Karlie Group GmbH: Erstes Halbjahr 2015 mit Verlust von 4,2 Millionen Euro – Anleihe fällt auf Allzeittief – Minibond notiert bei 25 Prozent – Kann 2016 der Turnaround gelingen?

Dienstag, 20. Oktober 2015


Die Karlie Group GmbH hat im ersten Halbjahr 2015 einen Verlust in Höhe von 4,2 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Eigenkapitalquote des Konzerns ist aufgrund des negativen Halbjahresergebnisses 2015 und des extrem schwachen zweiten Halbjahres 2014 auf 5,4 Prozent geschrumpft.

INFO: Die Karlie Group GmbH hatte im Geschäftsjahr 2014 auf Konzernebene einen Verlust in Höhe von insgesamt 13,8 Millionen Euro hinnehmen müssen.

Anleihe-Kurs nur noch bei 25 Prozent

Der Anleihe-Kurs des Karlie-Minibonds befindet sich mometan im freien Fall. Die Anleihegläubiger scheinen das Vertrauen in die Karlie Group und die Restrukturierungsmaßnahmen des Unternehmens mehr und mehr zu verlieren. Aktuell liegt der Kurswert nur noch bei 25 Prozent (Stand: 20.10.2015) und hat damit seinen Allzeit-Tiefststand erreicht. Bis Mitte August 2015 lag der Kurs noch über 50 Prozent.

ANLEIHE CHECK: Die Karlie-Unternehmensanleihe (WKN A1TNG9) hat ein Gesamtvolumen von 30 Millionen Euro und wird jährlich mit 6,75 Prozent verzinst. Die Anleihe wird im Juni 2018 fällig.

Bereits im Februar 2014 hatte die Scope Ratings AG nach Bekanntwerden eines Jahresfehlbetrags für 2014 und aufgrund der verzögerten Integration der Unternehmen der Karlie Group die Ratingbewertung des Unternehmens von „BB-“ auf „B+“ herabgestuft. Aufgrund der geplanten Restrukturierungsmaßnahmen wurde der Ausblick aber als „stabil“ eingestuft.

EBITDA im Minus

Das EBITDA habe in den ersten sechs Monaten des Jahres 2015 mit knapp einer Million Euro im Minus gelegen, berichtet die Karlie Group. Darin seien Aufwendungen von rund 0,6 Millionen Euro für höhere Lagermieten und Leiharbeiter enthalten. Ergebnisbelastend habe sich zudem die Verzögerung bei der Umstellung der Listungskunden auf das einheitliche Sortiment ausgewirkt.

Umsatzentwicklung „unbefriedigend“

Die Geschäftsführung der Karlie Group GmbH ist nach eigenen Angaben mit der Umsatzentwicklung im ersten Halbjahr 2015 „sehr unzufrieden“. Der Umsatz sei gegenüber dem Vorjahr um 5,9 Millionen Euro auf 43,5 Millionen Euro zurückgegangen, obwohl der für Karlie relevante Markt um ca. drei Prozent gewachsen sei und sich der deutsche Markt stabil entwickelt habe. Auch für die schlechte Umsatzentwicklung sei die Vereinheitlichung des Sortiments verantwortlich, berichtet das Unternehmen.

Verbindlichkeiten von 17,2 Millionen Euro

Die Verbindlichkeiten gegenüber Banken betragen nach Angaben des Produzenten für Heimtierbedarf zum Ende des ersten Halbjahres 2015 17,2 Millionen Euro.

HINWEIS: Die deutsche Gesellschaft der Karlie Group hat mit dem Jahresabschluss 2014 gegen Kreditauflagen verstoßen. Mit den Banken wurde laut Karlie eine Stillhaltevereinbarung getroffen und die Erstellung eines IDW S 6 Gutachtens in Auftrag gegeben. Das Gutachten werde bei den anstehenden Verhandlungen für die Neustrukturierung der zum Jahresende auslaufenden Kredite eine wichtige Rolle spielen.

In 2016 Turnaround angestrebt

Die Karlie-Geschäftsführung rechnet für das zweite Halbjahr 2015 mit einem ähnlichen Ergebnis wie im ersten Halbjahr, also im Bereich von minus vier Millionen Euro. In den ersten beiden Monaten des zweiten Halbjahres sei operativ aber ein positives EBITDA erwirtschaftet worden.

Der Umsatz werde laut Karlie-Management unter dem Vorjahreswert bleiben. Eine deutlich verbesserte Rohertragsmarge und Kostenstruktur sollen die negativen Auswirkungen auf das Ergebnis auffangen. Insbesondere die Personalkosten sollen im zweiten Halbjahr 2015 deutlich sinken, vor allem durch den bereits erfolgten Abbau nicht mehr benötigter Kapazitäten in der Logistik. Ein latentes Risiko bestünde weiterhin darin, dass einige Lieferanten noch immer Lieferengpässe haben, so die Karlie Group.

Für das Geschäftsjahr 2016 erwartet die Geschäftsführung die „Rückkehr in die Gewinnzone“. Voraussetzung dafür sei, dass die Lieferzuverlässigkeit wieder vollständig hergestellt werde und die für Karlie relevanten Märkte sich weiterhin stabil entwickeln.

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Anleihen Finder Redaktion. Timm Henecker.

Foto: Susanne Nilsson / flickr_Infomastern

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