eterna Mode Holding von Creditreform Rating heruntergestuft – hoher Stand von liquiden Mitteln soll die im Oktober fällige Zinszahlung gewähren

Freitag, 23. August 2013


Die Creditrefom Ratingagentur hat im Folgerating die Ratingnote für den Hemdenhersteller eterna Mode Holding GmbH um einen Notch von BB- (Befriedigende Bonität, mittleres Insolvenzrisiko) auf auf B+ (Ausreichende Bonität, höheres Insolvenzrisiko) herabgestuft. Das gab das Unternehmen heute im Rahmen des Halbjahresbericht 2013 bekannt. Grund für die Rating-Herabstufung sei „erwartungsgemäß“ die Geschäftsentwicklung 2012 sowie die vorläufigen Halbjahresergebnisse 2013 gewesen, berichtet eterna.

Der Kurs der eterna-Anleihe zeigt bislang die Auffälligkeit, dass er vom 19.08.2013 an von zeitweise 98,2 auf zeitweise 96,0 fiel.

eterna: „Wir stellen uns den Herausforderungen“

Henning Gerbaulet, geschäftsführender Gesellschafter der eterna Mode Holding GmbH, ist trotz des Rating-Downgrades optimistisch: „Wir stellen uns den Herausforderungen im laufenden Jahr. Ich bin insbesondere davon überzeugt, dass wir mit den eingeleiteten Maßnahmen auf einem guten Weg sind, nachhaltig und profitabel wachsen zu können.“

Unterdessen veröffentlichte eterna vorläufige Zahlen zum Halbjahresbericht 2013: Demnach ging es bei den Umsatzerlösen im ersten Halbjahr 2013 um 0,3 Prozent auf 46,4 Mio. EUR (H1 2012: 46,2 Mio. EUR) rauf, aber beim EBITDA auf 5,3 Mio. EUR (H1 2012: 6,5 Mio. EUR) runter. Das rückläufige EBITDA sei laut eterna  auf Investitionen in das zukünftige Wachstum zurückzuführen. Die EBITDA-Marge lag im ersten Halbjahr dieses Jahres bei  11,4 Prozent (H1 2012: 14,0 Prozent). Das vorläufige Konzernergebnis belief sich auf minus 3,2 Mio. EUR. Laut eterna käme man aber auf ein positives Konzernergebnis von 1,5 Mio. EUR, wenn man „planmäßige Firmenwertabschreibungen“ und die Kosten der Anleiheaufstockung und des Geschäftsführerwechsel  herausrechne.

Höhere operative Kosten

Die operativen Kosten hätten sich durch die Eröffnung von sechs neuen Retail-Stores im vergangenen Jahr und „intensivierten Vertriebsmaßnahmen“ erhöht.

Schwache Verkaufszahlen im vergangenen Jahr und im Frühjahr 2013 sowie Produktüberhänge würden sich zusätzlich belastend auf das Betriebsergebnis auswirken. Hierfür gibt das neue Management dem alten die Hauptschuld:  „Diese Effekte beruhen auf der letztjährigen Kollektion, die noch die Handschrift des vorherigen Managements trägt“, heißt es im Originaltext der heutigen Pressemitteilung von eterna.

Zur Finanzstruktur der eterna Holding: Die liquiden Mittel erhöhten sich nach den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 4,4 Mio. EUR auf 8,2 Mio. EUR. „Der hohe Bestand liquider Mittel deckt somit die im Oktober fälligen Zinszahlungen für die Anleihe und eröffnet zusätzlichen Spielraum für die Rückführung der Nettoverschuldung im Rahmen von Sondertilgungen“, richtet eterna eine Botschaft an ihre Anleihe-Gläubiger.

eterna will mit „Vertikalisierungsstrategie“ das Ruder herumreißen

eterna verfüge zum 30. Juni 2013 über ein wirtschaftliches Eigenkapital von 25 Mio. EUR und registriere eine Eigenkapitalquote von 25,1 Prozent, so das Modeunternehmen.

eterna hält an ihrer „Vertikalisierungsstrategie“ fest. Die Kapitalbindung soll verringert und das Working Capital „optimiert“ werden. Dazu Geschäftsführer Henning Gerbaulet: „Wir haben entgegen der Entwicklung der Textilbranche in Deutschland unsere Umsätze im ersten Halbjahr steigern können. Dies ist das Ergebnis der Expansion im Retail- und Onlinebereich Gleichzeitig wollen wir Profitabilitätssteigerungen innerhalb der bestehenden Stores sowie den Ausbau des weniger kapitalintensiven Großhandelsgeschäfts weiter forcieren. Durch die von uns initiierte Vertikalisierungsstrategie und damit verbundenen Veränderungen in den Arbeitsprozessen haben wir unseren Kapitaleinsatz gesenkt. Der daraus resultierende, zusätzliche Cashflow eröffnet uns zusätzlichen Spielraum zur Reduzierung der Nettoverschuldung.“

Seitenhieb auf das alte Management

Beim Ausblick auf die kommenden Monate kann sich der eterna Geschäftsführer einen Seitenhieb auf das alte eterna-Management  nicht verkneifen: „Das aktuelle Geschäftsjahr ist maßgeblich durch die Kollektionsentscheidungen des vormaligen Managements geprägt. Die teilweise noch bestehenden Produkt- und Stoffüberhänge müssen wir zunächst abbauen. Wir haben nun zur Steigerung unserer Wettbewerbsfähigkeit in den vergangenen Monaten vielfältige Maßnahmen eingeleitet. Hierzu zählen beispielsweise eine deutliche Modernisierung unserer Kollektion sowie Kostenreduktionen im operativen Bereich.“

Über „quantifizierbare Effekte“ wollen eterna-Manager im Rahmen des Eigenkapitalforums im November berichten.

Anleihen Finder Redaktion

Foto: eterna Mode Holding GmbH

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