Halloren Schokoladenfabrik AG: zweistelliges organisches Wachstum im ersten Halbjahr 2014

Mittwoch, 27. August 2014

Pressemitteilung der Halloren Schokoladenfabrik AG:

BRIEF AN DIE AKTIONÄRE

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

unsere internationale Strategie verfolgen wir auch in diesem Jahr konsequent weiter. Mit Wirkung zum September wird die belgische Pralinenfirma Bouchard zu einhundert Prozent zu unserem Konzern gehören. Vor einem Jahr beteiligten wir uns zunächst zu 50 Prozent an der Firma aus Gent. Bouchard hat ca. 70 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz liegt bei 18 Millionen Euro, das Unternehmen exportiert in rund 50 Länder. Mit Bouchard setzen wir unsere internationale Ausrichtung insbesondere im amerikanischen Markt aber auch in Asien konsequent fort.

Nun zu den Ergebnissen des ersten Halbjahres: Die Halloren Schokoladenfabrik AG konnte unter dem Gesichtspunkt des Unternehmenswachstums und der Vergrößerung des Marktanteils ein sehr gutes 1. Halbjahr 2014 verzeichnen. Das Umsatzwachstum lag mit 22 % deutlich über dem Marktdurchschnitt. Die Halbjahreszahlen von Halloren beinhalten bereits die einhundertprozentige Konsolidierung von Bouchard NV. Bouchard erzielte einen Umsatz von ca. 2,9 Mio. EUR. Das bereinigte, organische Wachstum beträgt also auf Halbjahresbasis 14,3 %. Nach den Sozialpolitischen Zahlen des Statistischen Bundesamtes stieg der Umsatz der Süßwarenindustrie in der ersten Jahreshälfte 2014 lediglich um 3,3 % gegenüber dem ersten Halbjahr 2013. Die Schokoladen- und Zuckerwarenindustrie verzeichnete ein Wachstum von 6,1 %. Der Umsatz der Feinen Backwarenindustrie ging dagegen um 3,8 % deutlich zurück. Auch der Umsatz der Speiseeishersteller war mit einem Minus von 3,0 % rückläufig.

Die Ertragssituation wird im Vorjahresvergleich durch die vollständige Einbeziehung von Bouchard spürbar belastet. Das EBITDA vermindert sich durch diesen Effekt um über 1 Mio. EUR. Damit bewegen wir uns aber insgesamt im Rahmen unserer Erwartungen.

Beim Blick auf die Erträge ist weiterhin einzuräumen: Der Preisanstieg beim wichtigsten Rohstoff Kakao hat Rohertrag, EBITDA und EBIT beeinträchtigt. Der Kakaomarkt ist spekulationsbedingt in den letzten Wochen erneut deutlich gestiegen und hat für die früheren Termine knapp 2100 GBP/t erreicht. Dies erstaunt vor dem Hintergrund eines in den afrikanischen Hauptanbauländern Elfenbeinküste und Ghana liegenden Ernteüberschusses von über 20 %. Die hohen Bohnenpreise werden begleitet durch hohe Kakaobutterratios und ein gegenüber dem britischen Pfund schwächeren Euro, was die Preise für Kakaoprodukte in EUR hat weiter ansteigen lassen.
Trotz dieser Entwicklung wollen wir das Gesamtergebnis in absoluten Zahlen steigern.

Die Produktionskapazitäten sind an allen Standorten gut ausgelastet. Aus dieser guten Position heraus verhandeln wir Preiserhöhungen und durch größere Produktionsmengen können Kostensenkungen in Produktion und Einkauf erzielt werden.

In 2013 war diese Strategie bereits erfolgreich und wird sich auch in der zweiten Jahreshälfte des laufenden Jahres 2014 bestätigen.

Unsere zunehmend internationale Vertriebsausrichtung soll auch das weitere Wachstum tragen. Im globalen Süsswarenmarkt deutet sich ein Zeitenwechsel an. Der Verbrauch von Schokoladen- und Zuckerwarenprodukten in der Region Asien/Pazifik wird 2014 ein neues Allzeithoch erreichen. Wie das Marktforschungsinstitut Euromonitor mitteilt, werden sich in dieser Region die Ausgaben für jene Produkte auf 37,4 Mrd. US-$ (28 Mrd. EUR) addieren und damit die Region Nordamerika auf den dritten Platz verweisen. Größter Absatzmarkt bleibt 2014 jedoch mit Abstand Westeuropa mit einem Endverbraucher-Jahresumsatz von 62,9 Mrd. US-$. Schokoladenartikel steigen in der Gunst der Konsumenten weltweit – sowohl in entwickelten Märkten als auch in Schwellenmärkten, berichteten die Martkforscher.
Mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr 2014 bleiben wir unverändert zuversichtlich: Die ersten sechs Monate waren von einer positiven Umsatz- und unter Berücksichtigung von Finanzergebnis und der außerordentlichen Erträge von einer Ergebnisentwicklung im Rahmen unserer Erwartungen geprägt.

Für das Gesamtjahr halten wir an den mittel- bis langfristigen strategischen Erfolgszielen fest und planen ein Umsatzwachstum von 6 Prozent. Die Umsätze werden voraussichtlich auf über 125 Mio. EUR steigen. Wir erwarten, die operativen Ergebniskennziffern gegenüber dem Vorjahr weiter verbessern zu können und damit wiederrum einen Jahresüberschuss in Höhe des guten Gesamtergebnisses 2013 zu erreichen. Wir fahren auf einem soliden Wachstumskurs und arbeiten mit viel Energie am Schokoladenkonzern der Zukunft.

Ihr

Klaus Lellé
Vorstandsvorsitzender

Umsatz- und Ertragsentwicklung

Die Halloren Schokoladenfabrik konnte den Konzernumsatz im ersten Halbjahr 2014 um ca. 22 % von 37,74 Mio. EUR auf 46,06 Mio. EUR steigern. Die Gesamtleistung verbesserte sich um 11,4 % auf 50,1 Mio. EUR (HJ1/2013: 45 Mio. EUR). Die Gesamtleistung umfasst die Umsätze, die Bestandsveränderungen an halbfertigen und fertigen Erzeugnissen sowie die sonstigen betrieblichen Erträge. Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich im Wesentlichen zusammen aus Mieteinnahmen, Eintrittsgeldern Museum und Lizenzeinnahmen.
Die hohen Zuwächse resultieren vor allem aus deutlich gestiegenen Export-Aufträgen und zusätzlichen Umsätzen mit Discountern. Der Umsatzzuwachs aus dem Zukauf von Bouchard beträgt 2,9 Mio. EUR. Auf der Kostenseite führt Bouchard zu stark veränderten Kennziffern. Insgesamt sind im ersten Halbjahr vor allem im Materialbereich Belastungen zu verzeichnen. Dieser Trend wird im dritten Quartal, wenn auch in verminderter Form weiter anhalten. Hierzu trägt der saisonal ausgeprägte Geschäftsverlauf der Halloren Gruppe bei. Steenland beispielsweise erzielt regelmäßig ca. 75 % des Jahresumsatzes im Jahresendgeschäft.
Die Ertragsseite der Halloren Schokoladenfabrik wurde im ersten Halbjahr wesentlich durch weiterhin hohe Kosten im Materialbereich belastet. Insbesondere die Beschaffungskosten für den Hauptrohstoff Kakao lagen noch über dem schon überdurchschnittlich hohen Vorjahresniveau. Mit einer Verbesserung ist hier erst im Jahresendgeschäft zu rechnen, da dann Preiserhöhungen auf der Abgabeseite greifen. Der Rohertrag stieg absolut um ca. 2,9 Mio. EUR. Im Verhältnis zur Gesamtleistung sank er um rund 1,5 %. Die Personalaufwendungen sind im Verhältnis zum Umsatz um ca. 1,1 % gestiegen.
Neben den zusätzlichen Personalausgaben für die Bouchard Mitarbeiter sind hierfür vor allem Lohnerhöhungen ursächlich zu benennen. Die maschinellen Produktionskapazitäten waren im ersten Halbjahr gut ausgelastet. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verringerte sich dennoch um fast 1,3 Mio. EUR, was fast ausschließlich auf die erstmalige Konsolidierung von Bouchard zurückzuführen ist.

Die Abschreibungen liegen im ersten Halbjahr bei 1,74 Mio. EUR (Vj. 1,57 Mio.). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) beträgt -2,3 Mio. EUR (Vj.: -0,85 Mio. EUR).
Das Vorsteuerergebnis hat sich mit -3,35 Mio. EUR gegenüber dem Ergebnis des Vorjahres
(-1,74 Mio. EUR) verringert.

Auftragsentwicklung

Die Halloren Schokoladenfabrik konnte ihre Auftragssituation absolut leicht und strukturell stark verbessern. Im zweiten Quartal gingen neue Aufträge in einem Gesamtvolumen von rund 18,9 Mio. EUR ein, was einem Zuwachs von ca. 4 % gegenüber dem Vorjahr entspricht (Vj.: 18,2 Mio. EUR). Dabei hat Halloren bewusst auf die Annahme von margenschwachen Aufträgen in Höhe von ca. 5 Mio. EUR verzichtet. Dies sollte sich positiv auf die Ergebnisentwicklung im zweiten Halbjahr auswirken.

Kosten

Aufgrund der sorgfältigen und langfristig angelegten Eindeckungs- und Einkaufspolitik hatten die Preiserhöhungen für Agrarprodukte wie Kakao, Mandeln, Haselnüsse und Milchprodukte im ersten Halbjahr 2014 insgesamt nur die im Rahmen der Erwartungen liegenden Auswirkungen auf die Kosten. Die Materialaufwandsquote stieg gesamtmarktbedingt um gut einen Prozentpunkt. Aufgrund der weltweit anhaltend hohen Nachfrage und der unsicheren Ernteaussichten gehen wir von weiter steigenden Rohstoffkosten aus. Verkaufspreisanhebungen waren vor dem Hintergrund dieser Kostensituation zwingend geboten und konnten bis zum Ende des letzten Geschäftsjahres mit allen Kunden erfolgreich umgesetzt werden.
Die Einbeziehung von Bouchard und der Aufbau von Lagerbeständen an Fertigware führten noch nicht zu der für das zweite Halbjahr erwarteten Senkung der Materialaufwandsquote.
Gemessen an der Gesamtleistung betrug der sonstige betriebliche Aufwand rund 19 % und ist damit im Vergleich zur Vorjahresperiode prozentual um ca. 1 % gestiegen.

Ereignisse nach Ende des Berichtszeitraums

Nach dem Ende des Berichtszeitraums sind keine besonderen Ereignisse eingetreten, die Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- oder Finanzlage von Halloren haben könnten.

Halloren Schokoladenfabrik AG

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