eterna Mode Holding GmbH: Viel Lärm um Nichts!? – Halbjahreszahlen im Soll – Anleihe-Kurs wieder bei 92 Prozent
Viel Lärm um Nichts!? Gestern gab es große Aufregung beim Modehersteller eterna und seinen Investoren. Bis zum Mittag war der Anleihekurs aus unerklärlichen Gründen von 95 auf 75 Prozent gefallen. Das Unternehmen erklärte auf Anfrage, dass es sich wohl um einen größeren Verkauf von Anleihen eines institutionellen Investors handeln müsse ohne dessen Motive zu kennen. Die aktuelle Unternehmenssituation gebe keinen Anlass für einen Kursrutsch und so notierte die Anleihe am Abend auch wieder über 90 Prozent. Dass es nicht an der gegenwärtigen Geschäftssituation gelegen haben kann, untermauert eterna heute mit der Veröffentlichung der stabilen Halbjahreszahlen und dem positiven Ausblick für das Rest-Jahr 2016.
Die Anleihen Finder Redaktion hatte gestern mit einigen eterna-Investoren gesprochen, doch niemand konnte sich den Kursrutsch erklären, da das Unternehmen – wie heute bestätigt – weiterhin auf dem geplanten Kurs sei. Derweil wurde in unseren Gesprächen wieder einmal auf die undifferenzierte Berichterstattung von FAZ oder dem Handelsblatt in Bezug auf die „toten Mittelstandsanleihen“ verwiesen, wodurch Anleger schnell „kalte Füße“ bekommen und sich von Positionen trennen. Hinzu kommt, dass mitunter kleinste Umsätze zu Kurssprüngen führen, die rational nicht mehr erklärbar sind, wie es schon unser Kolumnist Marius Hoerner Anfang des Jahres in seiner Kolumne „Normal ist anders“ geschildert hatte.
Bereinigtes Konzernergebnis von 1,1 Millionen Euro
Jetzt aber zu den Halbjahreszahlen von eterna:
Das um eine planmäßige Firmenwertabschreibung bereinigte Konzernergebnis liegt im ersten Halbjahr 2016 bei 1,1 Millionen Euro.
Hinweis: Unbereinigt kommt eterna auf ein Ergebnis von minus 2,1 Millionen Euro, was durch die planmäßige, aber nicht liquiditätswirksame Abschreibung auf den Firmenwert in Höhe von 3,2 Millionen Euro zurückzuführen ist, die 2006 im Rahmen eines Leveraged-Buyout angesetzt wurde.
Im ersten Halbjahr 2016 erzielt eterna ein EBITDA in Höhe von 5,4 Millionen Euro und verfügt über eine EBITDA-Marge von 10,9 Prozent. Die EBITDA-Entwicklung im ersten Halbjahr sei insbesondere auf externe Faktoren wie zum Beispiel eine höhere Wertberichtigung auf Forderungen und Währungskursverluste durch den BREXIT sowie auf höhere Ausgaben für weiteres Wachstum zurückzuführen, so eterna.
Hinweis: Im Zuge der Wachstumsstrategie haben sich die operativen Kosten durch die Neueröffnung von Retail-Stores im vergangenen Jahr, sowie durch zwei Eröffnungen im ersten Halbjahr 2016 und intensivierte Vertriebs- und Werbemaßnahmen erhöht.
Umsatz steigt um 3,3 Prozent
Der Passauer Modekonzern konnte seine Umsatzerlöse in den ersten sechs Monaten 2016 um 3,3 Prozent auf 49,8 Millionen Euro steigern. Dabei habe das Inlandsgeschäft um 5,2 Prozent zugelegt und das Exportgeschäft um 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr verloren. Wachstumstreiber seien vor allem die eigenkontrollierten Flächen, mit denen eterna ein zweistelliges Plus trotz generellem Frequenzrückgang im Handel generierte. Der Exportrückgang sei den schwierigen Marktbedingungen im Russland- und Ukrainegeschäft geschuldet, so eterna.
Liquidität
Die liquiden Mittel belaufen sich zum 30. Juni 2016 auf 1,8 Millionen Euro und liegen damit um 0,3 Millionen Euro unter dem Niveaus des Jahresendes 2015. Der operative Cashflow sei nach Angaben des Unternehmens weiterhin stabil.
Die Nettoverschuldung konnte eterna nach eigener Aussage seit Januar 2013 bis Juni 2016 um insgesamt 7,1 Millionen Euro aus operativer Geschäftstätigkeit reduzieren. Das wirtschaftliche Eigenkapital liegt bei 8,9 Millionen Euro, was einer Eigenkapitalquote von 11,8 Prozent entspricht.
„Potenzial für Ergebnisverbesserungen“
„Das intensivierte Engagement in Marke und Produkte zahlt sich für ETERNA immer stärker aus. Mit einer Umsatzsteigerung im Inland von 5,2% sind wir erneut deutlich stärker als der Markt gewachsen. Die Begehrlichkeit der Marke wächst zunehmend und sichert das prognostizierte profitable Wachstum. Damit sehen wir eterna gut gerüstet, die positive Entwicklung der Auftragseingänge spiegelt dies bereits wider. Mit der kanalübergreifenden Wachstumsstrategie sehen wir in der zweiten Jahreshälfte Potenzial für Ergebnisverbesserungen, sodass wir für das Gesamtjahr 2016 nach wie vor ein einstelliges Umsatzwachstum und ein überproportionales Ergebniswachstum erwarten“, so eterna-Chef Henning Gerbaulet zur aktuellen und zukünftigen Entwicklung des Modekonzerns.
Unternehmensanleihe notiert bei 92 Prozent
ANLEIHE CHECK: Die eterna-Unternehmensanleihe 2012/17 (WKN A1REXA) ist mit einem Zinskupon von 8,00 Prozent ausgestattet und hat eine Laufzeit bis zum 09.10.2017. Das Gesamtvolumen der Anleihe beträgt 55 Millionen Euro. Aktuell notiert die Anleihe bei 92 Prozent (Stand: 11.08.2016, 10 Uhr).
INFO: In den Anleihebedingungen sind vorzeitige Rückzahlungsmöglichkeiten der Emittentin seit dem 09.10.2015 zu 102,50 Prozent und ab dem 09.10.2016 zu 102,00 Prozent des Nennwertes vorgesehen.
Rating mit „B+“ bestätigt
Von der Creditreform wurde das Rating mit „B+“ im jüngsten Rating-Update bestätigt wie eterna mitteilt. Damit wird dem Konzern auch weiterhin eine ausreichende Bonität attestiert.
Hinweis: Der ausführliche Ratingbericht wird zeitnah auf der Unternehmenswebsite verfügbar sein. Dort soll Anfang Oktober 2016 auch der endgültige Halbjahresbericht 2016 inklusive eines Financial Factsheet im Bereich „Anleihe“ veröffentlicht werden.
Anleihen Finder Redaktion.
Foto: eterna Mode Holding GmbH
Anleihen Finder Datenbank
Unternehmensanleihe der eterna Mode Holding Gmbh 2012/2017
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