Peine GmbH nimmt nach Platzierungsflaute Fahrt auf: Mittlerweile über fünf Mio. Euro platziert – Wie Jan Dieter Leuze sein Schiff wieder flott macht – Interview 1. Teil

Dienstag, 3. September 2013


Nachdem die Peine GmbH in einer schwierigen Marktsituation nur relativ wenige Anleihen platzieren konnte, scheint der Spezialist für Herrenmode wieder auf Kurs zu sein. Geschäftsführer Jan Dieter Leuze (Foto) ist die treibende Kraft im Hintergrund. Die Anleihen Finder Redaktion wollte wissen, wie der Unternehmer vorankommt.

Anleihen Finder Redaktion: Stand Anfang Juli konnten Sie 4,4 Millionen Euro mit Ihrer Unternehmensanleihe platzieren. Wie hoch ist der aktuelle Platzierungsstand?

Jan Dieter Leuze: Der Platzierungsstand liegt aktuell über 5 Mio. Euro. Mit dem Ende der Sommerferien in den meisten Bundesländern stellen wir fest, dass auch das Interesse der Anleger an unserem Unternehmen und der Anleihe wieder größer wird. Zudem haben in den vergangenen Tagen einige namhafte Investoren Order über großvolumige Beträge abgegeben. Darunter beispielsweise ein Family Office, dessen Geschäftsführung zuvor eigens aus Baden-Württemberg nach Wilhelmshaven gekommen und selbst ein Bild von unserem Unternehmen gemacht hatte. Die Herren zeigten sich ganz begeistert darüber, was wir hier in der Kürze der Zeit bereits auf die Beine gestellt und bewegt haben und haben einen siebenstelligen Betrag gezeichnet.

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Anleihen Finder Redaktion: Sie sprachen in Ihrer Pressemitteilung vom 4. Juli dieses Jahres davon, dass Sie über „ein weiterführendes Private Placement“ ein Volumen erreichen würden, mit dem Sie Ihre Wachstumspläne umsetzen könnten. Wie ist der aktuelle Stand dieses Private Placements?

Jan Dieter Leuze: Die klassischen Ferienmonate Juli und August, in denen sich auch die Geschäftswelt langsamer dreht als in den übrigen Monaten des Jahres, sind vorbei. Ich kann Ihnen versichern, dass wir uns weiterhin in guten, allerdings auch vertraulichen Gesprächen befinden. Bei aller Diskretion können wir aber sagen: Wir sehen uns auf einem guten Weg.

Anleihen Finder Redaktion: Investoren hatten damals das noch nicht zufriedenstellende Ergebnis Ihrer Anleihen-Platzierung mit der „angespannten Marktsituation“ erklärt. Wie sieht die Marktsituation jetzt aus?

Jan Dieter Leuze: Die globale Marktsituation hat sich für Investoren in den vergangenen Wochen sicherlich etwas entspannt. Doch unabhängig davon haben wir festgestellt, dass unsere Anleihe erst auf den zweiten – oder lassen Sie mich sagen auf den „Kennerblick“ – als attraktives Investment gesehen wird.

2013 war für uns bislang ein überaus ereignisreiches Jahr. Es begann damit, das Lothar Peters und ich im Februar hier in Wilhelmshaven das Ruder auf einem „Schiff“ übernommen haben, das zuvor über Jahre durch Fehlentscheidungen und Unwissenheit des Managements in die Flaute, um nicht zu sagen auf eine Sandbank manövriert wurde. Hinter uns liegen jetzt sieben Monate, in denen wir das Schiff wieder „flott gemacht“ und operativ auf Kurs gebraucht haben. Heute kann ich sagen: Wir haben gut Fahrt aufgenommen. Das spiegelt uns der Markt wider.

Unsere neue Präsenz auf den einschlägigen internationalen Mode- und Ordermessen und die Präsentation der neuen Kollektionen fand große Beachtung in der Mode- und Bekleidungswelt. Das Feedback, das wir beispielsweise von großen Facheinzelhändlern und Handelsketten aber auch von uns seit vielen Jahren verbundenen namhaften Kunden wie Breuninger oder Peek & Cloppenburg erhalten haben, war durch die Bank sehr gut. Das zeigt sich übrigens auch in den Orderbüchern und den daraus getätigten Geschäftsabschlüssen für Frühjahr/Sommer 2014.

Unsere bisherigen Aktivitäten für 2013 bilanzierend kann ich sagen: Die Branche hat äußerst positiv die Neuerungen bei der Peine GmbH wahrgenommen. Und zwar von der neuen Ausrichtung der Kollektionen bis zu den Veränderungen in Management und Vertrieb. Und diese Entwicklung – da sind wir uns sicher – wird sicherlich in Kürze auch von den Investoren auf dem Anleihemarkt wahrgenommen werden.

Anleihen Finder Redaktion: In welche Bereiche haben Sie die bisherigen Anleihe-Erlöse investiert? Ursprünglich wollten Sie mit den Emissionserlösen in den nächsten Jahren 20 eigene Flagship Stores und mindestens 15 weitere Outlet-Standorte eröffnen, eine Kontokorrentlinie ablösen und in Marketingmaßnahmen sowie Standortsicherungen investieren.

Jan Dieter Leuze: Was diesen Punkt betrifft, liegen wir klar hinter dem Zeitplan, den wir uns zu Beginn des Jahres gesteckt hatten. Das aktuelle Platzierungsvolumen ermöglicht uns nur eine teilweise Umsetzung der mit dem Emissionserlös vorgesehen Maßnahmen. Hier entscheiden wir allerdings klar nach aktueller Notwendigkeit, die natürlich auch aus dem operativen Geschäft beeinflusst wird. Allerdings gehen wir nach wie vor davon aus, dass wir – wenn auch zeitlich etwas verzögert – alle mit dem Emissionserlös geplanten Maßnahmen in vollem Umfang realisieren werden.

Lesen Sie im zweiten Teil des Interviews, warum Peine-Geschäftsführer Jan Dieter Leuze von der Zusammenarbeit mit Harald Glööckler „überwältigt“ ist und was er auf einen anonymen Kommentar antwortet, der den Peine-Machern vorwirft, „sich mit Boss & Co. auf eine Stufe zu stellen.“

Anleihen Finder Redaktion

Foto: Peine GmbH

Anleihen Finder Datenbank

Anleihe der PEINE GmbH 2013/2018

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Kommentare

  1. OF

    „Der Erfolg der neuen Kollektion „Glööckler by Masterhand“. Diese Kooperation hat für buchstäblich frischen Wind gesorgt. Die Aufträge haben unsere Erwartungen völlig übertroffen“ Zitat aus diesem Interviem vom CEO der Peine GmbH.

    Stand heute in einem ganz aktuellen Kommentar dieses CEO haben nur 20 Händler diese Kollektion geordert.

    Auf das in diesem Interview hier angesprochene Gerücht, es gäbe auf ihr Geld wartende Gläubiger … lt. Leuze alles nur übliches Gerede. Stand heute: Lt. Glööckler wartet dieser schon längere Zeit auf Geld. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt oder gar daran, dass die Anleihe unter Vorspielgelung falscher Tatsachen aufs Parkett geworfen wurde. Würde mich nicht wunderen, wenn tatsächlich Nachfragen z.B. bei den Zulieferern, bei den Banken oder beim besagten Markenbotschafter ebenfalls ergeben, dass da etwas faul ist im Staate Dänemark. Man könnte vielleicht auch sagen: Diese Anleihe wurde mit der heißen Nadel gestrickt 😉

  2. ChristianH

    So, nun istes ja wohl „offiziell“.Glööckler beendet die Zusammenarbeit mit Peine. Zuerst hieß es dazu noch freundlich „wg. unterschiedlicher Strategien“. Jetzt kommt der wahre grund ans Licht. Peine hat lt. Glööckler nicht gezahlt. Soviel zum Thema „Gerüchte“. Mal sehen, wer als Nächstes aussteigt aufgrund von ausstehenden Zahlungen. Die Zulieferer? Die Banken? Oder vielleicht ihr Markenbotschafter Nick Wilder? Die Anleihe dürfte jedenfalls „durch“ sein.

  3. ChristianH

    Die Entwicklung der Anleihe macht Angst. Wer weiß, ob das vielleicht auch mit dem Tausch des Head of Designs zu tun hat? Vielleicht kann ja auch die neu gewonnene kreative Verstärkung, Frau Wolf dort etwas bewirken. Man hört, sie wäre die Lebensgefährtin von Jan D. Leuze. Für Anleihe-Inhaber entweder eine gute oder aber eine irritierende Nachricht. Die Zukunft wird’s zeigen.

  4. Ortwin

    „Gläubiger, die auf ihr Geld warten … übliche Grüchte?“ Kann ekgentlich nur jemand so sagen, der von seiner „Unschuld“ überzeugt ist. Oder von der Schweigepflicht seines zuständigen Amtsgerichtes, gell …

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