Dürr AG erwirbt Mehrheit an HOMAG Group AG – „Zu erwartende höhere Gewinne werden zu erwartende schlechtere Finanzsituation ausgleichen“ – „Kein Einfluss auf Anleihegläubiger“ – Dürr-Unternehmensanleihen notieren bei 103 Prozent

Donnerstag, 17. Juli 2014


Die Dürr AG möchte alle Anteilsscheine an der HOMAG Group AG erwerben. Was bedeutet das für die Anleihegläubiger der Dürr AG? Der Reihe nach:

Zunächst meldete die Dürr AG den Erwerb von 53,7 Prozent der HOMAG-Aktien. Die hundertprozentige Tochtergesellschaft  Dürr Technologies GmbH habe mit einer Reihe von Großaktionären der HOMAG Group AG (HOMAG) dazu Vereinbarungen getroffen.

Dabei soll neben zwei ungenannten Aktionären mit zusammen elf Prozent die Deutsche Beteiligungs AG 39,5 Prozent und der Aktienpool Schuler/Klessmann drei Prozent ihrer Anteilsscheine an die Dürr verkauft haben. Der Kaufpreis für das Aktienpaket liege laut der Dürr AG  bei 219 Millionen Euro. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen.

Um alle HOMAG-Aktien übernehmen zu können,  bietet Dürr den Aktionären der HOMAG Group AG 26,35 Euro je Aktie an. Die HOMAG Group AG solle als eigenständiger Unternehmensbereich unter der Marke HOMAG im Dürr-Konzern weitergeführt werden, so die Dürr AG.

„Bilanzen werden sich kurzfristig leicht verschlechtern“

Eine solche Transaktion kann sich auf die Finanzlage der Dürr AG auswirken. Im Gespräch mit der Anleihen Finder Redaktion, sagte Ralph Heuwing, Finanzvorstand der Dürr AG: „Wir sehen keinen Einfluss auf die Anleihegläubiger. Die Bilanz- und Finanzrelationen der neuen Dürr-Gruppe werden sich kurzfristig zwar leicht verschlechtern. Durch zu erwartende höhere Gewinne und Cashflows der neuen Gruppe in den Folgejahren werden sich die Bilanz- und Finanzkennziffern schnell wieder an das alte Niveau annähern.“

Kurswert der Dürr-Unternehmensanleihen steigt leicht

Der Kurs der neuen Dürr-Unternehmensanleihe 2014/2021 liegt aktuell bei 103,44 Prozent und zeigt in den letzten Wochen eine steigende Tendenz. Der Kurs der alten Dürr-Unternehmensanleihe 2010/2015 notiert bei 103,20 Prozent und befindet sich nach dem Drei-Monats-Tief vom 08. Juli 2014 (102,4 Prozent) ebenfalls auf dem Weg nach oben.

„HOMAG passt ins Anforderungsprofil“

Inklusive des Erlöses aus der Ende März 2014 platzierten Unternehmensanleihe verfügt der Dürr-Konzern nach eigenen Angaben über eine Liquiditätsausstattung in Höhe von 867 Millionen Euro. Damit könne die Akquisition aus eigenen Finanzmitteln getätigt werden, so das Unternehmen.

Die finanziellen Mittel aus der Mittelstandsanleihe seien aber nicht der Grund für den Aktien-Erwerb, sagt Ralph Heuwing. „Wir haben die Anleihe begeben, um handlungsfähig zu sein. Ausschlaggebend für die Akquisition waren strategische Gründe: Wachstum und Ertragssteigerung. Das Unternehmensprofil von HOMAG passt gut zu Dürr. HOMAG erfüllt die Anforderungskriterien von Dürr an einen Akquisitionskandidaten. Dürr kann seine Stärken wie globale Positionierung, Einkauf, IT oder Prozess-Knowhow einbringen, um gemeinsam mit HOMAG das dort vorhandene Potenzial zu heben.“

„Globalisierung der Wertschöpfung“

HOMAG ist ein Hersteller von Maschinen und Anlagen für die holzverarbeitende Industrie. „Die Akquisition soll das Portfolio von Dürr im Maschinen- und Anlagenbau ergänzen und neue Wachstumsmöglichkeiten erschließen. Im Stammgeschäft mit der Automobilindustrie sind die Wachstumsperspektiven begrenzt, nachdem die Dürr in den letzten Jahren starke Marktanteilsgewinne erzielen konnte. Bei HOMAG wurden in den letzten Jahren strategische Maßnahmen für Wachstum und Wertsteigerung erfolgreich eingeleitet. Diese Maßnahmen sollen in enger Zusammenarbeit mit Dürr weitergeführt und intensiviert werden. Positive Effekte erwarten wir unter anderem durch die Globalisierung der Wertschöpfung, die Optimierung von Prozessen und IT sowie im Einkauf“, so Ralph Heuwing, CFO der Duerr AG.

Anleihen Finder Redaktion. Timm Henecker.

Foto: Dürr AG

Anleihen Finder Datenbank

Unternehmensanleihe der Dürr AG 2010/2015

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