Bewegung im Fall MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft mbH: Feri EuroRating mit Folgerating beauftragt – Anleihe-Kurs zeigt leichte Tendenz nach oben

Mittwoch, 12. Februar 2014


Die MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft mbH hat die Ratingagentur Feri EuroRating Services AG (‚Feri‘) mit der Erstellung eines Folgeratings für die Unternehmensanleihe der MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft beauftragt. Das berichtet die MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft mbH. „Der Folgeratingprozess ist damit angestoßen und soll schnellstmöglich abgeschlossen werden“, so die Emittentin. 

Der Kurs der Unternehmensanleihe der MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft mbH zeigt heute eine leichte Tendenz nach oben.

„Wir freuen uns, dass wir mit dem nun angestoßenen Folgeratingprozess dem Interesse unserer Anleger gerecht werden. Gleichzeitig stellt dies den Ausgangspunkt für einen Verbleib im Entry Standard dar“, sagte Christopher Nolde, der Vorsitzende der Geschäftsführung der MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft mbH.

Zuvor stand die MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft mbH in der Kritik, weil sie über längere Zeit weder ein Emittenten- noch ein Anleihen-Rating für Ihre Traumschiff-Unternehmensanleihe vorweisen konnte. Ein Rating ist Voraussetzung für eine Notierung der Traumschiff-Unternehmensanleihe im Segment Entry Standard der Börse Frankfurt, in dem die Traumschiff-Anleihe gehandelt wird.

Die MS Deutschland-Manager versichern, dass sie den Feri-Analysten „sämtliche für den Folgeratingprozess relevanten Informationen zur Gesellschaft und ihrer Geschäftslage zur Verfügung stellen“ würden.

Entscheidung für Folgerating kam zur rechten Zeit

Ein Statement vom Freitag der letzten Woche von der Deutschen Börse AG weist darauf hin, dass die Entscheidung der Emittentin, nach der Scope Ratings GmbH mit der Feri EuroRating Services AG eine andere Ratingagentur zu beauftragen, zur rechten Zeit kam: Die Einhaltung der Transparenz in unseren Segmenten ist uns sehr wichtig. Um die Transparenzpflichten durchzusetzen haben wir deshalb verschiedene Sanktionsmöglichkeiten in unserem Regelwerk vorgesehen, von denen wir in der Praxis auch Gebrauch machen. Erfolgt die Veröffentlichung oder Übermittlung von Abschlüssen und Ratings im Rahmen der Folgepflichten im Entry Standard nicht oder nicht rechtzeitig und hat der Emittent dies zu vertreten, verhängt die Deutsche Börse AG unter Berücksichtigung des Verschuldungsgrades, der Dauer der Pflichtverletzung  und der wirtschaftlichen Lage des Emittenten gegen den Emittenten eine Vertragsstrafe.

Vertragsstrafen, die wegen vorsätzlich begangener Pflichtverletzungen verhängt worden sind, werden zusätzlich mit Nennung des Emittenten und des Regelverstoßes  auf unserer Internetseite veröffentlicht. Als letztes Mittel kann die Deutsche Börse AG die Einbeziehung in den Entry Standard sowohl ordentlich, d.h. mit sechswöchiger Kündigungsfrist, als auch außerordentlich kündigen. Eine ordentliche Kündigung wird die Deutsche Börse AG regelmäßig aussprechen, wenn selbst nach sechs Monaten nach Fristende der Abschluss oder das Rating weder veröffentlicht noch übermittelt worden sind, und die Verhängung der Vertragsstrafe und die Veröffentlichung derselben als Sanktionen somit erfolglos geblieben sind“, so die Börse Frankfurt auf Anfrage der Anleihen Finder Redaktion. Die Deutsche Börse AG wollte sich nicht zum Einzelfall MS Deutschland Beteiligungs GmbH äußern.

MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft GmbH: „Traumschiff ist 100 Millionen US-Dollar wert“

Die MS Deutschland GmbH berichtet, dass zu den Informationen, die die Feri-Rating-Spezialisten bekommen sollen, auch das Jahresgutachten des Schiffes MS Deutschland („Traumschiff“) gehöre. Dieses Gutachten habe nach Angaben der Emittentin im Oktober letzten Jahres den Wert des Traumschiffes auf 100 Millionen US-Dollar festgelegt.

Der Wert des Schiffes werde laut der MS Deutschland Betreibergesellschaft in jedem Jahr „durch ein vom Anleihetreuhänder einzuholendes Gutachten“ überprüft. Die Traumschiff-Mittelstandsanleihe mit einem Volumen von 50 Millionen Euro ist laut der Emittentin mit einer Schiffshypothek erstrangig besichert.

Das Geschäftsjahr 2013 habe die MS Deutschland GmbH im Rahmen ihrer im September 2013 veröffentlichten Umsatz- und Ergebnisprognose abgeschlossen. Dabei sei die Anzahl der Stammgäste, die einen Aufenthalt auf dem Traumschiff buchten, im Vergleich zum Vorjahr 2012 um rund 14 Prozent gesteigert worden, berichtet die Gesellschaft.

Für das aktuelle Geschäftsjahr erwartet die Geschäftsführung gute Zahlen: „Für 2014 liegt der Buchungsbestand für die Deutschland zum Wochenbeginn immer noch um annähernd 28 Prozent über dem entsprechenden Wert des Vorjahres. Dies bestärkt uns in unserer eingeschlagenen Strategie der klaren Positionierung im Luxussegment, die wir konsequent weiter vorantreiben werden“, so Christopher Nolde.

Anleihen Finder Redaktion

Foto: ZDF

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