„Wir haben uns verschiedene Finanzierungsformen angeschaut und uns ganz bewusst für den erneuten Schritt in Richtung Kapitalmarkt entschieden“

Mittwoch, 20. Mai 2015


Die Katjes International GmbH & Co. KG hat Anfang Mai ihren neuen Minibond (WKN: A161F9) vollständig mit dem Maximalvolumen von 60 Millionen Euro platziert. Katjes hätte nach eigenen Angaben sogar noch mehr Anleihen verkaufen können. – Die Anleihen Finder Redaktion sprach mit Stephan Milde, CFO der Katjes International GmbH & Co. KG:

Anleihen Finder Redaktion: Zuerst herzlichen einmal Glückwunsch zur erfolgreichen Platzierung der zweiten Katjes International-Unternehmensanleihe!

Die Kollegen vom Handelsblatt haben einen Artikel mit der Überschrift „Mittelstandsanleihen weiter im Image-Tief“ veröffentlicht. Medien, die sich genauer mit Unternehmensfinanzierungen beschäftigen, berichten ausgewogener: Das Finance Magazin zum Beispiel schrieb, „damit hat die Entscheidung des Top-Emittenten Katjes International, doch wieder eine Mittelstandsanleihe zu begeben, durchaus eine positive Signalwirkung für das angeschlagene Marktsegment.“

Warum tun Sie sich einen Minibond an?

Uns interessiert natürlich: Abgesehen von den günstigeren Konditionen, die Sie mit den Investoren erfolgreich herausgehandelt haben, warum haben Sie sich einen neuen Minibond „angetan“? Sie hätten das angespannte Minibond-Marktumfeld ja auch verlassen können und sich mit anderen Finanzierungsformen wie einem Schuldschein oder Krediten diskreter frisches Geld besorgen können.

Stephan_Milde_CFO_KatjesInternationalStephan Milde: Wir haben uns verschiedene Finanzierungsformen angeschaut und uns ganz bewusst für den erneuten Schritt in Richtung Kapitalmarkt entschieden. Ebenso wie unsere Anleger, haben wir bisher sehr gute Erfahrungen mit dieser Finanzierungsform gemacht. Oft wird die Transparenzpflicht dieses Instruments als Nachteil bezeichnet. Wir sehen das anders und empfinden es als ein positives Charakteristikum der Anleihe. Darüber hinaus ist es unser Ziel, die Finanzierung der Katjes International langfristig auf ein breites Fundament zu stellen. Neben der Finanzierung über klassische Bankkredite, die wir in der Gruppe auch ergänzend einsetzen, sehen wir den Kapitalmarkt als komplementären Finanzierungsweg.

Natürlich muss man sich als Emittent an seinen Zielen messen lassen. Das haben wir getan und gezeigt, dass wir unsere in 2011 kommunizierte Wachstumsstrategie mit dem nötigen Augenmaß erfolgreich umsetzen können. Wer das schafft, der findet auch weiterhin interessierte Investoren. Dabei ist es sicher vorteilhaft, dass unsere Anleger ebenfalls gute Erfahrungen mit der Anleihe gemacht haben, die nie unter Ausgabekurs und meistens deutlich darüber notiert hat.

Anleihen Finder Redaktion: Trotz Ihrer guten Zahlen für das Geschäftsjahr 2014 haben die Rating-Analysten der Creditreform Ihr Emittenten-Rating herabgestuft. Was hat den Experten nicht gefallen und was Ihnen nicht?

„Platzierungsergebnis für sich“

Stephan Milde: Laut Rating-Summary, kommt Creditreform aufgrund zunehmender Risiken im Rahmen einer wachstumsorientierten Geschäftspolitik zur einer zurückhaltenderen Einschätzung der bilanziellen Strukturen. Unverändert bleibt dagegen die grundsätzlich positive Einschätzung zu den Geschäftsaussichten der Katjes International. Die Ratinganalysten sind unabhängig und daher möchte ich deren Einschätzung nicht kommentieren. Vielleicht nur so viel: Wir haben im Rahmen der Anleiheplatzierung mit einer Reihe professioneller Investoren gesprochen, die sich ihr eigenes Bild unserer Bonität und unserer Wachstumsstrategie gemacht haben. Ich glaube, vor diesem Hintergrund spricht das Platzierungsergebnis für sich.

Anleihen Finder Redaktion: Aus welchen Gründen haben Sie sich bei Ihrer zweiten Unternehmensanleihe gegen die Börse Düsseldorf entschieden?

Bankhaus Lampe KG und die IKB Deutsche Industriebank AG

Stephan Milde: Ich würde es anders formulieren. Wir haben uns für den Börsenplatz Frankfurt entschieden. Wir haben festgestellt, dass das Handelsvolumen unserer in 2011 begebenen Anleihe mehrheitlich bereits in Frankfurt gehandelt wird. Liquidität im Sekundärmarkt ist ein wesentlicher Faktor für Investoren. Darüber hinaus ist die Frankfurter Wertpapierbörse der mit Abstand bedeutendste Finanzplatz in Deutschland. Damit agieren wir auch im Interesse der Anleihezeichner.

Anleihen Finder Redaktion: Welchen Beitrag zur gelungenen Platzierung haben das Bankhaus Lampe KG und die IKB Deutsche Industriebank AG geleistet? Hatten die Banker weniger Arbeit, weil die Investoren zurzeit sowieso händeringend nach Papieren mit angemessenem Zins-Risiko-Verhältnis suchen?

Stephan Milde: Zu einem erfolgreichen Platzierungsergebnis tragen in der Regel verschiedene Faktoren bei. Die begleitenden Banken waren da sicher ein wichtiger Eckpfeiler in unserem Emissionskonzept. Wir haben bei der Auswahl der Banken auch auf komplementäre Stärken geachtet, zum Beispiel die Möglichkeit unterschiedliche Zielinvestoren ansprechen zu können. Wir haben uns sehr gefreut, dass unsere neue Anleihe sowohl bei institutionellen Investoren als auch bei Privatanlegern stark nachgefragt war.

Anleihen Finder Redaktion: Herr Milde, vielen Dank für das Gespräch!

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Anleihen Finder Redaktion.

Fotos: Mauren Veras / flickr

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