Dürr denkt über Rückkauf der Anleihe nach: „Kündigung ernsthafte Option“ – Ergebnis nach Steuern wächst im ersten Quartal um 32 Prozent

Dienstag, 7. Mai 2013


Der Chef des Anlagen- und Maschinenbauers Dürr, Ralf Dieter, kann sich vorstellen, die 150-Millionen-Mittelstandsanleihe des Unternehmens vorzeitig zurückzukaufen. Das geht aus einem Bericht auf wiwo.de hervor. Demnach sagte der Vorstandsvorsitzende : „Bleiben die Marktbedingungen so gut, wie sie heute sind, ist die Kündigung unserer Anleihe für uns eine ernsthafte Option.“

Grund für diese Überlegungen sei die gute finanzielle Lage des Unternehmens aus Bietigheim-Bissingen. „Wir haben netto 100 Millionen Euro Cash und insgesamt 350 Millionen Euro auf dem Konto“, sagte Dieter im wiwo.de-Interview.

Laut den Angaben im Wertpapierprospekt kann Dürr die Mittelstandsanleihe im September 2014 kündigen. Zudem kann die Emittentin die Unternehmensanleihen zum Nennbetrag vorzeitig zurückkaufen. Der Kurs der Dürr-Anleihe steht aktuell bei 107,5 (Stand 07.05.2013, 16 h 00).

Unterdessen meldete das Unternehmen Geschäftszahlen für das erste Quartal 2013. Demnach erhöhte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 21,6 Prozent auf 36,0 Mio. EUR. Die EBIT-Marge erreichte 6,6 Prozent – im ersten Quartal 2012 waren es 5,3 Prozent. Das Ergebnis nach Steuern wuchs um 32 Prozent auf 22,7 Mio. EUR. Grund sei das verbesserte Finanzergebnis, erklärt das Unternehmen.

Das Finanzergebnis habe sich im ersten Quartal dieses Jahres um 1,5 Mio. EUR auf – 4,7 Mio. EUR verbessert. Ein Grund seien verbesserte Konditionen für den Konsortialkredit gewesen.

Aber der Umsatz fiel im Vergleich zum Vorjahresquartal um 3,5 Prozent auf 542,5 Mio. EUR.

Der operative Cashflow lag mit – 29,7 Mio. EUR auf einem Niveau, das die Dürr-Manager erwartet hätten. Im ersten Quartal 2012 lag der operative Cash Flow noch bei – 18,7 Mio. EUR.

 „In den nächsten Quartalen erwarten wir starke Cashflows“

Den Nettofinanzstatus habe die Maschinen-Firma mit 58,9 Mio. EUR gegenüber dem 31. März 2012 verdoppeln können. Das Eigenkapital sei um 21,4 Prozent auf 455,7 Mio. EUR gewachsen, wobei sich die Eigenkapitalquote von 22,5 Prozent auf 24,4 Prozent verbessert habe.

„In den nächsten Quartalen erwarten wir starke Cashflows, die es uns erlauben, die Bilanzstruktur weiter zu verbessern und mögliche Akquisitionen aus eigenen Mitteln zu finanzieren“, meint Dürr-Finanzvorstand Ralph Heuwing.

Der Auftragseingang lag mit 680,4 Mio. EUR ein wenig höher als der Vorjahreswert im ersten Quartal 2012. Im Vergleich zum vierten Quartal im letzten Jahr schnitt das erste Quartal in diesem Jahr bei den Auftragseingängen um 5,9 Prozent besser ab.

Bei einer Book to Bill Ratio von 1,25 stieg der Auftragsbestand auf den Höchstwert von 2,48 Mrd. EUR. Dies entspräche rund einem Jahresumsatz, berichtet das Unternehmen.

Bei den Aufträgen habe Dürr vom starken Wachstum in den Emerging Markets profitiert. Im ersten Quartal fielen 70 Prozent der Bestellungen auf diese Märkte. „Vor allem der chinesische Markt entwickelte sich mit einem Anteil von über 40 Prozent am Auftragseingang sehr gut. Auch in Brasilien investiert die Automobilindustrie verstärkt in zusätzliche Produktionskapazitäten“, wird Dürr-Chef Ralf Dieter in der Unternehmensmeldung zitiert.

Dürr hält an seiner Prognose für das Jahr 2013 fest. So dürfte der Umsatzrückstand aus dem ersten Quartal aufgeholt werden. Im Gesamtjahr soll der Umsatz bei 2,4 bis 2,6 Mrd. EUR und der Auftragseingang bei 2,3 bis 2,5 Mrd. EUR stehen.

Die Maschinenbauer erwarten, dass der Auftragsbestand zum Jahresende bei mindestens zwei  Mrd. EUR liegt. Die EBIT-Marge soll dann zwischen 7,0 und 7,5 Prozent stehen. Das Ergebnis nach Steuern soll in diesem Jahr ansteigen – wiederum auf Basis des verbesserten Finanzergebnisses.

Anleihen Finder Redaktion

Foto: Dürr AG

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