Anleihen-Barometer: 5,25%-Anleihe der Deutsche Rohstoff AG (A2YN3Q) im Analysten-Check

Dienstag, 19. November 2019


Analyse – im aktuellen Anleihen-Barometer zur 5,25%-Anleihe der Deutsche Rohstoff AG (WKN A2YN3Q) bewerten die Analysten der KFM Deutsche Mittelstand AG den Bond als „attraktiv“ mit 4 von 5 möglichen Sternen.

Nach den guten Umsätzen des Jahres 2018 und einem „Luftholen“ im Jahr 2019 auf hohem Niveau durch vermehrte Investitionstätigkeit sehen die KFM-Experten wieder „gute Voraussetzungen für weitere erfolgreiche Jahre“. Das zeichne sich auch in der kontinuierlichen Steigerung des Eigenkapitals in den letzten Jahren (auch in 2019: +2,9%) ab. In Verbindung mit der Rendite von 5,32% p.a. (auf Basis des Emissionskurses von 100%) bewerten die Anlysten die Anleihe daher mit 4 KFM-Sternen.

Deutsche Rohstoff-Anleihe 2019/24

ANLEIHE CHECK: Die aktuell emittierte nicht nachrangige und unbesicherte Mittelstandsanleihe der Deutsche Rohstoff AG ist mit einem Zinskupon von 5,25% p.a. (Zinstermin halbjährlich am 06.06. und 06.12.) ausgestattet und hat eine Laufzeit vom 06.12.2019 bis 06.12.2024. Die Anleihe hat ein Gesamtvolumen von bis zu 100 Mio. Euro mit einer Stückelung von 1.000 Euro. Die Einbeziehung der Schuldverschreibungen in den Freiverkehr der Börse Frankfurt im Segment Quotation Board wurde beantragt.

Anleihebedingungen: In den Anleihebedingungen sind vorzeitige Kündigungsmöglichkeiten nach Wahl der Emittentin ab dem 06.12.2021 zu 103%, ab dem 06.12.2022 zu 102% und ab dem 06.12.2023 zu 101% des Nennwertes vorgesehen. Die Deutsche Rohstoff verpflichtet sich in den Anleihebedingungen u.a. zur Einhaltung einer Mindesteigenkapitalquote sowie zu einer Vermögensbindung beim Wert der Öl- und Gasreserven und der liquiden Mittel. Bei Verletzung der Mindesteigenkapitalquote und/oder der Vermögensbindung erhöht sich die Verzinsung im ersten Jahr der Pflichtverletzung um 0,5% p.a. (Step-Up-Regelung), so dass die Anleihegläubiger für das erhöhte Risiko kompensiert werden.

Deutsche Rohstoff AG „notenbankfähig“

Die Deutsche Rohstoff mit Sitz in Mannheim identifiziert, entwickelt und veräußert attraktive Rohstoffvorkommen in Nordamerika, Australien und Europa. Der Schwerpunkt liegt in der Erschließung von Öl- und Gaslagerstätten in den USA. Weiterhin werden Projekte zur Förderung bzw. Produktion von Metallen wie Gold, Kupfer, Seltenen Erden, Wolfram und Zinn entwickelt. Seit dem Börsengang im Jahr 2010 konnte das Unternehmen insgesamt sieben Projekte mit einem Gesamterlös von rund 330 Mio. USD verkaufen und dabei insgesamt ein Vorsteuerergebnis von rund 80 Mio. USD im Konzern erzielen.

Die Deutsche Bundesbank hat die Deutsche Rohstoff AG auf der Grundlage der vorgelegten Jahresabschlüsse 2014 bis 2018 als notenbankfähig eingestuft. Die Einstufung erfolgt grundsätzlich für einen Zeitraum von einem Jahr und kann jederzeit aufgrund neuer Informationen geändert werden. Mit diesem Gütesiegel attestiert die Deutsche Bundesbank der Deutschen Rohstoff AG zum fünften Mal in Folge eine Kreditwürdigkeit, die zu einer besseren Rating-Einstufung führen könnte, so die KFM-Analysten.

Hinweis: Lesen Sie dazu auch unseren Hintergrund-Bericht Neue Deutsche Rohstoff-Anleihe: 5,25% Zinsen jährlich vom „Denver Clan“

2019 – Jahr der Konsolidierung

Kommen wir zu den Finanzkennzahlen: Der Konzernumsatz der Deutsche Rohstoff AG verringerte sich in den ersten neun Monaten des Jahres 2019 auf 31,2 Mio. Euro (9M 2018: 88,4 Mio. Euro). Die Gründe für den planmäßigen starken Rückgang sind zum ersten der Verkauf der wesentlichen Flächen des Beteiligungsunternehmens Salt Creek Oil & Gas an die Fa. Northern Oil & Gas im Vorjahr für 60 Mio. USD, an der man mittels Verrechnung eines Teils des Kaufpreises (ca. 20%) durch den Aktientausch mit 6 Mio. Aktien unverändert beteiligt ist. Hier profitiert man zukünftig indirekt über Dividenden und die Entwicklung des Aktienkurses. Salt Creek Oil & Gas verfolgte seitdem die Strategie, sich nur noch an anderen Bohrungen zu beteiligen („Non-Operator“). So konnte diese Beteiligung Anfang 2019 zwei Akquisitionen für 5,4 Mio. Euro tätigen. Zum zweiten liegt der Umsatzrückgang an leicht rückläufigen Öl- und Gaspreisen und einer geringeren Förderung aufgrund äußerer Einflüsse. So führten die Arbeiten der Fa. Anadarko Midstream an einer Gasverarbeitungsanlage zu Störungen zahlreicher Bohrplätze im Wattenberg Feld, Colorado, im Juli und der ersten Augusthälfte dazu, dass die betroffenen Unternehmen nicht in das Pipelinenetz einspeisen konnten. Restriktionen in der Abnahme von Erdgas taten ein Übriges. Das Beteiligungsunternehmen Elster Oil & Gas (Anteil 93%) war hiervon mit zwei Bohrplätzen betroffen. Hinzu kam eine zeitweise (wenige Wochen) Reduzierung der Fördermenge wegen der Bohrungen von Wettbewerbern auf dem benachbarten Bohrplatz. Für die zweite Jahreshälfte 2019 sind ca. 64% der Erdölproduktion mit einem durchschnittlichen Preis von 54 USD pro Barrel abgesichert. Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2019 wird damit leicht unterschritten werden.

Die Ausbringungsmenge der ersten neun Monate des Jahres 2019 betrug ca. 1.270.000 Barrel Öläquivalent (BOE) (9M 2018: 2.720.777 BOE). Entsprechend verringerte sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf 19,2 Mio. Euro (9M 2018: 79,5 Mio. Euro). Das EBIT ermäßigte sich auf 7,3 Mio. Euro (9M 2018: 24,6 Mio. Euro), das Ergebnis nach Steuern (EAT) erreichte 2,4 Mio. Euro (9M 2018: 15,2 Mio. Euro). Die Prognose für das Gesamtjahr 2019 wird damit leicht unterschritten werden, d.h. es werden Umsätze in Höhe von 40-50 Mio. Euro und ein EBITDA von voraussichtlich 25-35 Mio. Euro erwartet. Die Abschreibungen in Höhe von 11,1 Mio. Euro stehen in Relation zur Ausbeute der Vorkommen. Über alle Felder können sie mit einem Betrag von 14,30 Euro je produziertem BOE beziffert werden, das ist teilweise niedriger als in den Vorjahren wegen der „Gas Lifts“. Außerplanmäßige Abschreibungen waren nicht erforderlich. Die Konzern-Eigenkapitalquote verbesserte sich auf 35,7% nach 32,8% zum 31.12.2018. Die liquiden Mittel zum 30.09.2019 betrugen 19,1 Mio. Euro. Die finanziellen Verbindlichkeiten konnten um weitere 4,4 Mio. Euro in den ersten neun Monate reduziert werden, nachdem bereits im Vorjahr 13,2 Mio. Euro zurückgeführt werden konnten. Für das Jahr 2020 geht der Konzern von einem Umsatz in Höhe von 75-85 Mio. Euro und einem EBITDA von voraussichtlich 55-65 Mio. Euro aus.

Investitionen und Ölpreis

Das Jahr 2019 ist geprägt von Investitionen und moderatem Ölpreis. Nach den sehr hohen Umsätzen des Jahres 2018 steht das Jahr 2019 nun wieder im Zeichen hoher Investitionen, die 2020 zu deutlich höheren Umsätzen und Erträgen führen sollen. Für die Beteiligung an Cub Creek Energy (Anteil 88,5%) standen die ersten neun Monate des Jahres 2019 im Zeichen der weiteren Optimierung der bereits bestehenden Produktion aus 45 Horizontalbohrungen und der Entwicklung des neuen Olander Bohrplatzes. Die beiden Bohrplätze „Haley“ und „Litzenberger“ wurden zuletzt im Oktober dieses Jahres vollständig mit sog. „Gas Lifts“ ausgestattet. Einen massiven Anstieg der Produktion von Cub Creek Energy wird die Inbetriebnahme der Bohrungen (geplant sind zunächst elf) vom neuen Olander Bohrplatz zur Folge haben, dessen anfängliches Investitionsvolumen (Bohrprogramm) rund 60 Mio. USD betragen sollte, nun aber um ca. 10 Mio. USD geringer ausfallen wird. Der Bohrbeginn war im Juni dieses Jahres. Der Produktionsstart kann u.U. noch im Dezember 2019 statt wie geplant Anfang 2020 erfolgen. Bei Cub Creek verfügt man mit „Knight“ über einen weiteren sehr aussichtsreichen Bohrplatz, der im kommenden Jahr erschlossen werden soll und der Produktion einen zusätzlichen Schub geben wird. Ein Großteil der Anleihemittel soll dafür verwendet werden.

Die Neugründung der Oil & Gas Company Bright Rock Energy im Jahr 2018 (Anteil 97,6%) entwickelt sich laut KFM-Analyse bereits erfreulich. Der Fokus der bisherigen Akquisitionen liegt hier im „Uinta-Basin“ in Utah, USA. Inzwischen hält die Gesellschaft ca. 4.800 Acres (ca. 1.900 Hektar) an potentiellen Flächen. Die Fördermenge hat sich seitdem von 100 auf 200 BOE pro Tag erhöht. Die jüngsten Bohrergebnisse zeigen, dass das Uinta-Basin mit den besten Ölfeldern der USA konkurrieren kann.

Die Beteiligung an Rhein Petroleum (Anteil 10%) kann vermelden, dass die Testergebnisse (4.000 Barrel Öl pro Tag) der Bohrung Steig-1 eine wirtschaftlich sinnvolle Produktion erlauben.

Die Preise für Industriemetalle litten unter dem Handelskrieg zwischen den USA und China. Der für die Beteiligung Almonty Industries (Anteil 12,8%), einer der weltweit größten Wolfram-Produzenten außerhalb Chinas, bedeutsame Wolfram APT Preis reduzierte sich um ca. 9%. Der Preisrückgang ist aber zu vernachlässigen aufgrund des im März 2018 abgeschlossenen 10-Jahres Vertrages, der über den gesamten Zeitraum einen Mindestpreis sichert. Eine neue Pilotanlage, die die südkoreanische Regierung finanziert hat, konnte in Betrieb genommen werden, nachdem die finanzierende Bank für den Standort Sangdong, Südkorea den technischen Prüfbericht hat erstellen lassen.

Anleihen Finder Redaktion.

Titelfoto: pixabay.com

Portraitfoto und Graphiken: Deutsche Rohstoff AG

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Anleihe 2016/21 der Deutsche Rohstoff AG (WKN A2AA05)

Anleihe 2013/18 der Deutsche Rohstoff AG (WKN A1R07G) (getilgt)

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