2. Teil des Interviews mit Windreich-Chef Willi Balz: „Global Tech I hatte zu keiner Zeit eine Finanzierungslücke. Ganz im Gegenteil, zum Kapitalerhöhungszeitpunkt lagen über 100 Millionen Euro Guthaben auf dem Konto – mit Lord Laidlaws Hilfe konnten wir eine Verwässerung unserer Anteile vermeiden“

Mittwoch, 27. Februar 2013


Willi Balz (Foto unten), Gründer und Alleinaktionär der Windreich AG, erklärt im 2. Teil des großen Anleihen Finder-Interviews ausführlich, warum er die Millionen des schottischen Adeligen Lord Laidlaw dringend benötigt habe und warum das Kreditgeschäft am Ende doch ein schlaues Geschäft für die Windreich AG sei:

Anleihen Finder Redaktion: Sie schreiben, dass das Geld von Laidlaw Ihnen geholfen habe, kurzfristige Finanzierungslücken zu überbrücken. Eine Lücke sei entstanden, weil „die Stadtwerke München die Windreich AG durch Kapitalerhöhungen auf der Basis von manipulierten Bewertungen verwässern wollten“, schreiben Sie. Daraus ergeben sich einige Fragen. Zum einen: Welche Bewertungen sind wie und von wem manipuliert worden?

Willi Balz: Das im Gesellschaftsvertrag der Global Tech I Offshore Wind GmbH vereinbarte Verfahren zur Unternehmensbewertung wurde, wie wir inzwischen wissen, nicht eingehalten. Das Verfahren sah vor, dass die Münchner Niederlassungen zweier großer Wirtschaftsprüfungsgesellschaften jeweils unabhängig voneinander in schriftlichen Gutachten den wirklichen Wert des Unternehmens ermitteln und, wenn die ermittelten Werte voneinander abweichen, erst dann die beiden Gutachter miteinander in Kontakt treten dürfen und mit Wirkung für die Gesellschafter übereinstimmend einen Mittelwert feststellen. In Abweichung von diesem Verfahren brachte der von den Stadtwerken München in die Geschäftsführung der Global Tech I Offshore Wind GmbH entsandte kaufmännische Geschäftsführer die Gutachter schon in der Entwurfsphase der Gutachten miteinander in Kontakt, diskutierte die Bewertungsfaktoren mit ihnen gemeinsam und veranlasste sie , einzelne Bewertungsfaktoren nach unten zu korrigieren.

Erst im Laufe des Klageverfahrens, das die Windreich AG gegen die rechtswidrigen Kapitalerhöhungsbeschlüsse angestrengt hat, und in dem die falsche Unternehmensbewertung gerade durch einen vom Landgericht Stuttgart bestellten Sachverständigen überprüft wird, stellte sich heraus, dass eine der beiden mit der Unternehmensbewertung beauftragten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in den der Unternehmensbewertung vorausgehenden drei Jahren rund 50 Beratungsaufträge der Stadtwerke München GmbH entgegengenommen und durchgeführt hatte.

Anleihen Finder Redaktion: Welche entscheidenden Auswirkungen hätten die von Ihnen beschriebenen Verwässerungen auf die Windreich AG gehabt, so dass Sie sich gezwungen fühlten, mit dem Geld von Laidlaw gegensteuern zu müssen? Warum mussten Sie so zeitnah handeln?

Willi Balz: Die Windreich AG musste vorsorglich an den Kapitalerhöhungen teilnehmen, um nicht im Falle eines Wirksamwerdens der Kapitalerhöhungen einen Vermögensverlust durch Verwässerung zu erleiden.

Die im Frühjahr 2011 von der Windreich Gruppe gehaltenen 160.500 Geschäftsanteile an der Global Tech I Offshore Wind GmbH entsprechen 16,05 % des Stammkapitals. Bei einer Erhöhung des Stammkapitals auf EUR 7.800.000,00 würden diese Anteile von 16,05 % auf 2,05 % verwässern. Bei richtiger Unternehmensbewertung zu 100 % des wirklichen Unternehmenswertes wäre uns dadurch kein wirtschaftlicher Nachteil entstanden, weil dann die an der Kapitalerhöhung teilnehmenden Gesellschafter den wirklichen Gegenwert für die neuen Gesellschaftsanteile in die Gesellschaft hätten einbezahlen müssen. Dann hätte die Beteiligung von 2,05 % nach der Kapitalerhöhung denselben wirtschaftlichen Wert wie die Beteiligung von 16,05 % vor der Kapitalerhöhung. Entsprechend des heute erreichten hervorragenden Projektfortschritts sprechen wir hier über 100 Mio. Euro.

Anleihen Finder Redaktion: In Ihrer Stellungnahme sprechen Sie davon, dass das Geld von Laidlaw die Windreich AG in die Lage versetzt hätte, „von der am planmäßigem Projektfortschritt von Global Tech I eingetretenen enormen Wertsteigerung in vollem Umfang zu partizipieren.“ Heißt das, wenn bei Global Tech I keine Lücken gestopft worden wären, hätten die Windreich-Ingenieure Global Tech I nicht planmäßig weiterführen können?

Und: Wieso stockte das Projekt Global Tech I? Hätte man den kurzfristigen Finanzierungsbedarf nicht voraussehen können? Hinter den Fragen steckt natürlich die Sorge, dass auch andere Windreich-Projekte kurzfristig stocken könnten.

Willi Balz: Global Tech I hatte zu keiner Zeit eine Finanzierungslücke. Ganz im Gegenteil, zum Kapitalerhöhungszeitpunkt lagen über 100 Mio. Euro Guthaben auf dem Konto. Es gab also keinen Finanzierungsbedarf. Wir konnten mit der Hilfe von Lord Laidlaw vermeiden, dass unsere Anteile verwässert worden wären und haben deshalb einen ungeschmälerten Anteil am zwischenzeitlich eingetretenen Wertzuwachs des Projekts Global Tech I.

Anleihen Finder Redaktion: Sie werden nicht müde, zu erklären, dass das Geschäft mit Laidlaw „ein schlaues Geschäft war, bleibt und ist.“ Können Sie das Ihren Anleihen- Gläubigern, die meist keinen Einblick in längerfristige unternehmerische Planungen eines Unternehmens haben, bitte nochmal veranschaulichen?

Willi Balz: Siehe Anlage 2. (PDF-Download vom Server der Anleihen Finder GmbH)

Anleihen Finder Redaktion: Die FAZ zitiert Sie, dass sich aus dem Geschäft mit Laidlaw für die Windreich AG „dreistellige Millionenerlöse“ errechnen ließen. In diesem Zusammenhang weisen Sie auf „Upside Potenziale“ Ihrer Offshore-Projekte hin. Wie funktionieren die „Upside-Regelungen“, die Sie mit Lord Laidlaw getroffen haben? Warum und wann ist das für die Windreich AG lukrativ?

Willi Balz: Siehe Anlage 3. (PDF-Download vom Server der Anleihen Finder GmbH)

Lesen Sie morgen im dritten und letzten Teil des großen Anleihen Finder-Interviews mit Windreich-Chef Willi Balz:

– warum die Nordsee der Risikokiller Nr. 1 sei

– warum die Gegner der Windreich AG und der Energiewende das „Kampfgebiet“ nach Frankfurt und in die Banken- und Finanzwelt verlagerten

und wie Willi Balz auf den Stammtischspruch „der Balz würde das mit der Windkraft nicht machen, wenn es kein Geld einbringen würde“ reagiert.

Anleihen Finder Redaktion

Fotos: Lance Cheung/flickr (oben), Windreich AG (unten)

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Wie ist der Kurs der Windreich-Anleihen? Die Windreich-Anleihen in der Anleihen Finder Datenbank:

Windreich AG 2011/2016

Windreich AG 2010/2015

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