Anleihen-Barometer: JDC-Anleihe 2019/24 (A2YN1M) weiterhin mit 4,5 Sternen bewertet

Freitag, 18. Dezember 2020


In einem weiteren Mittelstandsanleihen-Barometer wird die 5,50%-Anleihe der Jung, DMS & Cie. Pool GmbH (WKN A2YN1M) von den Analysten der KFM Deutsche Mittelstand AG weiterhin als „attraktiv (positiver Ausblick)“ mit starken 4,5 von 5 möglichen Sternen bewertet.

Aufgrund der frühzeitigen Positionierung zur Digitalisierung des Versicherungsgewerbes kann sich die JDC laut KFM-Analyse im aktuellen Covid-19 geprägten Geschäftsumfeld sehr gut behaupten. Der durch Übernahmen und Kooperationen eingeschlagene Wachstumspfad setze sich weiter fort und führe durch Synergieeffekte und die kontinuierliche Weiterentwicklung des Geschäftsmodells zu einer überproportionalen Ergebnisausweitung. Daher sei die sehr gute Bewertung der JDC-Anleihe mit 4,5 Sternen weiterhin gerechtfertigt, so die KFM-Experten.

INFO: Die Jung, DMS & Cie. Pool GmbH ist ein Tochterunternehmen der im Segment Scale notierten JDC Group AG. Die Muttergesellschaft JDC Group AG ist in der Vermittlung von Finanzprodukten tätig, organisiert in einer digitalen Vermittlungs- und Abwicklungsplattform. Dazu hat sie ihr Geschäft in die zwei Segmente „Advisortech“ (B2B2C) und „Advisory“ (B2C) aufgeteilt. Die Emittentin Jung, DMS & Cie. Pool GmbH ist dem Segment „Advisortech“ zuzuordnen

JDC-Anleihe 2019/24

ANLEIHE CHECK: Die nicht nachrangige und teilbesicherte Anleihe der Jung, DMS & Cie. Pool GmbH mit Laufzeit bis 02.12.2024 und einem Volumen von 25 Mio. Euro ist mit einem Zinskupon von 5,50% p.a. (Zinstermin jährlich am 02.12.) ausgestattet. Die Anleihe ist im Freiverkehr der Börse Frankfurt notiert.

Anleihebedingungen: In den Anleihebedingungen sind vorzeitige Kündigungsmöglichkeiten nach Wahl der Emittentin ab 02.12.2022 zu 101,50% und ab 02.12.2023 zu 100,50% des Nennwerts vorgesehen und die Emittentin verpflichtet sich zu umfassender Transparenz. Die Anleihe ist durch eine Zession von Bestandsprovisionen i. H. von 33,33% des Bruttoemissionserlöses besichert.

Geschäftsmodell „Advisortech“

Mit dem Geschäftsmodell „Advisortech“ hat sich JDC laut KFM-Analyse in den vergangenen Jahren erfolgreich positioniert und ein kontinuierlich wachsendes Netzwerk an angeschlossenen Maklern aufgebaut. Das Unternehmen hat nach Einschätzung der KFM-Experten die Anforderungen des Marktes zum Wandel in Richtung Digitalisierung ihrer Dienstleistung frühzeitig erkannt und die Weichen gestellt, um den Kunden und Beratern moderne Beratungs- und Verwaltungstechnologien zur Verfügung stellen zu können. Es konnten Kooperationen mit namhaften Instituten wie comdirect, Sparda Bank Baden-Württemberg und RheinLand Versicherungs AG geschlossen werden und zuletzt mit der Boehringer Ingelheim Secura Versicherungsvermittlungs GmbH und im Rahmen ihrer BankAssurance-Strategie mit dem Makler der Sparkasse Bremen.

Nach KFM-Einschätzung zeigt diese Entwicklung, dass Vermittler die immer komplexer werdende Administration nicht mehr im eigenen Haus vorhalten wollen, sondern ihre Ressourcen auf die Online-Vertriebskompetenz konzentrieren. Dafür bietet JDC eine Abwicklungsarchitektur aus einer Hand. Auf die veränderten Rahmenbedingungen im Zuge der Corona-Pandemie und des zunehmenden „Social Distancing“ konnte die JDC-Gruppe aufgrund ihrer Nähe zur Digitalisierung zeitnah mit der Umsetzung ihres Videoberatungstools für Makler bereits zum Ende des ersten Quartals reagieren.

Finanzkennzahlen 2020

Der Gesamtumsatz der JDC Gruppe konnte in Q3/2020 ausgehend von 58,8 Mio. Euro zum Ende des ersten Halbjahres 2020 um weitere 47,1% auf 86,5 Mio. Euro gesteigert werden. Dies entspricht einer Umsatzsteigerung in den ersten neun Monaten des aktuellen Geschäftsjahres von 8,7% zum Vorjahreszeitraum. Das Segment „Advisortech“ lieferte mit 71,7 Mio. Euro den größten Anteil und dementsprechend 76,1% der Umsatzerlöse vor Überleitungsrechnung. Im Vorjahreszeitraum konnten hier 66,5 Mio. Euro umgesetzt werden und somit konnte sich das Segment Advisortech im bisherigen Geschäftsjahr um rund 7,8% verbessern. Der Geschäftsbereich „Advisory“ konnte seinen Umsatz in Q3/2020 deutlich um 10,4% auf 21,3 Mio. Euro steigern, nach 19,3 Mio. Euro in der Vorjahresperiode.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) konnte ausgehend vom Geschäftsjahr 2018 im Jahr 2019 bereits um 176% auf 4,17 Mio. Euro gesteigert werden; dies entspricht einer Marge des EBITDA von 3,74%. Im bisherigen Verlauf des aktuellen Geschäftsjahres kann JDC ein EBITDA von 3,70 Mio. Euro (Vj. 3,56 Mio. Euro) ausweisen und steigerte somit die EBITDA-Marge auf 4,27% im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres (3,54%). Durch einen erhöhten Abschreibungsbedarf in den ersten neun Monaten des Jahres 2020 zeigt sich hier ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 0,29 Mio. Euro (Vj. 0,40 Mio. Euro).

Die Eigenkapitalausstattung zum Ende des Geschäftsjahres 2019 lag bei 29,8% und wurde zum Abschluss des dritten Quartals 2020 weiter auf 31,2% ausgebaut. Somit bietet die Eigenkapitalausstattung der JDC Gruppe nach Einschätzung der KFM auch weiterhin einen soliden Puffer für nicht nachrangig zu behandelnde Fremdkapitalgeber.

Durch die zum großen Teil digitale Abwicklung der Geschäftsvorfälle (ca. 80%) gewinnen die neuerlichen Abstandsregelungen der Bundesregierung im Zuge der Corona-Pandemie wenig Einfluss auf den Geschäftsverlauf der JDC-Gruppe. Lediglich im Finanzierungs- und Hypothekensektor sowie der betrieblichen Altersvorsorge machten sich die Maßnahmen der Bundesregierung im Jahresverlauf bemerkbar, diese konnten laut KFM allerdings durch ein starkes Investment- und Sachversicherungsgeschäft kompensiert werden. Vor diesem Hintergrund müssen die bisherigen Umsatzerwartungen für das Geschäftsjahr 2020 nur leicht auf nun 120 – 125 Mio. Euro Umsatz korrigiert werden, bei weiterhin steigendem EBITDA.

Anleihen Finder Redaktion.

Foto: pixabay.com

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