Anleihen-Barometer: Schlote-Debüt-Anleihe (A2YN25) erhält „attraktive“ 4 Sterne – „Gut aufgestellt und anpassungsfähig“

Donnerstag, 14. November 2019


Im aktuellen Mittelstandsanleihen-Barometer zur neuen 6,75%-Anleihe der Schlote Holding GmbH (WKN A2YN25), der ersten Anleihe des Unternehmens, vergeben die Analysten der KFM Deutsche Mittelstand AG 4 von 5 möglichen Sternen und stufen den neuen Minibond als „attraktiv“ ein. Denn trotz der allgemeinen Schwäche im Automobilsektor sei die Schlote-Gruppe nach Ansicht der Analysten mittel- bis langfristig gut aufgestellt.

Die Präzision der Schlote-Bauteile im Nanobereich erreichen laut Analyse nur wenige bis gar keine Konkurrenten. Die E-Mobilität stellt besonders hohe Anforderungen an die Antriebs- und Fahrwerkstechnik, so dass die Profitabilität der Gesellschaft auch bei diesem neuen Trend nach Ansicht der KFM-Experten gesichert sein sollte. Das Unternehmen sei zudem aufgrund der Variabilität seiner Produkte äußerst anpassungsfähig. So sei es denkbar, dass künftig auch die Gehäuse für E-Motoren bearbeiten würden. Aufgrund der hohen Solidität des Unternehmens, der guten betriebswirtschaftlichen Entwicklung sowie des positiven Ausblicks in Verbindung mit der Rendite von 6,75% p.a. sei die Schlote-Anleihe (WKN A2YN25) daher „attraktiv“.

6,75%-Schlote-Anleihe 2019/24

ANLEIHE CHECK: Die aktuell emittierte nicht nachrangige und unbesicherte Mittelstandsanleihe der Schlote Holding GmbH ist mit einem Zinskupon von 6,75% p.a. (Zinstermin halbjährlich am 21.05. und 21.11.) ausgestattet und hat eine Laufzeit vom 21.11.2019 bis 21.11.2024. Die Anleihe hat ein Gesamtvolumen von bis zu 25 Mio. Euro mit einer Stückelung von 1.000 Euro. Nach Abschluss der Emission ist die Einbeziehung der Anleihe in den Freiverkehr der Börse Frankfurt vorgesehen.

Anleihebedingungen: In den Anleihebedingungen sind vorzeitige Kündigungsmöglichkeiten nach Wahl der Emittentin ab dem 21.11.2022 zu 103% und ab dem 21.11.2023 zu 102% des Nennwertes vorgesehen. Zudem verpflichtet sich die Emittentin unter anderem zu einer umfassenden Transparenz. Darüber hinaus sind in den Anleihebedingungen eine Ausschüttungsbeschränkung bei einer Eigenkapitalquote von unter 25% und eine weit gefasste Negativerklärung verankert.

Emissionsmittel: Der Emissionserlös soll neben der Ablösung von Verbindlichkeiten auch Investitionen in die Bearbeitung alternativer Antriebstechnologien (wie Hybridantriebe und auf mittelfristiger Sicht auch reine E-Antriebe) dienen.

Hinweis: Die Schlote-Anleihe kann noch bis zum 19.11.2019 gezeichnet werden.

TIPP: Lesen Sie hier das Anleihen Finder-Interview mit Unternehmens-Chef Jürgen Schlote: „Sind ein sehr cashflow-starkes Unternehmen“

Finanzkennzahlen

Im Geschäftsjahr 2018 erzielte die Schlote-Gruppe einen Konzernumsatz von 254 Mio. Euro nach 231 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Seit dem Jahr 2005 bedeutet dies einen Anstieg um 272%. Der Konzernumsatz des ersten Halbjahres 2019 ist mit 118,6 Mio. Euro gegenüber der Vorjahresperiode mit 130,7 Mio. Euro rückläufig. Ursache hierfür sind im Wesentlichen Minderabrufe der Kunden Continental, ZF Friedrichshafen, IHI, VW, BMW und Mini, aber auch bei Kunden im Bereich Metallguss. Im Bereich Getriebe- und Antriebstechnik konnte die geplante Gesamtleistung aufgrund des guten Produktmixes übertroffen werden, insbesondere bei den Projekten DQ 500 und DQ 200. Das Unternehmen ist insbesondere bei den sog. (plug-in) Hybridgetrieben sehr gut positioniert. Für das zweite Halbjahr werden leichte Rückgänge beim Getriebe DL 382 erwartet.

Gleichwohl prognostiziert die Unternehmensgruppe für das Gesamtjahr 2019 ein über Plan liegendes Ergebnis. Zuversichtlich stimmt ein für Anfang 2020 beabsichtigter Serienstart des Volkswagen Hybridgetriebes DQ400, wo erste Vorserienteile in der zweiten Jahreshälfte 2019 gefertigt werden. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) des ersten Halbjahres 2019 bewegt sich mit 18,1 Mio. Euro fast unverändert auf dem Niveau der Vorjahresperiode (18,4 Mio. Euro), was auf die parallel in allen Werken durchgeführten Kostensenkungs- und Effizienzprogramme zurückzuführen ist. Das EBIT für das erste Halbjahr 2019 beträgt 5,1 Mio. Euro (Vj. 5,8 Mio. Euro); das Ergebnis vor Steuern (EBT) für das erste Halbjahr 2019 liegt mit 1,0 Mio. Euro unterhalb dem der Vorperiode mit 2,4 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr 2020 plant die Unternehmensgruppe mit einem EBIT von 16,5 Mio. Euro. Die Planung für das Jahr 2021 sieht bereits ein EBIT von 19,5 Mio. Euro bzw. für 2022 von 21,5 Mio. Euro vor. Dies entspricht exzellenten EBIT-Margen von ca. 12% für 2019 und 16,5% bis 21,5% für die Jahre 2020 bis 2022. Angesichts langer Vorlauf- und Vertragslaufzeiten (fünf Jahre und länger) ist aus heutiger Sicht bis 2022 eine relativ hohe Prognosesicherheit gegeben, so die Analysten.

Eigenkapitalquote und Cash Flow

Zum 30.06.2019 weist der Konzernabschluss der Schlote-Gruppe eine wirtschaftliche Eigenkapitalquote von 21,0% (31.12.2018: 21,7%) aus. Das Guthaben bei Kreditinstituten zum 30.06.2019 beträgt 12,0 Mio. Euro nach 16,6 Mio. Euro zum 31.12.2018. Der Cash Flow aus operativer Tätigkeit 2018 konnte mit 46,6 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr mit 29,2 Mio. Euro stark gesteigert werden. Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit betrug 2019 -42,7 Mio. Euro nach -26,9 in der Vorjahresperiode. Der positive Free Cash Flow beträgt für 2018 somit 3,8 Mio. Euro nach 2,4 Mio. Euro im Vorjahr. Mit der Anleihe soll gezielt ein zusätzlicher Baustein für die zukünftige Finanzierung geschaffen werden.

Schlote Gruppe

Die Schlote Gruppe mit Sitz in Harsum (Niedersachsen) blickt in diesem Jahr auf eine 50-jährige eigentümergeführte Firmengeschichte zurück. Die Aktivitäten gliedern sich in die drei Geschäfts- bzw. Produktionsbereiche Getriebe-, Antriebs- und Fahrwerkskomponenten. Der Schwerpunkt der Leistungen liegt in der mechanischen Bearbeitung der Bauteile, der Vormontage von einbaufertigen Komponenten für die Automobil- und Zulieferindustrie sowie der Fertigung von Druckgussformen für Gießereien. In den größten Segmenten „Getriebe“ (68%) und Antrieb (28%) werden im Wesentlichen Gehäuseteile jeglicher Art bearbeitet, wie Kupplungs-, Getriebe-, Turbinen- und Pumpengehäuse, Mechatronikteile, Gehäuse für Turbolader und Kurbelwellen-Lagerdeckel. Die Schlote Gruppe profitiert sowohl vom Trend zu mehr automatisierten Getrieben als auch vom starken Wachstum bei Turboladergehäusen, da der Trend zum Motor-„Downsizing“ zu einer deutlich steigenden Nachfrage bei Turboladern führt. Somit verfügt das Unternehmen auch über eine hohe Expertise bei Hybridantrieben.

Produziert wird an neun Standorten in Deutschland, Tschechien und seit 2013 auch in China (Tianjin) u.a. mit dem Partner Trimet (Tochter von Beijing Automotive Group (BAIC)), welcher ein Joint Venture mit Daimler bildet. Insgesamt werden ca. 1.500 Mitarbeiter beschäftigt. Die Schlote Gruppe unterhält langjährige mittel- und unmittelbare Geschäftsbeziehungen zu allen renommierten OEMs wie Volkswagen, Audi, Porsche, Daimler, BMW, Mini, Opel und Renault und so genannten Tier-1-Lieferanten wie ZF Friedrichshafen, Continental, Magna und IHI. Für ca. 40% aller Aufträge ist man derzeit Alleinlieferant.

Anleihen Finder Redaktion.

Titelfoto: pixabay.com

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