Kosten der Kapitalmarktfinanzierung

Die Kosten für eine Finanzierung über den Kapitalmarkt können höchst unterschiedlich sein. Zunächst kann zwischen einmaligen und wiederkehrenden Kosten unterscheiden werden.

Einmalige Kosten entstehen im Zuge der Emission und variieren stark mit der Wahl von Produkt und Emissionsverfahren. Produktseitig ist das Schuldscheindarlehen die günstigste Variante, die Anleihe die teuerste. Bezüglich des Emissionsverfahrens verursacht die Selbstemission die geringsten Kosten, die Fremdemission mit öffentlicher Platzierung und Zulassung zum öffentlichen Handel die höchsten. Privatplatzierungen von nicht öffentlich notierenden Anleihen liegen in etwa in der Mitte zwischen Schuldscheindarlehen und öffentlich notierender Anleihe bzw. den entsprechenden Emissionsarten.

Die Einmalkosten der Finanzierung über Schuldscheindarlehen entsprechen etwa der der Kreditfinanzierung, eine Selbstemission ist hier eher ungewöhnlich und es empfiehlt sich Unterstützung durch Banken oder andere Kapitalmakler zu suchen. Privatplatzierungen können auf einen Prospekt und ein Rating verzichten, allerdings bleiben die Kosten der Unternehmens-prüfung und Vertriebskosten. Letztere können durch eine Selbstemission und/oder Nutzung der Anleihenwerbung über Anleihen Finder minimiert werden. Die Pflicht zu Prospekt-erstellung und Rating sowie, BaFin Prüfung und Börsenzulassung verursachen zusätzlichen Aufwand bei der öffentlichen Anleihe. Es empfiehlt sich also die sorgfältige Abwägung der einzelnen Komponenten. Eine Kombination aus Selbst- und Fremdemission unter Nutzung der Werbeplattform von Anleihen Finder kann sich hier als guter Zwischenweg erweisen.

Laufende Kosten entstehen durch die Zinszahlungen bzw. Kuponzahlungen an Investoren sowie laufende Veröffentlichungspflichten. Die Höhe der zu zahlenden Kupons wird maßgeblich durch die Bonitätseinstufung des Emittenten und die Merkmale des angebotenen Kapitalmarktproduktes bestimmt. Gute Bonität des Emittenten und z.B. hohe Besicherung der Finanzierung führen zu geringeren Risiken für die Investoren und daher zu niedrigeren Zinsansprüchen. Geringe Bonität und z.B. Nachrangigkeit der Finanzierung hinter anderen Gläubigern führen zu größeren Risiken für die Investoren und entsprechend höheren Zinsansprüchen.

Darüber hinaus ist für den Investor relevant, wie schnell er ggf. seine Rechte weiterveräußern kann. Öffentlich notierte Anleihen sind besser handelbar als privat platzierte Anleihen, daher sind notierte Anleihen in der Regel geringer verzinst als vergleichbare privat platzierte Anleihen oder Schuldscheindarlehen. Entgegengesetzt zu den Einmalkosten, ist die öffentliche Anleihe bezüglich der laufenden Kosten die günstigste Variante, das Schuldscheindarlehen die teuerste.

Kommentare

  1. Weiler

    Guten Tag,

    wir sitzen gerade an unserem Projektauftrag (Uni) und möchten kalkulieren, welche Kosten für die Emission einer Anleihe anfallen. Die Anleihe soll vornehmlich an institutionelle Investoren veräußert werden und über ein Volumen von 1,44 Milliarden Euro emittiert werden.

    Vllt. können Sie uns dazu ja weiterhelfen, da wir keinerlei brauchbare Infs im Netz finden.

    Vielen Dank & beste Grüße
    E. Weiler

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