Kurskapriolen bei Schlote-Anleihe (A2YN25): Was steckt dahinter? – Halbjährliche Zinszahlung soll planmäßig erfolgen

Dienstag, 9. November 2021


Die Unternehmensanleihe 2019/24 der Schlote Holding GmbH (ISIN: DE000A2YN256) hat in den letzten beiden Tagen extreme Kursbewegungen zu verzeichnen. Der Anleihe-Kurs sank zunächst am Montag (08.11.2021) von 96,5% auf 80% und fiel am Dienstag weiter auf zwischenzeitlich unter 50%. Aktuell notiert die Schlote-Anleihe an der Börse Frankfurt wieder bei 76% (Stand: 09.11.2021, 14.55 Uhr). Auf Anfrage der Anleihen Finder Redaktion ließ die Schlote Gruppe ausrichten, dass es „keine unternehmensspezifischen Gründe für die aktuelle Kursentwicklung“ gebe.

Kurze Zeit später folgte eine Pressemitteilung des Unternehmens, bei dem es diese Aussage noch einmal unterstrich. Zudem verweist Schlote darauf, dass die halbjährliche Zinszahlung für ihre 6,75%-Anleihe wie gewohnt pünktlich zum 22. November 2021 geleistet werde. Der Betrag von 843.750 Euro werde dementsprechend kurzfristig an die Zahlstelle überwiesen. Zahlreiche Anleger sind aufgrund der jüngsten Geschehnisse am Markt jedoch weiterhin verunsichert.

„Werden unsere Zahlungsverpflichtungen selbstverständlich erfüllen“

„Trotz des anhaltend herausfordernden Branchenumfelds erfüllen wir unsere Zahlungsverpflichtungen selbstverständlich auch weiterhin pünktlich und im vollen Umfang. Darauf können sich unsere Kunden und Geschäftspartner ebenso verlassen wie unsere Anleiheinvestoren. Für die aktuelle Entwicklung des Anleihekurses sehen wir keine unternehmensspezifischen Gründe“, sagt Jürgen Schlote, Geschäftsführer der Schlote Holding GmbH.

ANLEIHE CHECK: Die Schlote-Anleihe 2019/24 (WKN A2YN25) ist mit einem Zinskupon von 6,75% p.a. (Zinstermin halbjährlich am 21.05. und 21.11.) ausgestattet und hat eine fünfjährige Laufzeit bis 21.11.2024. Die Anleihe hat ein vollständig platziertes Gesamtvolumen von 25 Mio. Euro. Die am 21. November fällige Zinszahlung wurde laut Konzernhalbjahresbericht des Unternehmens bereits auf einem Konto angespart und soll pünktlich ausgezahlt werden.

Finanzkennzahlen

Im Gesamt-Geschäftsjahr 2020 verzeichnete Schlote aufgrund der Corona-Pandemie und ihrer Auswirkungen ein Konzernergebnis von -16,9 Mio. Euro (2019: 2,3 Mio. Euro). Im ersten Halbjahr 2021 konnte Schlote den Umsatz zum Vorjahreszeitraum wieder deutlich auf 130,9 Mio. Euro steigern (1. Halbjahr 2020: 78,3 Mio. Euro) und auch den Periodenverlust für die ersten sechs Monate des Jahres auf -1,56 Mio. Euro reduzieren, nach -13,49 Mio. Euro im Vorjahr.

INFO: Den Konzernhalbjahresbericht 2021 der Schlote Gruppe finden Sie hier.

WSF-Mittel und Darlehen

Die Schlote-Gruppe hatte im September 2021 Finanzmittel (im Zuge einer stillen Beteiligung mit Verlustbeteiligung) in Höhe von 10 Mio. Euro aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) erhalten, wodurch das bilanzielle Eigenkapital des Unternehmens gestärkt werden konnte. Die Rückzahlung dieser Finanzmittel soll stufenweise ab dem 31. Dezember 2026 erfolgen.

Bereits im Jahr zuvor hat die Schlote-Gruppe Mittel aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) in Höhe von 25,5 Mio. Euro erhalten – davon 17 Mio. Euro als stille Beteiligung mit Verlustbeteiligung. Die verbleibenden 8,5 Mio. Euro wurden als Nachrangdarlehen vergeben. Die Tilgung dieser WSF-Mittel beginnt ab 2025 und somit ebenfalls nach der Laufzeit der Schlote-Anleihe 2019/24. Zusätzlich hat die Schlote Gruppe im vergangenen Jahr ein Darlehen in Höhe von insgesamt 20 Mio. Euro erhalten, welches zu 90 % durch eine Bürgschaft des Landes Niedersachsen abgesichert ist.

Anleihen Finder Redaktion.

Foto: pixabay.com

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