Handel von Kryptowährungen und Security Token

Dienstag, 18. Februar 2020


Gastbeitrag von Michel Mayer. Der Handel mit Kryptowährungen hat seinen Zenit überschritten, das liest man zumindest schon seit einigen Monaten. Zu unsicher, zu altertümlich, noch schwerfällig – dabei galten die digitalen Währungen noch vor wenigen Jahren als die Zukunft der Finanzsysteme. Jetzt dreht sich bald alles um Security Token, wenn man Experten glauben darf.

Auch Security Token basieren auf der Blockchain-Technologie. Aber wie unterscheiden sie sich von Kryptowährungen? Was sind Security Token eigentlich, und wie werden sie mit einem Zahlungsanspruch oder einer Dienstleistung verknüpft? Stephan Manz, Technologieberater im Bereich Digital-Banking, ist davon überzeugt, dass noch 2020 zahlreiche Security Token Offerings in Deutschland getätigt werden und ICOs (Initial Coin Offerings) ablösen. Warum? Schätzungsweise 80 % der ICOs setzten ihr Vorhaben nie um – so Manz. Und nun?

Blockchain-Innovationen kommen aus Europa

Blockchain-Technologie hat Potential und kann in vielen unterschiedlichen Bereichen genutzt werden. Das ist auch Start-Ups bewusst. Derzeit entstehen gerade in Europa zahlreiche Blockchain-Innovationen, so dass Manz hier eine weltweit führende Rolle auf diesem Gebiet prophezeit. Immer mehr Länder passen zudem ihre regulatorische Praxis an – auch die Bafin ist gesprächsbereit. Dass die Kryptowährungen langsam erwachsen werden, erkennt man unter anderem daran, dass sich Handelsplätze dafür bilden. An der Börse Stuttgart wird dieser Bereich gerade ausgebaut, an andere Orten ist das nicht anders. Daher ist es laut Manz nur noch eine Frage, wie schnell genau Security Token gehandelt werden. Denn dass diese Entwicklung kommt (und vermutlich recht schnell), steht für ihn nicht in Zweifel.

Wie attraktiv sich die Tokens allerdings platzieren, wird von funktionierenden Sekundärmärkten abhängen. Die Tokens müssen gegen herkömmliche oder virtuelle Währungen getauscht werden, denn Käufer und Käuferinnen wollen damit spekulieren, sie weiterverkaufen und damit Gewinne einstreichen. Tokens funktionieren also wie Wertpapiere, zumindest hinsichtlich der Merkmale. Und weil Security Token Offerings derzeit wirklich medienpräsent sind, erklärt auch Kryptoszene noch einmal in aller Ausführlichkeit, was es damit auf sich hat. Denn auch hier fiel immer wieder auf, dass viele ICOs wenig seriös waren. Der ein oder andere Bericht dazu war in der Vergangenheit zu lesen.

Sind digitale Währungen überhaupt sinnvoll?

Die Frage ist durchaus etwas provokant, denn immerhin sind mit diesen Spekulationsobjekten doch zahlreiche Menschen unglaublich reich geworden, während noch viel mehr Menschen Geld verloren haben. Darf man da fragen, ob es sich um eine sinnvolle Innovation oder doch nur um überflüssige Spekulationsobjekte handelt? Man sollte sogar. Denn Kryptowährungen haben einige Eigenschaften, die sie eben doch suspekt erscheinen lassen:

  • – sie sind spekulativ
  • – es gibt keinen Anlegerschutz
  • – insbesondere der Bitcoin ist als Zahlungsmittel nicht relevant

Ob man Kryptowährungen deshalb nun gleich die Existenzberechtigung absprechen muss, steht aber auch wieder auf einem anderen Blatt. Immerhin ist die Technologie, die hinter den digitalen Währungen steht, durchaus interessant. Und auch die Token-Technologie kann sich noch als zukunftsträchtig erweisen.

Fazit: Es bleibt spannend

Ob die Kryptowährungen und IOCs nun tatsächlich den prophezeiten Tod sterben oder weiter existieren, ob Security Tokens an ihre Stelle treten – ganz egal. Sicher ist, dass die Willigen nicht aufhören werden, die eine oder andere Form der digitalen Währungen zum Spekulieren zu nutzen. Die Technologien dahinter werden freilich weiterentwickelt – es bleibt also spannend.

Gastbeitrag von Michel Mayer (Kategorie: Kryptowährungen)

Foto: pixabay.com

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