NZWL-Chef Dr. Hubertus Bartsch: „Wir bereiten den Start unserer dritten Großserienproduktion vor“

Montag, 16. April 2018


Die Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig GmbH (NZWL) bietet den Gläubigern ihrer beiden Anleihen aus den Jahren 2014 und 2015 zwischen dem 11. April und 18. Mai 2018 ein Umtauschangebot in die 2017 aufgelegte NZWL-Anleihe an. Das Emissionsvolumen beträgt in der neuen Umtauschrunde bis zu 6,8 Millionen Euro (Umtauschverhältnis 1:1), nachdem die Gläubiger der Anleihe 2014/19 im Dezember 2017 in einer ersten Tauschrunde bereits knapp 8,2 Millionen Euro getauscht hatten. Das Gesamtvolumen des 2017er Bonds ist auf 15 Millionen Euro begrenzt. Nach einem ausführlichen
Interview in der ersten Umtauschphase im Dezember 2017 stand uns NZWL-Chef Dr-Hubertus Bartsch auch jetzt wieder Rede und Antwort.

… Dr. Hubertus Bartsch auf die Frage, warum sich die NZWL für ein weiteres Umtauschangebot entschieden und dabei dieses Mal auch die Anleger des 2015er Bonds mit ins Boot geholt habe?

„Unsere Ausgangslage in finanzstrategischer Hinsicht hat sich nicht verändert. Wir benötigen keine neuen Mittel zur Finanzierung unserer Unternehmensentwicklung und unseres Wachstums. Aber wir möchten unsere Fälligkeitenstruktur optimieren und deshalb unsere Investoren einladen, in die 7,25%-Anleihe 2017/2023 zu wechseln. Bei dieser Neustrukturierung hat die Anleihe 2014/2019 aufgrund ihrer Fälligkeit Vorrang. Wir waren mit dem Ergebnis des ersten Umtausches mit 8,2 Mio. Euro sehr zufrieden und haben deshalb den Umtausch jetzt auch für die Anleihe 2015/2021 geöffnet.

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 … warum der jetzige Zeitraum für eine weitere Umtausch-Möglichkeit gewählt worden sei und ob die gute Stimmung am KMU-Anleihen-Markt dabei auch eine Rolle gespielt habe?

„Wir sind selbstbewusst genug zu sagen, dass wir bei unserem Umtauschangebot nur auf die Interessen unserer Investoren und unseres Unternehmens achten. Wir haben bereits eine sehr gute Sichtbarkeit der Erfolge unseres Schwester-Konzerns in China und agieren auch bei der NZWL sehr erfolgreich, was nicht zuletzt durch unsere positiven, vorläufigen Zahlen 2017 belegt wurde. Deshalb halten wir den Zeitpunkt für optimal, um unseren Investoren bei einem aus meiner Sicht weiter verbesserten Risikoprofil weiterhin attraktive Konditionen für ein längeres Investment zu bieten.“

ANLEIHE CHECK: Die Anleihe 2017/23 der Neue ZWL Zahnradwerke Leipzig GmbH ist mit einem Zinskupon von 7,25% p.a. (Zinstermin jährlich am 08.12.) ausgestattet und hat eine Laufzeit bis zum 08.12.2023. Es ist ein Gesamtvolumen von insgesamt bis zu 15 Millionen Euro vorgesehen, deren Platzierung ausschließlich durch die Umtauschoption erzielt werden kann.  Vorzeitige Kündigungsmöglichkeiten sind in den Anleihebedingungen ab 08.12.2020 zu 101,5%, ab 08.12.2021 zu 101,0% und ab 08.12.2022 zu 100,5% des Nennwertes vorgesehen. Außerdem ist in den Anleihebedingungen eine Ausschüttungsbeschränkung von max. 25% des Jahresüberschusses festgelegt.

Hinweis: Der Wertpapierprospekt ist hier einsehbar.

4 von 5 Sternen

Im Anleihen-Barometer zur neuen 7,25%-„Umtauschanleihe“ der Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig GmbH (WKN A2GSNF) stuften die Analysten der KFM Deutsche Mittelstand AG die Anleihe Ende vergangenen Jahres als „attraktiv“ mit 4 von 5 möglichen Sternen ein. Grund für die Einschätzung sei das anhaltende und sehr ertragreiche Wachstum des Konzerns in Europa und China in Verbindung mit der steigenden Eigenkapitalquote und der attraktiven Rendite der Anleihe von 7,25% p.a.

„Keine weiteren Kapitalmarkt-Maßnahmen geplant“

… Dr. Hubertus Bartsch auf die Frage, ob mittelfristig weitere Kapitalmarktaktivitäten angedacht seien?

„Die Dynamik in unseren besonderen Kompetenzfeldern Doppelkupplungsgetriebe sowie Zahnräder und Wellen ist voll intakt. Von daher will ich nicht ausschließen, dass wir uns als Unternehmen nicht nur weiterhin linear gut entwickeln, sondern uns bei entsprechenden Opportunitäten auch ein zusätzlicher Entwicklungssprung gelingt. Stand heute sind wir aber bestens finanziert und planen keine weiteren Maßnahmen am Kapitalmarkt.“

… wie sich die NZWL im Vergleich zum Dezember 2017 (1. Umtauschangebot) entwickelt habe und wie der Jahresstart 2018 verlief?

„Wir haben 2017 unsere eigenen Prognosen übertreffen können und sind entsprechend zufrieden. In unserer letzten Prognose waren wir von einer Erhöhung des Konzernumsatzes von zuletzt 82,5 Mio. Euro um 10 bis 13% sowie eine Steigerung des Konzernjahresüberschusses auf 1,3 bis 1,5 Mio. Euro ausgegangen. Die vorläufigen Zahlen zeigen, dass der Konzernumsatz um ca. 18% gesteigert wurde und der operative Konzernjahresüberschuss bei 1,7 bis 2,0 Mio. Euro liegt. Der prognostizierte sowie der nach vorläufigen Zahlen erreichte Konzernjahresüberschuss sind ohne Berücksichtigung der einmaligen außerordentlichen Aufwendungen aus dem Anleiheumtausch im Dezember 2017 angegeben. Der endgültige Konzernjahresüberschuss abzüglich Aufwendungen für den Anleiheumtausch wird voraussichtlich zwischen 1,5 Mio. und 1,8 Mio. Euro betragen. Diese Entwicklung zeigt sich auch im 1. Quartal 2018.“

Stärken und Schwächen der NZWL

Bei der URA Rating GmbH erhält die NZWL-Anleihe 2017/23 einen „URA-Haken“. Die URA-Analysten sehen die Stärken der NZWL in einem etablierten Geschäftsmodell, da die NZWL weltweiter Hauptlieferant sog. Synchronisierungen für Doppelkupplungsgetriebe ist und bei 90% der Aufträge als Alleinlieferant fungiert. Zudem habe die NZWL eine relative Planungssicherheit durch langfristige Verträge mit VW über Lieferungen aus dem chinesischen Werk. Weniger gut seien laut URA hingegen die bondspezifischen Kennzahlen, wodurch das Unternehmensrating nicht über ein „B“ (Creditreform) hinauskomme und somit deutlich vom „Investment-Grade“ entfernt sei. Auch die Anleihe sei strukturell nachrangig gegenüber Bankverbindlichkeiten der Schwester NZWL International und deren Tochter in China. Zudem sehen die Analysten die starke Abhängig vom VW-Konzern (ca. 78% des NZWL-Umsatzes) kritisch.

„In China ist die Entwicklung sehr positiv“

… Dr. Hubertus Bartsch zur Frage, wie sich das China-Geschäft entwickelt habe und wie wichtig es für den Gesamtkonzern sei?

„In China ist die Entwicklung sehr positiv. Unser Schwester-Konzern NZWL International geht auf Basis vorläufiger Zahlen ebenfalls davon aus, die Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2017 zu übertreffen. So soll dort der Jahresüberschuss bei mindestens 2,5 Mio. Euro statt zwischen 1,3 und 1,9 Mio. Euro liegen. Der Vorjahresumsatz wird sich wie erwartet mehr als verdoppeln und im Jahr 2017 voraussichtlich ca. 37,0 Mio. Euro betragen. Durch die hochgelaufenen Abnahmezahlen stieg die Kapazitätsauslastung in China stärker als erwartet an, so dass sich das jährliche Produktionsvolumen von 270.000 auf 750.000 Getriebeeinheiten erhöhte.

Darüber hinaus erhielt die NZWL TTP in 2017 einen substantiellen Neuauftrag eines chinesischen OEMs zur Entwicklung und Serienbelieferung von Synchronisierungen für ein DCT-Automatisierungsgetriebe sowie für den Einsatz in Hybrid- und Elektroantrieben. Der Serienanlauf ist bereits für 2018 vorgesehen. Damit ist es schneller als erwartet gelungen, den Zugang zum chinesischen Markt und eine sehr gute Kapazitätsauslastung zu erreichen. Diese Entwicklung zeigt sich auch im 1. Quartal 2018.

Die überaus positive Entwicklung in China ist vor allem für unsere Finanzierungssituation und damit auch für unsere Anleiheinvestoren wichtig, denn der Auf- und Ausbau der Produktionsstätte in Tianjin ist ja einerseits über Darlehen chinesischer Banken und andererseits auch über Darlehen von uns finanziert. Die durch den Neuauftrag erforderliche Erweiterung des Maschinenparks wird überwiegend aus China sowie aus Eigenmitteln der NZWL TTP finanziert.“

… was die nächsten Projekte seien und welche Ziele man sich sich für das Geschäftsjahr 2018 gesteckt habe?

„Antriebssysteme gehen in die Großserienproduktion“

„Wir bereiten den Start unserer dritten Großserienproduktion vor. Wir haben in den vergangenen Jahren ja bereits Synchronisierungen für Doppelkupplungsgetriebe in die Großserie gebracht, dann folgten Zahnräder und Wellen. Jetzt planen wir, Antriebssysteme, die wir bisher in Kleinserien produzierten, in die größere Serien zu überführen. Das ist aber ein Projekt für die nächsten 5 Jahre und nicht allein für 2018. Die konkreten Finanzprognosen für 2018 werden wir im Juni im Rahmen des Konzernabschlusses 2017 veröffentlichen. Ich kann aber schon sagen, dass wir mit weiterem Wachstum bei Umsatz und Ertrag planen.“

WICHTIGER HINWEIS: Lesen Sie unbedingt auch den ersten Teil unseres Interviews mit Dr. Hubertus Bartsch, welches im Dezember 2017 anlässlich der ersten Umtauschrunde veröffentlicht wurde.

Anleihen Finder Redaktion.

Titelfoto: pixabay.com

Portraitfoto: Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig GmbH

Anleihen Finder Datenbank

Anleihe der Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig GmbH 2014/19

Anleihe der Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig GmbH 2015/21

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