Herr Klein, wie schaffen Sie es, trotz der schlechten Presse für die Erneuerbaren Energien Monat für Monat Investoren zu überzeugen? – Interview mit dem ecoConsort-Vorstand – Teil 2

Montag, 19. August 2013

Lesen Sie im zweiten Interview-Teil, wie sich die finanzielle Situation der ecoConsort AG darstellt und wie Vorstand Jürgen Klein (Foto), es schaffen will, trotz der schlechten Presse der Erneuerbaren Energien Monat für Monat Investoren zu überzeugen:

Anleihen Finder Redaktion: Wie stellt sich die finanzielle Situation der Ecoconsort AG dar?

Jürgen Klein: Die Anschubfinanzierung in Form eines Darlehens unserer Muttergesellschaft Prosavus ist abbezahlt. Wir haben Verbindlichkeiten ausschließlich im Bereich der Anleihe-Emissionen.

Unser Eigenkapital haben wir von 1,7 Millionen Euro in 2012 in diesem Jahr auf knapp drei Millionen Euro erhöht. Nach den Beschlüssen auf der letzten Hauptversammlung haben wir eine weitere Kapitalerhöhung vorgenommen, so dass wir ein Eigenkapital von insgesamt knapp sieben Millionen Euro verzeichnen können.

Anleihen Finder Redaktion: Wie schaffen Sie es, trotz der schlechten Presse für die Erneuerbaren Energien Monat für Monat Investoren zu überzeugen?

Jürgen Klein: Nach dem ersten vollen Geschäftsjahr hatten wir eine Emission von 11,7 Millionen Euro draußen. Zum 31. März 2013 hatten wir dann schon 27,8 Millionen Euro – Tendenz steigend. Momentan haben wir eine Monatsneuemission von knapp drei Millionen Euro.

Wir sparen zwei Emissionszwecke aus: Wind und Solar. Wir verlassen die eingetretenen Pfade der grünen Investment-Projekte. Beispiel dafür ist ein Projekt mit dem Freistaat Thüringen als Betreiber und Nutzer. Es geht darum, alte Öl- und Gasheizungen in öffentlichen Gebäuden auszutauschen. An ihre Stelle treten Blockheizkraftwerke zur Stromerzeugung, deren Abwärme und Strom wir nutzen.

Ein weiteres Projekt, das aktuell auf meinem Tisch zur Prüfung liegt, ist ein Unternehmen, das Bioabfälle in der Region Cottbus einsammelt und daraus Biokohle in Form von Pellets herstellt – ein alternativer Brennstoff für Pellets-Heizungen. Der Verkaufspreis pro Tonne steht in einem für uns wirtschaftlich günstigen Verhältnis zum Produktionspreis.

Anleihen Finder Redaktion: Was erwidern Sie auf das Argument ihrer Kritiker, dass Orderschuldverschreibungen der Ecoconsort ein hohes Maß an Vertrauen seitens der Anleger erfordere. Es gibt kein Rating und kein Börsenlisting, also wenig Kontrolle.

Jürgen Klein: Es ist uns völlig bewusst, dass es mit oder ohne Rating immer das Emittenten-Risiko gibt. Wir zeigen unsere Zahlen und unsere Investments offen an. So können wir immer deutlich machen: Wir sind immer in der Lage, die Zinsen und die Rückzahlungen zu leisten.

Ein weiterer entscheidender Punkt für uns ist, ob wir die Benchmark von acht Prozent schaffen oder nicht. Aber seit unserer Gründung liegen wir stets über zehn Prozent. Hinzu kommen die regelmäßigen Testate der Wirtschaftsprüfer und die Kontrolle unseres Aufsichtsrates. Alles in allem reicht das unseren Finanzberatern und den Kunden aus. Vielleicht gibt uns der Erfolg Recht. Kunden, die bislang zum Beispiel 20.000 Euro investiert haben, legen im zweiten Geschäftsjahr nach. Die durchschnittliche Anlagesumme steigt. Und wir haben sehr wenige Kündigungen. Über 90 Prozent der Kunden bleiben langfristig investiert. Das bedeutet für uns eine sehr gute Planbarkeit.

Anleihen Finder Redaktion: Planen Sie in Zukunft neue Finanzierungsprodukte?

Jürgen Klein: Zurzeit nicht, wir wollen die Projekte, die wir angefangen haben, richtig machen. Wir wollen nicht jedem Trend auf dem Kapitalmarkt hinterherlaufen. Wir möchten die Themen Beständigkeit, Kontinuität und Verlässlichkeit besetzen und so wahrgenommen werden. Wir wachsen sukzessive.

Anleihen Finder Redaktion: Welche Art von Projekten haben Sie für 2014 in der Pipeline?

Jürgen Klein: Für 2014 habe ich verschiedene Green Buildings im Blick. Wir haben vielleicht in Berlin und Potsdam die Gelegenheit, Ähnliches wie die grüne Studentenwohnanlage in Dresden zu entwickeln. Zudem haben wir das Thema Biomasse entdeckt. Beispiel ist die Umstellung von Kohlekraftwerken auf den Philippinen auf Biomasse. Grund ist der steigende Kohlepreis. Entsprechende Biomasse-Anlagen, die aus Pflanzen wie Bambus, die keine Nahrungsmittel sind, Biokohle machen, gucke ich mir in der nächsten Zeit an.

Anleihen Finder Redaktion: Herr Klein, vielen Dank für das Gespräch!

Rendite und Nachhaltigkeit?! Wie geht das? Welche Investitionsprojekte halten den ethisch hohen Ansprüchen der Anleger stand? Lesen Sie den ersten Teil des Interviews mit Jürgen Klein, Vorstand der ecoConsort AG, verantwortlich für Vertrieb und Öffentlichkeitsarbeit.

Anleihen Finder Redaktion

Foto: secretlondon1237/flickr

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