„Sind zurückhaltender bis ablehnend bei Emittenten, die Transparenz und Nachhaltigkeit nicht ausreichend bedienen“ – Interview mit Hans-Jürgen Friedrich, KFM Deutsche Mittelstand AG

Mittwoch, 19. Mai 2021


Der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS (DMAF) gilt schon lange als bedeutendster Fonds des KMU-Anleihen-Segmentes. Seit Auflegung im November 2013 konnte der von der KFM Deutsche Mittelstand AG initiierte DMAF seinen Anleger jedes Jahr mehr als 4% Rendite ausschütten. Vor rund einem Jahr hat die KFM Deutsche Mittelstand AG schließlich – analog zum Erfolgsmodell DMAF – den Europäischen Mittelstandsanleihen FONDS (EMAF) ins Leben gerufen. Wir haben mit dem Vorstandsvorsitzenden der KFM, Hans-Jürgen Friedrich, über die Entwicklung der beiden Fonds, die Pandemie-Auswirkungen am Anleihemarkt sowie über Nachhaltigkeits- und Transparenzkriterien gesprochen. 

Anleihen Finder: Sehr geehrter Friedrich, welches Zwischenfazit ziehen Sie nach einem Jahr „Europäischer Mittelstandsanleihen FONDS (EMAF)“?

Hans-Jürgen Friedrich: Wir starteten mit dem Europäischen Mittelstandsanleihen FONDS im April des letzten Jahres inmitten der Corona-Pandemie. In einem höchst turbulenten Umfeld, in dem Aktien- und Anleihenmärkte völlig verunsichert waren. Dennoch vertrauten private und institutionelle Investoren dem Konzept des Europäischen Mittelstandsanleihen FONDS. Innerhalb eines Jahres konnte ein Fondsvolumen von rund 20 Mio. Euro aufgebaut werden. Der europäische Mittelstandsanleihen FONDS konnte die geplanten Ertragsziele erwirtschaften. Bereits im letzten Jahr wurden den Anlegern aus dem aufgelaufenen ordentlichen Nettoertrag einen Betrag in Höhe von 0,63 Euro je Anteilsschein ausgeschüttet. Die Zwischenausschüttung wurde durchgeführt, um im Rahmen der Investmentsteuervorschriften den sogenannten Vorabsteuerbetrag für die Anleger nicht belasten zu müssen. Am 25. Mai werden den Anlegern für das abgelaufene Geschäftsjahr weitere 3,20 Euro ausgeschüttet. Bezogen auf den Ausgabepreis von 100,00 Euro pro Anteilsschein erhält der Anleger eine Gesamtausschüttung in Höhe von 3,83 Euro. Auch die anderen wichtigen Kennziffern zum Europäischen Mittelstandsanleihen FONDS haben sich erfreulich entwickelt, so konnte seit Auflage bereits eine Wertentwicklung von 7,62% erzielt werden. Insgesamt also ein gutes erstes Jahr für die Anleger des Europäischen Mittelstandsanleihen FONDS.

Anleihen Finder: Auch beim Flaggschiff Deutscher Mittelstandsanleihen FONDS (DMAF) konnten Sie erneut ihre Zielausschüttungen vornehmen – spricht das sowohl für das KFM-Scoring als auch für den kapitalmarktorientierten Mittelstand?

Hans-Jürgen Friedrich: Es spricht insgesamt für die positive Entwicklung des Mittelstandsanleihen-Segmentes. Das Anleihen-Universum für den Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS ist seit 2013 von 50 Mrd. Euro auf derzeit rund 190 Mrd. Euro angewachsen. Für den Europäischen Mittelstandsanleihen FONDS liegt das Emissionsvolumen relevanter Anleihen bei rund 400 Mrd. Euro. Mit dem KFM-Scoring verfügen wir über ein Auswahl- und Überwachungsverfahren, dass uns dabei hilft, die Spreu vom Weizen zu trennen.

Anleihen Finder: Wo unterscheiden sich DMAF und EMAF – außer bei Volumen und Anlageuniversum? Welche Zielvolumen sollen am 31.12.2021 bei den FONDS erreicht werden?

Hans-Jürgen Friedrich: Sie haben Recht. Der Deutsche und der Europäische Mittelstandsanleihen FONDS unterscheidet sich in erster Linie durch den geografischen Schwerpunkt der zu investierenden Unternehmen. Wie bei dem Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS stehen bei seinem europäischen Bruder die mittelständisch geprägten Unternehmen im Vordergrund. Mit diesem Anlagekonzept erweitern wir die Auswahlmöglichkeit, nutzen die europäische Vielfalt mittelständischer Unternehmen und können ein noch breiter diversifiziertes Portfolio anbieten. Im Fokus stehen Unternehmen aus den starken europäischen Volkswirtschaften wie Deutschland, Frankreich, Benelux oder Skandinavien. Bei der Auswahl der Investments stehen die Unternehmen, bei denen eine Verbesserung der Bonität in den kommenden Jahren greifbar ist. Der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS hat einen längeren Track-Record. Er befindet sich nun im achten Jahr, während der Europäische Mittelstandsanleihen FONDS sein zweites Jahr begonnen hat. Beide Fonds haben mit einer breiten Streuung aus verschiedenen Branchen mit unterschiedlichen Laufzeiten aus Deutschland und Europa ein solides Fundament aufgebaut, um die angestrebte Wertentwicklung, die über der Rendite von 5- jährigen Bundesobligationen liegen soll, auch künftig zu erreichen. Bislang konnten die Ertragsziele jedes Jahr übertroffen werden.

Die Mittelstandsanleihen-Fonds haben viele Gemeinsamkeiten. Sie folgen der strategischen Ausrichtung nach Rendite, Sicherheit, Transparenz und Nachhaltigkeit. Bis zum Jahresende streben wir für den Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS ein Volumen von 250 Mio. Euro und für den Europäischen Mittelstandsanleihen FONDS ein Volumen von 50 Mio. Euro an.

  Datenbasis per 14.05.2021*Deutscher Mittelstands-Anleihen Fonds – Anteilsklasse M (WKN: A1W5T2)
Europäischer Mittelstands-Anleihen Fonds – Anteilsklasse R (WKN: A2PF0P)
Auflagedatum02.12.201301.04.2020
Fondsvolumen207,2 Mio. Euro24,04 Mio. Euro
Erstausgabepreis50,00 Euro100,00 Euro
Anteilspreis47,14 Euro106,36
Letzte Ausschüttung2,20 Euro am 24.03.2021Erfolgt am 25.05.2021
Wertentwicklung seit Auflage29,56%7,62%
Wertentwicklung seit Auflage p.a.3,53% p.a.6,79% p.a.
Durchschnittskupon6,00%5,69%
Durchschnittliche Kapitalbindungsdauer2,33 Jahre2,11 Jahre
Ausschüttungsrendite nach Kosten*4,34%vsl. 3,83%
AusschüttungsintervallJährlich im März eines JahresJährlich im Mai eines Jahres
Berücksichtigung der NachhaltigkeitsrisikenJa – gem. Art. 8 der EU-OffenlegungsverordnungJa – gem. Art. 8 der EU-Offenlegungsverordnung
BörsennotizFrankfurt, Stuttgart, Hamburg, München, Berlin, Düsseldorf, Tradegate, Gettex, QuotrixHamburg, München, Gettex
Ausgabeaufschlag (entfällt beim Kauf über die Börse)Einmalig bis zu 3%Einmalig bis zu 3%
Risiko (KIID) (1= geringes Risiko bis 7 = hohes Risiko)33
SparplanfähigJaJa

* Bezogen auf den Ausgabebetrag je Fondsanteil von 100 Euro beim Europäischen Mittelstandsanleihen FONDS und dem Kurs zu Jahresanfang 2020 in Höhe von 50,68 Euro beim Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS. Berechnung der Wertentwicklung nach BVI-Methode. Die Bruttowertentwicklung berücksichtigt die auf Fondsebene anfallenden Kosten (z. B. Verwaltungsvergütung), ohne die auf Anlegerebene ggf. anfallenden Kosten (z.B. Ausgabeaufschlag und Depotgebühren) einzubeziehen. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung

Anleihen Finder: Sowohl der DMAF als auch der EMAF haben ihre Portfolien in den vergangenen Monaten mit zahlreichen neuen Anleihen aufgestockt. Wie ist die Situation derzeit am Markt? Gibt es viele interessante Emittenten, die sich gut durch die Krise manövriert haben?

Hans-Jürgen Friedrich: Wir stellen in unserem Managementgesprächen mit den Emittenten und in der Zusammenarbeit mit den emissionsbegleitenden Banken fest, dass die Mehrzahl der kapitalmarktorientierten mittelständischen Unternehmen die Coronakrise gut bewältigen konnten. Es zeigte sich in der Krise, wie flexibel mittelständische Unternehmen auf die Herausforderungen reagiert und die richtigen Entscheidungen getroffen haben. Die befürchtete Pleitewelle bei den kapitalmarktorientierten mittelständischen Unternehmen ist bislang ausgeblieben. Parallelen zu der Zeit nach der Finanzkrise sind jetzt schon deutlich erkennbar. Damals konnte insbesondere der Mittelstand sehr schnell an die erfolgreiche Entwicklung anknüpfen. Die Datenlage stimmt zuversichtlich, dass dies dem Mittelstand erneut gelingt.

„Die befürchtete Pleitewelle bei den kapitalmarktorientierten mittelständischen Unternehmen ist bislang ausgeblieben“

Die Anzahl neuer Emittenten, die den Kapitalmarkt betreten, steigt kontinuierlich an. Einige Emittenten, haben im vergangenen Jahr ihre geplante Anleihen-Emission aufgrund der Pandemie in dieses Jahr verschoben. Wir rechnen im Jahresverlauf mit weiteren Emissionen. Sowohl von bekannten als auch neuen Adressen.

Anleihen Finder: Was erwarten Sie generell für den Anleihemarkt in Deutschland in den kommenden Jahren – auch im Hinblick auf bevorstehende Finanzierungs-Regularien?

Hans-Jürgen Friedrich: In den nächsten Jahren werden mittelständische Unternehmen den Kapitalmarkt stärker nutzen als in der Vergangenheit. Sowohl mit der Ausgabe von Aktien sowie von Anleihen. Die EU-Kommission will das Ökosystem der Kapitalmärkte auf der Grundlage der „Bildung der Kapitalmarktunion“ verbessern. Neue Regelwerke sollen dabei helfen, dass mittelständische Unternehmen die Eintrittsbarrieren an den Kapitalmärkten leichter überwinden können. Auf der anderen Seite soll es privaten, semiprofessionellen und institutionellen Anlegern leichter gemacht werden, in Aktien und Anleihen von mittelständischen Unternehmen investieren zu können. Aus meiner Sicht ein richtiger Schritt. Denn die Kreditvergaberichtlinien der Banken werden durch „BASEL IV“ ein weiteres Mal verschärft. Die Einführung von „BASEL IV“ wurde wegen der Pandemie auf 2023 verschoben und verschafft den mittelständischen Unternehmen Handlungsspielraum, um sich auf diese Veränderung vorzubereiten. Alternative Finanzierungsbausteine wie z. B. Anleihen, die zum Teil Kredite von Banken ersetzen und die Gesamtfinanzierung des Unternehmens sicherstellen, werden weiter an Bedeutung gewinnen. Für die Emission von Aktien- und Anleihen spielt die Transparenz eine zentrale Rolle. Mit der EU-Offenlegungsverordnung, die seit dem 10. März dieses Jahres Einzug gehalten hat, werden Emittenten von Kapitalmarktanlageprodukten noch stärker in die Pflicht genommen, für Transparenz zu sorgen. Die umfängliche Transparenz ist wiederum die Basis für die Geeignetheitsprüfung für die in Frage kommende Geldanlage. Sowohl der Deutsche als auch der Europäische Mittelstandsanleihen FONDS haben sich dieser Transparenz von Anfang an verpflichtet. Im halbjährlichen Rhythmus werden seit 2019 zusätzlich durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rödl & Partner beide Fonds hinsichtlich der Einhaltung der Transparenzvorschriften geprüft. Die Testate bestätigen die Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen und sind auf den Internetseiten des Fonds abrufbar. Die anerkennenden Rückmeldungen von Anlageberatern und Investoren bestätigen unsere gelebte Transparenz.

INFO: Hier finden Sie weitere Informationen zum DMAF

INFO: Hier finden Sie weitere Informationen zum EMAF

Anleihen Finder: Erwarten Sie noch Ausfälle aufgrund der Pandemie-Auswirkungen für Anleihen in Ihren Portfolien? Anders gefragt: Gibt es Sorgenkinder oder haben Sie sich dieser entledigt?

Hans-Jürgen Friedrich: Im Kapitalmarkt kommt es besonders darauf an, vorhandene Informationsasymmetrien aufzulösen. Das gelingt nur, wenn die Emittenten die geforderte Transparenz liefern und mit einer intensiven Recherche-Arbeit. Auf dieser Basis können wir als Fondsinitiator und Fondsberater für das Asset-Management die Auswahl und die fortlaufende Überwachung gewährleisten. Das KFM-Scoring liefert hierfür Handlungsempfehlungen. Seit Beginn der Pandemie wurde daher die eine oder andere Anleihe verkauft und andere in das Portfolio aufgenommen. Wichtig ist, dass das Risikoprofil der ausgewählten Anleihen für die Aufnahme und das Halten im Portfolio der Mittelstandsanleihen-FONDS geeignet ist.

„’Sorgenkinder‘ können meist erst im Nachhinein identifiziert werden“

„Sorgenkinder“ können meist erst im Nachhinein identifiziert werden. Vor allem dann, wenn von dem Emittenten bewusst falsche Informationen übermittelt wurden und diese nicht aufgedeckt werden konnten. Dann sind Anwälte gefordert, die die Rechte der Anleihegläubiger vertreten, um einen Schadensfall so gering wie möglich ausfallen zu lassen. Mit einem breit gestreuten Portfolio, einem überdurchschnittlichen Zinssatz und einer sorgfältigen Portfolio- und Risikosteuerung lassen sich etwaige Kursverluste kompensieren. Das aktive Fondsmanagement lässt sich auch bei der Kursentwicklung des Anteilspreises des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS gut nachvollziehen. Wir freuen uns ganz besonders darüber, dass die Managementleistung für den Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS das dritte Mal in Folge von den Fondsanalysten der GBC mit dem „Fonds-Champion“ prämiert wurde.

Anleihen Finder: Neben der umfangreichen Transparenz legen Sie bei Ihren Fonds verstärktes Augenmerk auf das Thema Nachhaltigkeit – inwiefern kontrollieren Sie das und warum wird das Thema zukünftig immer wichtiger?

Hans-Jürgen Friedrich: Seit 2018 werden bei der Auswahl von geeigneten Investments die Nachhaltigkeitsrisiken berücksichtigt. imug | rating – eine der führenden Nachhaltigkeitsrating-Agenturen in Deutschland – führte für die KFM Deutsche Mittelstand AG zum dritten Mal in Folge einen Portfoliocheck für den Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS durch. Im Portfoliocheck wurde analysiert, inwieweit die im Kern- und Liquiditätsportfolio des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS enthaltenen Titel gängigen Anforderungen des nachhaltigen Finanzmarktes entsprechen. Mit dieser Überprüfung ergänzt das Fondsmanagement des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS das KFM-Scoring und berücksichtigt bei der qualitativen Analyse der Emittenten relevante Nachhaltigkeitsaspekte, die eine materielle Auswirkung auf die Performance einer Finanzanlage haben können.

Im Fokus steht die Bewertung aller Portfoliotitel nach den am Markt für nachhaltige Geldanlagen anerkannten Nachhaltigkeitsaspekten, mit besonderem Augenmerk auf relevante ESG-Risiken. Dazu gehört insbesondere der Ausweis von Aktivitäten in kontroversen Geschäftsfeldern und von signifikanten Kontroversen im Zusammenhang mit schwerwiegenden bzw. systematischen Verstößen gegen internationale Nachhaltigkeitsnormen, ebenso wie eine Analyse der Titel in Bezug auf erbrachte ESG-Leistungen und die Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen mit positiver Nachhaltigkeitswirkung.

Das Portfolio des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS wird von imug | rating unter Berücksichtigung einschlägiger Nachhaltigkeitskriterien als neutral bis positiv und als nahezu frei von ESG-Risiken klassifiziert und testiert, dass der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS für nachhaltigkeitsorientierte Anleger geeignet ist.

Anleihen Finder: Haben sogenannte Green Bonds somit eine größere Chance in die FONDS-Portfolien zu gelangen als herkömmliche Anleihen?

Hans-Jürgen Friedrich: Wie bereits erwähnt, kommt es bei der Auswahl darauf an, dass das Ertrags- und Risikoprofil der in Frage kommenden Anleihen für die Mittelstandsanleihen FONDS geeignet ist. Wenn der Nachhaltigkeits-Check in der Zusammenarbeit mit imug | rating positiv abschließt und der Zinskupon das eingegangene Risiko angemessen bezahlt, haben „Green-Bonds“ grundsätzlich eine größere Chance in das Portfolio aufgenommen zu werden. Wir stellen aber auch hier fest, dass ein detaillierter Blick bei „Green-Bonds“ nötig ist. Was eine grüne Anleihe auszeichnet, regeln die „Green Bond Principles“ (GBP), die von dem in Zürich sitzenden Branchenverband International Capital Markets Association (ICMA) verfasst wurden.  Allerdings sind die GBP nicht bindend und der Begriff Green Bond ist nicht geschützt. Daher muss genau geprüft werden, ob es sich um ein Investment handelt, dass frei von Nachhaltigkeitsrisiken ist.

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Anleihen Finder: Sie hatten zu Jahresbeginn mit der DZ Bank und der Monega neue Partner für das Fondsmanagement präsentiert. Wie erweist sich die Zusammenarbeit und welchen Mehrwert haben Sie damit bislang erzielt?

Hans-Jürgen Friedrich: Die Zusammenarbeit mit beiden Adressen ist für uns ein weiterer Fortschritt nach mehr Professionalität. Ein hochwertiges Investment wie die Anlage in Mittelstandsanleihen setzt ein professionelles Management aller Tätigkeiten voraus. Mit der MONEGA unterstützt uns eine erfahrene Kapitalanlagegesellschaft, die mit 34 Mitarbeitern derzeit 88 verschiedene Fonds-Portfolien mit einem Gesamtvolumen von 6,3 Mrd. Euro verwaltet. Die MONEGA wurde 1999 gegründet, ist über ihre Gesellschafter sehr gut im Versicherungs- und Bankenwesen verwurzelt und verfügt über langjährige Expertise in diesen Bereichen. Die DZ Bank AG und der DZ Privatbank S.A. in Luxembourg stehen für die beiden Mittelstandsanleihen FONDS als Depotbanken zur Betreuung des Fondsvermögens zur Verfügung. Die Verwahrstellen-Experten der DZ BANK-Gruppe betreuen aktuell ein konsolidiertes Fondsvermögen von rund 374 Milliarden Euro. Entsprechend professionell sind sie aufgestellt. Der Mehrwert der Zusammenarbeit mit beiden Adressen zeigt sich vor allem im Fachwissen und in der Erfahrung bei Investments in den Mittelstand. Nach meiner Einschätzung kommt diese Expertise auch bei der Auswahl und der Überwachung der Anleihen den Fondsanlegern zugute.

Monega und DZ BANK haben das „Mittelstands-Gen“ in ihrem Geschäftsmodell verankert. Kundennähe, kurze und unbürokratische Prozesse, intakte Netzwerke, Flexibilität und hohe Innovationsgeschwindigkeit sind nach meiner Meinung ein wichtiges Fundament, um den Wünschen der Anleger gerecht zu werden. Effizienzsteigerungen in den Prozessabläufen werden konsequent umgesetzt. Damit lassen sich auch Kosten in der Fondsverwaltung reduzieren. Ein Mehrwert, der sich in Zukunft auch für die Anleger positiv bemerkbar machen wird.

Anleihen Finder: Welche Branchen sehen Sie nach der Pandemie besonders im Vorteil? In welchen Bereichen sind Sie – auch als Fondsmanager – zurückhaltender?

„Die Pandemie hat bei Unternehmen und in der Politik Versäumnisse der Vergangenheit sichtbar gemacht“

Hans-Jürgen Friedrich: Wie mit einer Lupe hat die Pandemie bei allen Unternehmen und auch in der Politik die Versäumnisse der Vergangenheit sichtbar gemacht. Generell kann festgestellt werden, dass sich branchenübergreifend viele mittelständische Unternehmen, mit den Zukunftsthemen intensiv auseinandergesetzt haben. Sie haben bereits vor der Pandemie strategische, richtungsweisende Entscheidungen getroffen und ihr Geschäftsmodell auf künftige Marktentwicklungen gut ausgerichtet. Zurückhaltender bis ablehnend sind wir grundsätzlich bei den Emittenten eingestellt, die die Transparenz nicht liefern und das Thema Nachhaltigkeit nicht in dem Maße bedienen, wie es gefordert wird. Grundsätzlich ließ sich zur Hochzeit der Pandemie allerdings ein ähnliches Branchenverhalten feststellen, wie auch in Phasen eines normalen wirtschaftlichen Abschwungs, in den zyklische Unternehmen erfahrungsgemäß stärker betroffen sind als Antizyklische.

Anleihen Finder: Warum macht es Ihrer Meinung gerade jetzt für Privatanleger Sinn, in den DMAF oder den EMAF zu investieren?

Hans-Jürgen Friedrich: Nach wie vor werden von privaten Anlegern Festgelder und Spareinlagen genutzt. Zum Ende des Jahres 2020 belief sich die Höhe der Einlagen der Kunden bei den Banken hierzulande auf rund 2,5 Billionen Euro. Die Spareinlagen sind in Deutschland auf rund 566,8 Mrd. Euro gewachsen. In dem aktuellen Null- und Negativ-Zinsumfeld und den temporären, inflationären Tendenzen sind private Anleger regelrecht in einer Zwickmühle. Die Zinserträge decken nicht die Inflation und die Banken gehen dazu über, Verwahrentgelte zu berechnen. Anleger sind gut beraten zu handeln. Mit einer Umschichtung eines Teilvermögens von den Spareinlagen oder den Festgeldanlagen in geeignete Fonds, können jährliche Erträge generiert werden, die zumindest für einen Vermögenserhalt sorgen. Mit dem Deutschen und dem Europäischen Mittelstandsanleihen FONDS stehen zwei alternative Zinsbausteine zur Verfügung. Die Fonds eignen sich insbesondere für die Anleger, die an den attraktiven Renditen von Mittelstandsanleihen partizipieren wollen, auf Transparenz und Nachhaltigkeit achten und das Risiko eines Einzelinvestments nicht eingehen wollen.

Anleihen Finder: Herr Friedrich, besten Dank für das Gespräch.

Anleihen Finder Redaktion.

Foto: pixabay.com

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