Vorteile von Anleihen im Vergleich zu Festgeld

Freitag, 10. Februar 2017


Gastbeitrag von Andreas Winkler. Wer sein Kapital möglichst sicher und gewinnbringend vermehren möchte, sieht sich auf dem Geldmarkt vielen verschiedenen Möglichkeiten gegenüber. Das Tückische: Keine der zahlreichen Anlagemöglichkeiten stellt ein Nonplusultra da. Jede Möglichkeit hat ihre eigenen Vor- und Nachteile. In diesem Artikel geht es ganz speziell um die Vorteile von Anleihen gegenüber einem Festgeld-Konto.

Was ist eine Anleihe?

Eine Anleihe ist ein Schuldverschreiben, welches Unternehmen, Länder und Staaten an Gläubiger aushändigen, damit sie schnell an Kapital kommen (ähnlich wie bei einer Aktie). Anders als bei Aktien, gehören Anleihen für ein Unternehmen aber zu den klasssischen Mitteln der Beschaffung von Fremdkapital. Sie verbriefen einen Rückzahlungsanspruch und Zinszahlungen in bestimmter Höhe als Entgelt für die Überlassung des Kapitals. Während ein Investor durch den Kauf von Aktien (Mit-)Eigentümer des Unternehmen wird, sind die Inhaber von Anleihen Gläubiger, die ein Recht auf eine regelmäßige Auszahlung der Zinsen sowie auf die Rückzahlung ihres eingesetzten Kapitals haben.

Was ist ein Festgeld-Konto?

Ein Festgeld-Konto wird bei einer Bank oder einer Sparkasse angelegt, um auf sichere Weise Vermögen zu vermehren. Im Vorfeld wird ein gewisser Zinssatz von der Bank angeboten und bestimmt. Als Kunde kann man sicher sein, dass dieser auch ausbezahlt wird. Der Zinssatz ist allerdings starr. Während das Geld auf dem Festgeld-Konto liegt, kann man als Anleger nicht darauf zugreifen und muss warten, bis der abgemachte Zeitraum für die Geldanlage abgelaufen ist.

Festgeld gilt als eine sehr altmodische und konservative bzw. risikolose Geldanlage. Bei 100% Einlagensicherung gehen die Zinssätze laut festgeldvergleich.org bis zu 1,80% (bei 5.000 Euro Anlagebetrag und 24 Monate Laufzeit).

Renditechancen bei einer Anleihe sind höher als bei einem Festgeld-Konto

Falls es sich bei dem Anleger um jemanden handelt, dessen Interesse es ist, mehr Gewinn zu erwirtschaften und dafür mehr Risiko einzugehen, der sollte eher eine Anleihe in Betracht ziehen.

Da die Zinsen je nach Marktlage und Gewinne der jeweiligen Kapitalgesellschaft schwanken, ist die Höhe der Zinsen bei strukturierten Wertpapieren variabel und nach oben offen, es sei denn, es handelt sich um festverzinsliche Anleihen. Aber selbst bei festverzinslichen Anleihen ist die Renditechance weitaus höher, da ein Unternehmen selbstverständlich versucht, aktiv Gewinne zu erzielen. Eine Anleihe ist in einigen Fällen unbefristet, kann aber auch wie bei festverzinslichen Unternehmensanleihen üblich, auf einen Zeitraum von fünf, zehn oder fünfzehn Jahren befristet sein. Der Anleger bekommt dabei jedes (halbe) Jahr seinen entsprechenden Zinskupon ausgezahlt.

Anleihen werfen regelmäßig Profit ab

Da Anleihen oftmals eine sehr lange Laufzeit haben oder gar unbefristet sind (es sei denn, es kommt zum Verkauf der Anleihe aufgrund von schlechter Dividende oder misslicher Marktlage der Kapitalgesellschaft), bekommt man als Anleger regelmäßig Zinsen ausgezahlt. Dadurch ist eine Anleihe eine sinnvolle Altersvorsorge und sogar ein lukratives passives Einkommen. Bei einem Festgeld-Konto sind zum einem die Zinsen meist so gering, dass sich eine regelmäßige Auszahlung gar nicht lohnt und nach der vereinbarten Laufzeit das Konto aufgelöst wird. Festgeld-Konten werfen also nur einmal Profit ab und müssen danach erneut eröffnet werden. Das ist natürlich damit verbunden, ein möglichst gutes Zinsangebot auszuhandeln.

Festverzinsliche Anleihen bieten gute Sicherheit

Zwar ist das Festgeld-Konto sehr sicher, doch in Anbetracht der niedrigen Verzinsung für die meisten Menschen weniger lukrativ. Anleihen bieten meist eine ebenso starke Sicherheit, wenn sie fest verzinst werden. Das mindert zwar auch ein wenig die Gewinnchance, erhöht dafür aber die Sicherheit des Kapitals besonders in Zeiten eines wirtschaftlichen Engpasses.

Festgeld als langfristige Anlageform

Festgeld-Konten sind im Vergleich zur Anleihe eher weniger attraktiv für die meisten Menschen, dennoch haben auch sie gewisse Vorteile, die für den einen oder anderen sinnvoll erscheinen. Wer also bei seinem Kapital sehr vorsichtig ist, kann durchaus erwägen, sein Geld in Festgeld-Konten zu investieren. Es ist dabei in erster Linie zu beachten, dass die Verzinsung höher als die Inflation ist.

Als größter Vorteil gegenüber den meisten anderen Geldanlagen, erweist sich der festgelegte Zinsertrag. Noch bevor es zum Vertragsabschluss bzw. zur Eröffnung des Festgeld-Kontos kommt, weiß der Anleger ganz genau, mit welchem Zinsertrag er rechnen kann. Dieser wird nämlich vorab zwischen Bank und Kunde bestimmt. Der Kunde ist somit nicht von Marktänderungen oder von finanziellen Engpässen seines Kreditinstituts abhängig.

Ein weiterer Vorteil ist, dass der Anlagezeitraum auch beliebig ausgehandelt werden kann. In der Regel sind Zeiträume von ca. 3 Monaten üblich, doch diese seien vorab auch auf mehrere Jahre zu strecken. Sollte man also ein ganz genaues Ziel in der mittel- bis langfristigen Zukunft haben, so kann man durch die Investition in einem Festgeld-Konto sicher berechnen, wann das finanzielle Ziel erreicht sein wird.

Der Name Festgeld wird in solchen Fällen meist gar nicht verwendet, sodass die langfristige Anlage nicht selten als Zertifikat, Sparbrief oder Festzinskonto bezeichnet wird.

Praktisch angewendet sind Festgeld-Konten genau dann sinnvoll:

  • Wenn man viel Kapital zur Verfügung hat und damit nicht spielen möchte

  • Wenn man sicher berechnen will, was man für eine Verzinsung bekommt

  • Wenn man sehr viel Wert auf Sicherheit legt

Grundsätzlich verdienen beide Anlagemöglichkeiten (Anleihen und Festgeld) das Prädikat „hohe Sicherheit“. Anleihen sind dafür aber weitaus lukrativer (und risikoreicher), während das Festgeld-Konto hohe Planungssicherheit bietet, da während des Anlegezeitraums nichts an den Vertragsbestimmungen oder an der Verzinsung verändert werden kann.

Gastbeitrag von Andreas Winkler

Foto: https://pixabay.com/de/münzen-währung-investitionen-948603

Gläubigerversammlungen – ein Trauerspiel! – Kolumne von Manuela Tränkel

Billi(g)ch will ich – Kolumne von Marius Hoerner, Hinkel & Cie. Vermögensverwaltung AG

Über den Zusammenhang von Insolvenz und Platzierungsquote – Peter Thilo Hasler, Gründer und Analyst von Sphene Capital

Experten-Chat

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen.

HAIG MB  Flex Plus - Ein Kombination von Renten, Absolut- Return-Ansätzen und geldmarktnahmen CharakterMB Fund Advisory

Menü