Nachgefragt: Herr Brühöfner, warum rutscht Berentzen in die roten Zahlen?

Freitag, 12. April 2013


Die Berentzen-Gruppe AG verbucht für das letzte Geschäftsjahr einen Verlust von 1,6 Millionen Euro. In 2011 konnte das Unternehmen, das in 2012 eine 50-Millionen-Euro-Mittelstandsanleihe begeben hatte, noch einen Überschuss von 6,2 Millionen Euro erwirtschaften. Das geht aus dem aktuellen Geschäftsbericht des Spirituosen-Herstellers hervor. Die Anleihen Finder Redaktion fragte beim CFO der Berentzen-Gruppe, Ralf Brühöfner (Foto), nach:

Anleihen Finder Redaktion: Aus welchen Gründen kam es zu einem Fehlbetrag? Und wie kam es bei einem EBIT von 2,2 Millionen Euro trotzdem zu einem Verlust von 1,6 Millionen Euro?

Ralf Brühöfner: Berentzen ist operativ nachhaltig profitabel und hat dies mehrere Jahre in Folge bewiesen. Nun wollen wir im Ausland wachsen und haben China, die USA und die Türkei im Fokus – Länder, die über enormes Potenzial verfügen. Dort bauen wir Landesgesellschaften mit eigenen Vertriebsstrukturen auf. Bis zur Erreichung einer kritischen Umsatzgröße werden lokale Anlaufverluste im Konzern zu absorbieren sein. Das war auch im Geschäftsjahr 2012 der Fall, nicht aber 2011. Des Weiteren belasteten massive Preissteigerungen bei den Rohstoffen das Konzernergebnis.

Anleihen Finder Redaktion: Laut Presseberichten soll der Anteil des Auslandsgeschäfts am Umsatz mit Markenspirituosen im letzten Geschäftsjahr von 20 auf 18 Prozent gesunken sein. Wie passt das zu den Expansions-Plänen der Berentzen-Manager – Stichwort Investitionen ins Auslandsgeschäft?

Ralf Brühöfner: Wir haben 2012 beim Konzernumsatz zulegen können, das trifft auch auf das hochprofitable Auslandsgeschäft mit Markenspirituosen zu. Freilich ist das Auslandsgeschäft relativ zum Deutschlandgeschäft – das sich sehr erfreulich entwickelt hat – etwas langsamer gewachsen. Indem wir unsere internationale Präsenz mit Hochdruck ausbauen, wird sich der Auslandsanteil mittelfristig erhöhen.

Anleihen Finder Redaktion: Um das Auslandsgeschäft zu stärken, hatte Berentzen im letzten Geschäftsjahr eine Mittelstandsanleihe mit einem Volumen von 50 Millionen Euro begeben. Wie sind die Anleihe-Millionen investiert worden?

Ralf Brühöfner: Ein Teil der eingeworbenen Mittel wurde bereits für die Finanzausstattung der jungen Vertriebsgesellschaften in China und der Türkei verwendet. Aktuell finalisieren wir die individuellen Länderstrategien bzw. deren Erfolgsmuster und werden, sofern sinnvoll, noch im laufenden Geschäftsjahr weitere Anleihemittel auf die Entwicklung internationaler Vertriebs- und Marketingkonzepte verwenden.

Parallel hierzu prüfen wir mögliche Akquisitionen vorrangig ausländischer Unternehmungen. Trotz guter Liquiditätsausstattung des Konzerns werden wir dabei keinem Investitionsdruck nachgeben und die vorhandenen Barmittel umsichtig verwenden: Wir suchen Objekte, die Wachstumspotenziale bieten und zu Berentzen passen.

Anleihen Finder Redaktion: Herr Brühöfner, vielen Dank für das Gespräch!

Anleihen Finder Redaktion

Fotos: Berentzen-Gruppe AG

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