URA-Beurteilung: „Zinsdeckungsgrade der Emittenten verbessert“ – paragon-Anleihen hochgestuft – PNE-Anleihe 2018/23 neu im Fokus

Donnerstag, 21. Juni 2018


Neue URA-Analyse – auf der Grundlage neuer Finanzberichte wurde die URA-Beurteilung für 10 Anleihen bestätigt, für die beiden paragon-Anleihen verbessert und für die vorzeitig gekündigte HanseYachts-Anleihe 2014/19  verschlechtert. Die neue Anleihe 2018/23 der PNE AG wurde zudem neu in die URA-Beobachtung aufgenommen.

„Zinsdeckungsgrade verbessert“

Von den aktuell 18 von URA beobachteten Emittenten (22 Anleihen), bei denen es sich vorwiegend um Folgeemissionen handelt, haben immerhin 12 ihre Zinsdeckungsgrade bezogen auf das EBIT(DA) verbessert, verglichen mit dem Zeitpunkt der Erstemission. Dies ist laut Analysten einerseits auf die gestiegene Ertragskraft und andererseits auf die zinsgünstigere Refinanzierung zurückzuführen.

Die Kennzahl Net Debt / EBITDA als Indikator für die theoretische Schuldentilgungsdauer, bei der zinsgünstigere Refinanzierungskonditionen keine Rolle spielen, hat sich dagegen nur bei 9 Emittenten verbessert. Zum Zeitpunkt der Erstemission wurden zwecks Vergleichbarkeit Zinsaufwand und Volumen der Anleihe bereits eingerechnet. 

PNE-Anleihe 2018/23 im Monitoring

Neu in der URA-Beobachtung ist die zweite Anleihe 2013/18 der PNE AG (ehemals PNE Wind AG). Die PNE-Anleihe 2018/23 erhält dabei 3 „URA-Haken“, versehen mit dem Zusatz „watch“ wegen vergleichsweise schwerwiegender unten aufgeführter Risiken.

Stärken (laut URA): mehr als 20 Jahre Erfahrung als Projektentwickler in einem Wachstumsmarkt, mit umfangreichen Kontakten zu Lieferanten und Investoren. Problemlose Rückzahlung der PNE-Anleihe I (100 Mio. EUR) am 1.6.2018 aus der Liquidität (189 Mio. EUR zum 31.3.2018), für die PNE nicht auf die am 2.5.2018 emittierte Anleihe II (50 Mio. EUR) angewiesen war. Im Prime Standard notierte Aktie (Möglichkeit zur Eigenkapitalbeschaffung, hohe Transparenz mit Quartalsberichten). Positive Nettoliquidität. Auch nach Abzug von Goodwill und aktiven latenten Steuern eine Eigenkapitalquote von 36%. Zins-Step-up bei der Unterschreitung einer Eigenkapitalquote von 25% bzw. 20% (bilanziell und bezogen auf die Bilanzsumme ohne Liquidität).

Schwächen (laut URA): zuletzt eine nur ausreichende EBIT(DA)-Zinsdeckung, die sich durch die Tilgung der PNE-Anleihe I (Halbierung von Anleihevolumen und Kupon) jedoch auf ein befriedigendes Niveau verbessern sollte. Als Projektierer abhängig vom Veräußerungszeitpunkt an Investoren; deshalb sehr stark schwankende Finanzkennzahlen. Hoher Zwischenfinanzierungsbedarf für den Aufbau des „Windparkportfolios 2020“.

paragon-Anleihen (I + II) steigen auf 3 „URA-Haken“

Die beiden paragon-Anleihen haben sich nach den Zahlen zum 2017 von 2 auf 3 „URA-Haken“ verbessert. Dank der Börseneinführung von 40% der Elektromobilitäts-Tochter Voltabox AG im Oktober 2017 (Mittelzufluss 142 Mio. EUR) verfügt paragon laut URA-Analyse aktuell über eine hohe Nettoliquidität von über 40 Mio. EUR. Hierdurch kann Anfang Juli 2018 die paragon-Anleihe 2013/18 (13 Mio. EUR) problemlos zurückgezahlt und der sehr hohe negative Free Cashflow der letzten 4 Jahre überkompensiert werden. Außerdem verfünffachte sich durch das IPO das Konzern-Eigenkapital auf 177 Mio. EUR und liegt laut URA deutlich über den beträchtlichen immateriellen Vermögensansätzen (70 Mio. EUR).

HanseYachts-Anleihe nur noch bei 2 „URA-Haken“

Die HanseYachts-Anleihe 2014/19 hat sich nach den Zahlen zum 3. Quartal (31.3.2018) von 3 auf 2 „URA-Haken“ verschlechtert, nachdem sie bereits nach dem 1. Halbjahr (31.12.2017) auf „watch“ gesetzt worden war.

Nach einer leichten Verschlechterung im 1. Halbjahr (12/2017) brach das EBITDA im 3. Quartal (3/2018) von +2,2 Mio. (ohne Einmalerträge) auf -0,4 Mio. EUR regelrecht ein. Begründet wird dies v.a. mit Anlaufkosten für überdurchschnittlich viele neue Schiffsmodelle und mit witterungsbedingten Schwierigkeiten bei Lieferanten. Gemäß der gleichzeitigen Gewinnwarnung zum GJ 6/2018 wird jetzt ein Verlust nach Steuern erwartet.

HINWEIS: Die HanseYachts-Anleihe (13 Mio. EUR, 8%) wird zum 6.7.2018 vorzeitig zu 102% zurückgezahlt, vollständig refinanziert durch eine  Bankenfinanzierung.

Unveränderte URA-Beurteilung

Bestätigt wurden zuletzt nach neuen Finanzberichten die URA-Beurteilungen für folgende 10 Anleihen:

3 „URA-Haken“ für Hörmann II und PORR II,

2 Haken für FC Schalke 04 II+III, Joh. Friedrich Behrens II und Karlsberg II, 

1 Haken für eterna II, GOLFINO II, Photon Energy II und VEDES III.

INFO: Nicht mehr von URA beobachtet werden die Anleihen folgender Emittenten: Constantin Medien II, S&T und Textilkontor Seidensticker (planmäßig getilgt) sowie VEDES II (vorzeitig getilgt).

Anleihen Finder Redaktion.

Foto: pixabay.com

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