Zamek-Geschäftsführung: „Wachstumsimpulse kommen aus internationalen Märkten“

Donnerstag, 2. Mai 2013

Im Mai 2012 hat die Günther Zamek GmbH & Co. KG eine zu 7,75 Prozent verzinste Mittelstandsanleihe begeben. Die Geschäftsführungs-Doppelspitze des Unternehmens, Petra Zamek und Michael Krüger, geben Einblicke in die aktuelle Situation auf dem deutschen Lebensmittelmarkt.

Anleihen Finder: Was sind die „Stellschrauben“ des Lebens- oder Genussmittelmarktes?  Welche Aspekte entscheiden über den Erfolg eines Unternehmens in diesem Markt?

Petra Zamek, Geschäftsführerin von Zamek: Stabile Nachfrage und eine gewisse Konjunkturunabhängigkeit sind natürlich wichtige positive Aspekte, aber auch internationale Diversifizierung der Kunden. Zamek etwa macht mittlerweile rund 40 Prozent des Geschäfts im Ausland – Tendenz steigend. Entscheidend ist aber, dass auch die Produktentwicklung nicht stehen bleibt. Unsere Kunden sind anspruchsvoll, wollen neues. Das ist auch gut so, denn es hält den Markt in Bewegung und bietet uns immer wieder Ansatzpunkte für neue Produkte. Erheblichen Einfluss hat natürlich die Rohstoffpreisentwicklung; die ist für alle Unternehmen der Lebensmittelbranche eine Herausforderung. Hier sichern wir uns nach Möglichkeit mit längerfristigen Kontrakten gegen starke Schwankungen ab. Zudem konnten wir zuletzt mit Kunden teilweise Preiserhöhungen verhandeln.

Anleihen Finder: Fast alle Lebens- und Genussmittel-Anleihen wurden im Blitztempo platziert. Gleichzeitig steht ihr Kurs deutlich über 100 Prozent. Die Günther Zamek Produktions- und Handelsgesellschaft bildet hier noch eine Ausnahme mit einem Kurs von 93 Prozent. Woran liegt das und wie wollen Sie dies ändern?

Michael Krüger, Geschäftsführer von Zamek: Auch unser Anleihekurs lag zwischenzeitlich deutlich über 100 Prozent. Aufgrund belastender Einmaleffekte hatten wir jüngst allerdings Ergebnisse vermelden müssen, mit denen wir nicht zufrieden sein können. Gleichzeitig tragen die von uns ergriffenen Maßnahmen zur Kos-tensenkung sowie die Wachstumsschritte naturgemäß erst nach und nach Früchte. Dass der Markt da erst einmal negativ reagiert, ist doch nur verständlich, bringt uns aber nicht von unseren Zielen ab. Unser Geschäft ist auf langfristigen Erfolg ausgerichtet, und wir gehen davon aus, dass wir auch die Zuversicht der Marktteilnehmer wieder zurückgewinnen werden.

Anleihen Finder:  Welche Rolle spielt der Faktor „Marke“ bei Lebensmittel-Unternehmen für institutionelle und für Privatanleger?

Petra Zamek: Eine Marke schafft Vertrauen. Kunden verbinden mit ihr etwas und binden sich an sie. Genau das schätzen auch die Investoren an starken Marken, weil sie Stabilität des Geschäfts bedeuten. Zamek zum Beispiel steht für Tradition, Qualität und Innovation. Auch wenn wir heute den mit Abstand größten Umsatz mit anderen Marken vor allem im Discountbereich machen, stand für uns nie zur Debatte, Zamek als Produktmarke aufzugeben. Das wichtigste Argument einer Marke ist ihre Verlässlichkeit – man weiß, was man bekommt. Aber auch Discounter-Eigenmarken müssen dieses Versprechen einlösen, und das macht es für uns so herausfordernd, wenn wir neue Marken kreieren.

Anleihen Finder: Wie wird sich der Lebensmittelmarkt Ihrer Meinung nach entwickeln? Welche Veränderungen und Herausforderungen sehen Sie in der nächsten Zukunft?

Michael Krüger: Die erwähnte Preisentwicklung bei den Rohstoffen spielt für den gesamten Markt eine große Rolle. Wachstumsimpulse kommen aus internationalen Märkten, zunehmend vor allem aus Märkten außerhalb der EU. Hierbei hilft uns unsere breite internationale Aufstellung.

Anleihen Finder: Vielen Dank!

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