Was ist bei der Homann Holzwerkstoffe GmbH los? – Chef Fritz Homann: „Negative Berichterstattung ist unzutreffend“ – „Verkauf von strategisch nicht im Fokus stehender Vermögensteile geplant“ – „2014 zwar mit Verlusten, aber verbessertem operativem Ergebnis“ – Anleihe-Kurs bei 78,5 Prozent

Freitag, 9. Januar 2015
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Die Homann Holzwerkstoffe GmbH
wehrt sich gegen aktuelle Presseberichte in Bezug auf die Eigenkapitalposition sowie die Entwicklung des operativen Geschäfts. Die negative Berichterstattung könnte nach Meinung der Emittentin Anleger beunruhigen und zu Kurs-Einbrüchen geführt haben.

„Die derzeit negative Presseberichterstattung vermittelt ein unzutreffendes Bild der Homann Holzwerkstoffe GmbH-Gruppe“, so Fritz Homann, Geschäftsführer der Homann Holzwerkstoffe GmbH.

Der Homann-Chef bezieht sich in seinen Aussagen unter anderem auf einen „Euro am Sonntag“-Artikel auf der Nachrichten-Aggregations-Plattform finanzen.net, wonach die Schuldenlast des Unternehmens sehr hoch sei und der mögliche Vermögensverkauf eine Gefahr für die Anleger darstelle.

Geschäftsjahr 2014 mit Verlusten

Nach eigenen Angaben habe die Homann Holzwerkstoffe GmbH das Geschäftsjahr 2014 gemäß vorläufigen Zahlen bei Umsatz und operativem Ergebnis „über Vorjahr abgeschlossen“. Genauere Zahlen wurden aber nicht bekannt gegeben. Homann erwarte für das Geschäftsjahr 2015 eine weitere deutliche Verbesserung der Profitabilität. Dazu solle auch der Verkauf von nicht betriebsnotwendigem Vermögen beitragen, der derzeit geprüft werde.

Statement von Fritz Homann

Der Anleihen Finder Redaktion gab Fritz Homann ein ausführliches Statement zur gegenwärtigen Situation:

„Mit der planmäßigen Inbetriebnahme unseres neuen Werkes in Krosno (Polen) unternehmen wir einen strategisch wichtigen Schritt für unser Unternehmen, um unsere Effizienz und unsere Ertragskraft zu erhöhen. Die wesentlichen Bauarbeiten sind bereits abgeschlossen, sodass wir – exakt wie geplant – Ende des 1. Quartals 2015 mit dem Betrieb im Dreischicht-Rhythmus beginnen können.

Parallel dazu haben wir eine umfassende Analyse verschiedener Produktions- und Unternehmensteile durchgeführt und dabei verschiedene Ansatzpunkte identifiziert, mit denen wir unsere internen Prozesse verschlanken können und die uns dabei helfen sollen, uns auf den Kern unseres Unternehmens zu konzentrieren: Die Entwicklung und Produktion von dünnen, veredelten Holzfaserplatten für die Möbel-, Türen-, Beschichtungs- und Automobilindustrie.

Ein Ergebnis unserer Analyse ist die Veräußerung strategisch nicht im Fokus stehender Vermögensteile. Ich bin zuversichtlich, dass wir bereits im 1. Quartal 2015 Fortschritte in diesem Bereich erzielen und gewissermaßen als Nebeneffekt sowohl unsere Eigenkapitalbasis stärken und direkte Liquiditätseffekte generieren werden.

Für das Jahr 2014 erwarten wir wie bereits kommuniziert ein negatives Ergebnis, werden uns aber im Rahmen unserer Prognosen bewegen und Umsatz und das operative Ergebnis gegenüber 2013 verbessern“, so Fritz Homann im Gespräch mit der Anleihen Finder Redaktion.

Homann-Anleihe

Im Jahr 2012 hatte die Homann Holzwerkstoffe GmbH eine 50-Millionen-Euro-Anleihe begeben, die in den Folgejahren um weitere insgesamt 50 Millionen Euro aufgestockt wurde.

Aktuell liegt der Kurs der Homann-Anleihe bei 78,5 Prozent (Stand: 09.01.2015, 16.30 Uhr). Heute Morgen fiel der Kurs zeitweise auf 60,00 Prozent, stieg danach allerdings wieder stark auf das jetzige Niveau an.

Der Anleihe-Kurs lag zu Beginn des Jahres noch über der 90-Prozent-Marke, musste aber in den vergangenen Tagen auch aufgrund verschiedener Medienberichte erhebliche Verluste einstecken. In den vergangenen sechs Monaten pendelte der Kurswert des Homann-Minibonds relativ konstant zwischen 90 und 98 Prozent.

Wechsel in der Geschäftsführung

Homann Holzwerkstoffe GmbH teilte mit, dass sich das Unternehmen und Jan-Peter Nissen, Mitglied der Geschäftsführung, zum 31. Dezember 2014 im gegenseitigen Einvernehmen getrennt hätten. Jan-Peter Nissen werde sich künftig anderen unternehmerischen Vorhaben zuwenden. Seit Mai 2014 war Nissen Mitglied der Geschäftsführung der Homann Holzwerkstoffe GmbH und der Homanit Holding GmbH und bekleidete die damals neu geschaffene Position des CFO.

„Wir danken Herrn Nissen für seine Tätigkeit in der Homann Holzwerkstoffe-Gruppe und wünschen ihm alles Gute für seine berufliche Zukunft. In der Geschäftsführung der Homann Holzwerkstoffe GmbH und der Homanit Holding GmbH setzen wir weiter auf unsere langjährig etablierten Management-Strukturen. Für unsere operativ tätigen Gesellschaften ergeben sich entsprechend keine Veränderungen“, so Fritz Homann.

Unternehmensrating auf „B“

Die Creditreform Rating AG hatte das Emittenten-Rating der Homann Holzwerkstoffe GmbH Ende Oktober 2014 von „BB- (watch)“  auf „B“ herabgestuft. Ausschlaggebend dafür sei laut Creditreform „die im Zuge der negativen Ergebnisentwicklung und der hohen Investitionen gestiegenen bilanziellen Risiken, insbesondere die deutlich verschlechterten Eigenkapital- und Verschuldungskennziffern“.

Zur Begebung der Anleihe in 2012 wurde Homann noch mit einem Investment Grade-Rating von „BBB-“ bewertet. Im Jahr darauf folgte die Herabstufung auf „BB+“. Wiederum ein halbes Jahr später wurde das Rating dann auf „BB-“ angepasst.

Die Homann Holzwerkstoffe GmbH ist ein Hersteller von Holzfaserplatten. Die von Fritz Homann geführte Unternehmensgruppe ist spezialisiert auf die Herstellung und den Vertrieb von dünnen, hochveredelten, mitteldichten Holzfaserplatten (MDF) und hochdichten Holzfaserplatten (HDF) für die Möbel-, Türen-, Beschichtungs- und Automobilindustrie in West- und Osteuropa.

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Anleihen Finder Redaktion. Timm Henecker.

Foto: Vicky Hugheston / flickr Vicky Hugheston / „Titel: Wood Cutting“ / Lizenz: CC BY 2.0

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