Aufgrund der zusätzlichen Unsicherheit und der nicht vollständig absehbaren Auswirkungen auf Inflation, Versorgungssicherheit und Zinsniveau durch den Ukraine-Krieg und die anhaltende Corona-Pandemie ist allerdings auch ein Jahresfehlbetrag möglich. Die Geschäftsführung ist jedoch davon überzeugt, mit dem Bündel aller bereits umgesetzten Maßnahmen die enormen Herausforderungen erfolgreich meistern zu können. Dazu trägt auch die weiterhin gesicherte Liquidität bei, nachdem Schlote für März und April 2022 eine Förderung aus der Überbrückungshilfe IV in Höhe von 3,1 Mio. Euro sowie Ende Juni 2022 vom WSF eine 3. Tranche in Form eines Nachrangdarlehens in Höhe von 10 Mio. Euro erhalten hat.

Die Schlote Holding GmbH blickt vorsichtig optimistisch in das 3. Quartal 2022. Nach aktuellem Stand erwartet das Unternehmen eine leichte Erholung bei den Kundenabrufen, die in Summe voraussichtlich rund 5% über dem Wert des 2. Quartals 2022 liegen werden. Die Prozessoptimierung und die Effizienzverbesserung stärkte die Wettbewerbsfähigkeit der Schlote-Gruppe. Dazu trägt auch die starke Marktposition im Bereich der Hybrid- und E-Mobilität bei. Der E-Anteil bei den Anfragen (z.B. Gehäuse von E-Antriebstechnik) liegt bereits bei über 25 %.

Hinweis: Lesen Sie hier das komplette KFM-Anleihen-Barometer zur Schlote-Anleihe 2019/24

Anleihen Finder Redaktion.

Foto: pixabay.com

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