Golden Gate GmbH: Anleihe-Gläubiger sprechen sich ab und sprengen erste Gläubigerversammlung – Nächste Versammlung am 12. Januar 2015 – Kaufangbote für Golden Gate-Anleihen

Montag, 1. Dezember 2014


Die mit Spannung erwartete Gläubigerversammlung der Golden Gate GmbH am vergangenen Freitag, den 28. November, endete mit einem Paukenschlag: Kurz vor Beginn der Abstimmung verließen Vertreter des Anleihekapitals den Sitzungsraum, so dass die Gläubigerversammlung nicht mehr beschlussfähig war.

Nach Informationen der Anleihen Finder Redaktion war dies eine gezielte, konzertierte Aktion einiger Vertreter des Anleihekapitals, die damit ein „Signal für die Gläubiger“ setzen wollten, weil sie mit den Plänen des Insolvenzverwalters und der Gesellschaft nicht zufrieden seien.

Und so lief die Aktion der Anleihegläubiger ab: Die Golden Gate-Anleihe hat ein Volumen von 30 Millionen Euro, damit wäre die Gläubigerversammlung bei einer Anwesenheit von 15 Millionen Euro bzw. 50 Prozent des Volumens beschlussfähig gewesen. Bei Versammlungsbeginn um 11 Uhr waren zunächst 16,97 Millionen Euro und somit knapp 57 Prozent des Anleihekapitals vertreten. Doch kurz vor Beginn der Abstimmung gegen 17 Uhr verließen mehrere Anleihegläubiger das Gebäude, um einer Beschlussfähigkeit der Gläubigerversammlung entgegenzuwirken. Die Anleihe-Gläubiger hatten sich vorher meist über Handy abgesprochen.

Die Präsenz fiel auf 14,75 Millionen Euro, was etwa 49 Prozent des Anleihe-Volumens entsprach, so dass eine neue Gläubigerversammlung notwendig wurde.

Diese zweite Gläubigerversammlung findet voraussichtlich am 12. Januar 2015 in München statt. Für die Beschlussfähigkeit ist bei der zweiten Gläubigerversammlung ein Quorum von dann nur noch 25 Prozent des Anleihevolumens erforderlich, für die Beschlüsse ist jedoch eine 75-prozentige Mehrheit notwendig.

Befriedigungsaussichten für Anleihegläubiger

Die Gläubiger-Versammlung der Golden Gate-Anleihe 2011/2014 wurde von dem vorläufigen Insolvenzverwalter der Golden Gate GmbH, Rechtsanwalt Axel W. Bierbach, geleitet. Er gab dabei eine erste vorläufige und unverbindliche Einschätzung der Befriedigungsaussichten der Anleihegläubiger bekannt. Demnach könnten die Anleihegläubiger voraussichtlich zwischen 53 bis 78 Prozent ihres eingezahlten Kapitals (rückzahlbarer Nennwert einschließlich aufgelaufener Zinsen) zurückerlangen. Bierbach wies jedoch darauf hin, dass die in Zukunft festzulegende tatsächliche Befriedigungsquote erheblich von dieser ersten Einschätzung abweichen könne.

Auf der Versammlung folgte anschließend eine längere Fragerunde und auch der Ex-Geschäftsführer Uwe Rampold stellte sich den Fragen der Anleihe-Gläubiger.

Viele Anleihe-Gläubiger sind der Meinung, dass es noch zu viele Ungereimtheiten – sowohl bei der Frage nach einem gemeinsamen Vertreter der Gläubiger, den Verfahrenskosten sowie den Forderungen aus dem Patronat von Uwe Rampold – gebe. Auch die Arbeit des Gläubigerausschusses wurde gegenüber der Anleihen Finder Redaktion eher kritisch betrachtet.

Kaufangbote für Anleihen

Unterdessen wurden der Anleihen Finder Redaktion auch Kaufangbote für die Golden Gate-Anleihen zugespielt, die angeblich allen Gläubigern geschickt wurden. Demnach belaufen sich die Kaufangebote auf 1,25 Prozent bzw. 5,00 Prozent des Nennwertes der Anleihe.

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Anleihen Finder Redaktion. Timm Henecker.

Foto: Cassandra Jowett / flickr

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Unternehmensanleihe der Golden Gate GmbH 2011/2014

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