Anleihen-Barometer: 3,5 Sterne für Bergwerk-Anleihe (A2YN7A) der Saxony Minerals & Exploration – SME AG

Dienstag, 22. Oktober 2019


Analyse: Im aktuellen Mittelstandsanleihen-Barometer zur 7,75%-Anleihe der Saxony Minerals & Exploration – SME AG (WKN A2YN7A) vergeben die Analysten der KFM Deutsche Mittelstand AG 3,5 von 5 möglichen Sternen ein.

Zur Begründung der Analysten: „Deutschland ist ein großer Verbraucher von Wolfram. Die Revitalisierung der Vorkommen im traditionellen Erzabbaugebiet Erzgebirge ist somit von großer strategischer Bedeutung für die Versorgungssicherheit in Deutschland. Zudem kann im Bergwerk in Pöhla auf eine bestehende nutzbare Infrastruktur, ein ausgeprägtes Stollensystem und auf Erkundungsergebnisse aus engmaschigen Bohrungen der SDAG Wismut zurückgegriffen werden, deren Gegenwert nach heutigen Kosten im hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich liegen würde. SME hat seit 2016 signifikant in die bestehende Bergbauinfrastruktur investiert, insbesondere in einen ersten Schacht sowie in eine Pilotaufbereitungsanlage, über die seit Sommer 2019 erste Roherze verarbeitet werden.“

In Verbindung mit der Rendite von 7,75% p.a. sei die SME AG-Anleihe „durchschnittlich attraktiv mit positivem Ausblick“, so die KFM-Analysten.

SME-Anleihe 2019/25

ANLEIHE CHECK: Die aktuell emittierte nicht nachrangige und unbesicherte Anleihe der Saxony Minerals & Exploration – SME AG mit einem Emissionsvolumen von bis zu 30 Mio. Euro und einer Stückelung von 1.000 Euro ist mit einem Zinskupon von 7,75% p.a. (Zinstermin jährlich am 01.11.) ausgestattet und hat eine Laufzeit vom 01.11.2019 bis zum 01.05.2025. Die Anleihe soll nach Abschluss der Zeichnungsphase im Freiverkehr der Börse Frankfurt notiert werden.

Anleihebedingungen: Vorzeitige Kündigungsmöglichkeiten nach Wahl der Emittentin sind in den Anleihebedingungen ab dem 01.11.2021 zu 104%, ab 01.11.2022 zu 103% und ab 01.11.2023 zu 101% des Nennwertes vorgesehen. In den Anleihebedingungen verpflichtet sich die Emittentin zur Einhaltung einer Mindest-Eigenkapitalquote von 25% und einer Vermögensdeckungsquote von mindestens 300%, zur Hinterlegung der für die beiden ersten Zinszahlungen benötigten Beträge auf einem Treuhandkonto sowie zu einer Ausschüttungsbeschränkung.

Lesen Sie dazu auch: „Saxony Minerals & Exploration ist der einzige Produzent und Lieferant von Wolfram aus Deutschland“ – Interview mit SME-Vorstand Klaus Grund

Finanzkennzahlen für die nächsten sechs Jahre bis 2025

Für die Förderung in Pöhla sind noch Investitionen für den Bau einer Rampe / Vortrieb, Energieanbindung, Gestein-Aufbereitungsanlage etc. von ca. 20,5 Mio. Euro erforderlich, die sich über die Jahre 2020 und 2021 erstrecken. Für die Jahre 2019 bis 2021 rechnet das Unternehmen aufgrund der Anlaufphase mit negativen Jahresergebnissen. Diese Phase wird laut KFM-Analyse aufgrund der derzeit hohen Cash-Reserven leicht überbrückt werden können. Die Gesellschaft verfügt derzeit über 12,7 Mio. Euro Eigenkapital, eine geplante zusätzliche Kapitalerhöhung in Höhe von 1,6 Mio. Euro führt dann zu einem wirtschaftlichen Eigenkapital von 14,3 Mio. Euro, was einer Eigenkapitalquote von 18% entspricht. Mit der Anleihe in Höhe von 30 Mio. Euro stehen der Gesellschaft dann insgesamt 32,8 Mio. Euro Liquidität zur Verfügung. Nach Abzug der o.g. Investitionen verfügt man mittelfristig über einen auskömmlichen Liquiditätspuffer von ca. 9,85 Mio. Euro bis Ende 2021.

Für das Jahr 2022 erwartet die SME AG bei 75% Auslastung bereits Umsatzerlöse von insgesamt ca. 32 Mio. Euro. Der Zinsdeckungsgrad (EBIT / Zinslast) soll dann 3,4 betragen. Bei Vollauslastung in den Jahren 2023 und 2024 betragen die Umsatzerlöse ca. 42,5 Mio. Euro. Der Zinsdeckungsgrad soll dann jeweils komfortable 7,5 betragen. Die Kennzahl „Finanzschulden (Debt)/EBITDA“ soll für 2022 nach der Planung 3,3 betragen und sich in den Folgejahren auf nur noch 1,6 abbauen. Die Eigenkapitalquote sollte Ende 2024 auf ca. 56% angewachsen sein, nachdem sie zum Ende 2021 vorübergehend auf ca. 5% sinkt. Die Vermögensdeckungsquote (gesicherte Reserven plus Liquidität / Finanzschulden) liegt schon jetzt für das Jahr 2019 bei 2.129%. Diese bleibt mit ca. 2.175% fast unverändert bis 2024.

Im Jahr 2025 geht die Emittentin davon aus, die Anleihe allein aus den kumulierten Cashflows zurückzuzahlen.

Saxony Minerals & Exploration – SME AG

Die Emittentin Saxony Minerals & Exploration – SME AG mit Sitz in Halsbrücke (Sachsen) wurde im März 2011 gegründet, um den Bergbau im Erzgebirge zu revitalisieren. So kann das Unternehmen zur Förderung der als versorgungskritisch eingestuften Rohstoffe Wolfram und Fluorit auf umfangreiche Dokumentationen der Erzvorkommen aus früherer DDR-Zeit zurückgreifen, die wegen der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten zunächst nicht weiterverfolgt wurden. Die Erkundung war damals sehr weit fortgeschritten. So ist die genaue Lage der Vorkommen in bis zu 400 Meter (eine erste eigene Bohrung abgesetzt bis 176 Meter) Tiefe bekannt; sogar ein relativ weit verzweigtes Stollensystem (insgesamt 16 km) innerhalb der mineralhaltigen Gesteinsschichten ist bereits aus damaliger Zeit vorhanden. Ein Abbau hat bisher nicht stattgefunden, die „Filetstücke“ sind noch vorhanden. Die SME AG ist somit in der komfortablen Lage hieran anzuknüpfen. Aufgrund der früheren und nun auch eigenen Explorationsergebnisse sind gesicherte Vorkommen („proven & probable“) an Wolframkonzentrat von ca. 12.600 Tonnen, an Fluoritkonzentrat von ca. 225.000 Tonnen und an Zinnkonzentrat von ca. 12.500 Tonnen bekannt. Der Abbau von Zinn steht zunächst nicht im Fokus. Allein bei einer für das Jahr 2022 geplanten zunächst 75%igen Auslastung können voraussichtlich 900 Tonnen aufbereitetes Wolfram und ca. 16.000 Tonnen Fluorit gewonnen werden. Ab dem Jahr 2023 sollen bei voller Auslastung jährlich ca. 1.200 Tonnen Wolfram gefördert werden, Fluorit ca. 21.000 Tonnen. Wolfram wird in den „High-Tech“ Branchen wie Luft- und Raumfahrt und Autoindustrie u.a. benötigt. Die Lebensdauer der Mine in Pöhla, deren Abbau zu allererst im Vordergrund steht, wird auf ca. 17 Jahre veranschlagt. In den letzten Jahren hat die Gesellschaft alle notwendigen behördlichen Genehmigungen dafür erhalten. Die Gesellschaft verfügt derzeit über drei weitere lizenzierte Abbaugebiete im Erzgebirge bis in das Jahr 2023.

Ziel ist es, zunächst die erzhaltigsten und wertvollsten Vorkommen abzubauen, um schon in der Anfangsphase hohe Cashflows zu generieren und somit die Profitabilität und den Fortbestand der Gesellschaft zu sichern. Der Marktpreis für Wolfram belief sich im Durchschnitt der letzten fünf Jahre bei 29.300 USD pro Tonne. Für Fluorit bzw. Flussspat liegen die Marktpreise derzeit bei ca. 500 USD pro Tonne, Zinn liegt bei ca. 19.600 USD pro Tonne. Der Erzgehalt bei Wolfram ist in der Mine Pöhla mit 0,45% pro Tonne Gestein weltweit einer der höchsten Werte. Fluorit kommt auf einen Erzgehalt von 9,2%, Zinn von 0,33%. Unter Berücksichtigung der Marktwerte haben die Reserven nach dem externen Gutachten nach Maßgabe der Vorschrift NI43-101 für Wolfram einen Wert von 368 Mio. USD (sog. „Reservewert“). Der Reservewert für Fluorit beträgt auf Basis der relativ gesicherten Vorkommen 112 Mio. USD und der für Zinn 247 Mio. USD.

Anleihen Finder Redaktion.

Fotos: SME AG

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