SeniVita Social Estate AG mit Verlust in 2019 – Gewinn erst in 2021?

Donnerstag, 6. August 2020


Testierter Jahresabschluss 2019 – die SeniVita Social Estate AG (SSE AG) hat das Geschäftsjahr 2019 mit einem Verlust in Höhe von 8,8 Mio. Euro inklusive Sondereffekte beendet (2018: -10,4 Mio. Euro). Bereinigt um diese Effekte lag das Jahresergebnis bei -3,3 Mio. Euro (2018: -4,5 Mio. Euro).

Hintergrund: Die Ertragslage der SSE AG war 2019 im hohen Maße durch Bewertungskorrekturen, etwa auf Forderungen gegen Tochterunternehmen, und durch Kosten für Restrukturierung und Refinanzierungsvorhaben geprägt. Die Sonderbelastungen summierten sich auf 5,5 Mio. Euro nach 5,9 Mio. Euro im Vorjahr.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte der Betreiber von Pflegeeinrichtungen die Gesamtleistung von 10,0 Mio. Euro auf 36,5 Mio. Euro deutlich erhöhen. Davon entfielen 25,7 Mio. Euro (Vorjahr: 6,1 Mio. Euro) auf den Verkauf von Immobilien. Der Immobilienumsatz blieb jedoch unter Plan, weil einige Verkäufe teilweise erst im Jahr 2020 umsatzwirksam wurden.

Restrukturierung der Gesellschaft

Angesichts der Verlustsituation und eines negativen Eigenkapitals per 31. Dezember 2019 leitete das SSE-Management zum Ende des Geschäftsjahres eine tiefgreifende finanzielle und operative Restrukturierung der Gesellschaft ein – im Ergebnis u.a. mit der Verlängerung der Anleihe 2015/25 und einer Anpassung der Zinskonditionen.

Das Restrukturierungsprogramm zur Erhöhung der Ertragskraft, zur Verbesserung der Servicequalität für die Hausbewohner und zur Steigerung der Auslastung in den Einrichtungen werde derzeit umgesetzt, berichtet die SSE AG. So seien bereits erste personelle Veränderungen im Management erfolgt und Preiserhöhungen in Häusern, die nicht kostendeckend wirtschaften, eingeleitet worden.

ANLEIHE CHECK: Die SSE-Anleihe (WKN A13SHL) wurde um fünf Jahre bis zum 11. Mai 2025 verlängert. Neben der Laufzeitverlängerung wird der Zinssatz der Anleihe von vormals 6,50 % p.a. auf 8,50 % p.a. erhöht. Dabei wird nach einem jährlichen Stufenplan nur ein Teil des Zinses ausgezahlt, um die Liquiditätsbelastung an die Leistungsfähigkeit der SSE während der Transformation anzupassen. Der nicht ausgezahlte Zinsanteil soll am Ende der Laufzeit als einmalige Zusatzzahlung geleistet werden. Die Anleihe hat ein platziertes Volumen von 44,6 Mio. Euro.

Ende Mai teilte die SSE AG mit, dass zur kurzfristigen Generierung zusätzlicher Finanzmittel weitere Fremdkapitalmaßnahmen eine Option seien.

Ausblick auf Corona-Jahr 2020

Die Häuser der SeniVita-Gruppe haben die Folgen der COVID-19-Pandemie nach Angaben des Unternehmens bislang „sehr gut“ bewältigt. Derzeit sei weder bei Bewohnern noch beim Pflegepersonal ein aktiver Coronafall bestätigt. In wirtschaftlicher Hinsicht kam es zu Verzögerungen beim geplanten Verkauf der Tagespflege am Standort Emmering und bei der Vermarktung der fertiggestellten Objekte in Königsberg und Weidenberg. Die Mittelzuflüsse aus dem Abverkauf von Apartments in Königsberg und Weidenberg haben sich verzögert, werden aber nach Einschätzung des Vorstands noch im Sommer erfolgen. SeniVita verzeichne eine „gute Resonanz“ im Markt, da Pflegewohnimmobilien als Anlageobjekte weiterhin sehr begehrt seien.

Dennoch geht SeniVita auch für 2020 erneut von einem negativen Jahresergebnis in der Größenordnung des Jahres 2019 aus, vorbehaltlich weiterer negativer Einflüsse durch die Corona-Pandemie. Im folgenden Jahr 2021 ist vorgesehen, dass die Gesellschaft bei weiterhin planmäßiger Umsetzung des Restrukturierungsprogramms operativ die Ertragswende schaffen wird.

„Unser Konzept hat sich bewährt“

„Das Pflegewohnkonzept 5.0, das wir bei SeniVita verfolgen, ist eine innovative Alternative zu klassischen stationären Pflegeeinrichtungen. Unser Baukastensystem aus Miete eines Apartments, ambulanter Pflege und Tagespflege ermöglicht ein selbstbestimmtes Leben auch bei Hilfe- und Pflegebedürftigkeit. Dieses Konzept hat sich gerade in den vergangenen Monaten der Corona-Krise als leistungsstark bewährt. Um es profitabel betreiben zu können, werden wir allerdings an unseren internen Schwächen arbeiten und unsere Konditionen teilweise auf Marktniveau anpassen müssen. Denn seniorengerechtes Wohnen und gute Pflege müssen einen angemessenen Preis haben. Dieses Postulat aus der Corona-Krise darf nicht in Vergessenheit geraten“, sagt Dr. Horst Wiesent, Vorstandsvorsitzender der SeniVita Social Estate AG.

Anleihen Finder Redaktion.

Foto: SeniVita Social Estate AG

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SeniVita Social Estate AG Wandelanleihe 2015/20

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