SV Werder Bremen: Verlust in 2020/21 auf 7,1 Mio. Euro reduziert – Ole Werner neuer Cheftrainer

Dienstag, 30. November 2021


Es ist eine Menge los an der Weser in diesen Tagen – nach der „Impfpass-Angelegenheit“ um den ehemaligen Werder-Trainer Markus Anfang, hat der Traditionsverein (derzeit 10. in der 2. Fußballbundesliga) mit Ole Werner nun einen neuen Cheftrainer gefunden und offiziell präsentiert. Ebenso spannend wie die Trainerwahl ist für Anleger und Fans des SV Werder Bremen der nun veröffentlichte Jahresabschluss 2020/21, den die Norddeutschen pandemiebedingt mit einem Konzernverlust von 7,1 Mio. Euro abschließen.

Trotz des erwirtschafteten Konzernjahresfehlbetrages zeigen sich die Bremer nach eigenen Angaben mit dem Ergebnis des Geschäftsjahres, unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen, zufrieden. Zum einen, weil der Konzernverlust des Vorjahres in Höhe von -23,7 Mio. Euro trotz deutlich stärkerer Pandemie-Auswirkungen wesentlich reduziert wurde und zum anderen, weil neue Finanzierungen erfolgreich abgeschlossen werden konnten. Für das laufende Geschäftsjahr 2021/22 rechnen die Bremer – keine oder nur sehr geringe pandemiedingte Einschränkungen im Spielbetrieb in der Rückrunde vorausgesetzt – sogar wieder mit einem geringen Konzernjahresüberschuss.

ANLEIHE CHECK: Im Mai dieses Jahres hat die SV Werder Bremen GmbH & Co KG aA ihre erste fünfjährige Unternehmensanleihe (ISIN DE000A3H3KP5) mit einem jährlichen Zinskupon in Höhe von 6,5% begeben. Trotz des zeitgleichen Abstiegs in die 2. Bundesliga konnten die Werderaner ein Volumen von 17 Mio. Euro über die Anleihe einsammeln. Das Gesamtvolumen der Werder-Anleihe beträgt 30 Mio. Euro. Die Anleihe notiert gegenwärtig an der Börse Frankfurt bei 105% (Stand: 29.11.2021).

Kompensation durch Transfererlöse und Kostenreduktion

Da die gesamte Spielzeit 2020/21 massiv durch die pandemische Situation beeinflusst war – nur das erste der 17 Heimspiele konnte vor Teilzuschauern, alle weiteren Heimspiele mussten vollständig ohne Zuschauer ausgetragen werden – haben sich die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr um 11,9 Mio. Euro reduziert. Rückgänge in den direkt von der Pandemie betroffenen Bereichen Spielbetrieb (- 19,4 Mio. Euro) und Sponsoring (- 2,5 Mio. Euro) konnten demnach durch erhöhte Transfererlöse (+ 10,1 Mio. Euro) teilweise kompensiert werden. Zudem hat Werder nach eigenen Angaben die Aufwendungen für die betriebliche Leistung in der Pandemie-Zeit, darunter fallen u. a. Personalaufwendungen und Spielbetriebsaufwendungen, um insgesamt rd. 25,1 Mio. deutlich reduziert. Das Betriebsergebnis hat sich als Folge auf – 9,3 Mio. Euro in 2020/21 verbessert, nach – 23,2 Mio. Euro im Vorjahr. Unter Berücksichtigung des Finanzergebnisses sowie des neutralen Ergebnisses und Steuern konnte der Konzernjahresfehlbetrag somit auf 7,1 Mio. Euro reduziert werden.

Fehlbetrag und Finanzmittelfonds

Der nicht durch Konzerneigenkapital gedeckte Fehlbetrag hat sich durch das Jahresergebnis zum 30.06.2021 auf 20,3 Mio. Euro erhöht. Die kumulierten Fehlbeträge der letzten beiden Geschäftsjahre, die zu dem nicht durch Konzerneigenkapital gedeckten Fehlbetrag geführt haben, sind laut Werder Bremen nahezu ausschließlich auf die pandemiebedingten Auswirkungen von insgesamt 35 Mio. Euro zurückzuführen.

Der Finanzmittelfonds des Konzerns hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 22,9 Mio. Euro (Vorjahr – 9,7 Mio. Euro) erhöht. Im Wesentlichen pandemiebeding ergab sich ein negativer Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit in Höhe von EUR 3,1 Mio. Die erfolgreiche Umsetzung mittelfristig ausgerichteter Finanzierungsmaßnahmen führen zu einem Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von 36,5 Mio. Euro, was die maßgebliche Ursache für die deutliche Verbesserung des Finanzmittelfonds darstellt.

Hinweis: Der geprüfte Konzernabschluss des SV Werder Bremen zum 30.06.2021 ist hier abrufbar.

Anleihen Finder Redaktion.

Foto: pixabay.com

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