Spreu vom Weizen getrennt: Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig, Alfmeier, Beate Uhse & Co. – Die Top-Minibonds

Mittwoch, 17. Juni 2015

Wie haben sich die Minibond-Stars in den letzten sechs Monaten entwickelt? Antwort:  Man konnte gutes Geld verdienen! Im November 2014 haben wir Fondsmanager, Analysten und Banker befragt, bei welchen Minibonds keine Pleite drohe.  Ziel war es, eine Liste von Unternehmensanleihen zu führen, die als „solide“ eingeschätzt werden. Wenn man so will, eine Emittenten-Liste, die jedem Anleihen-Fan Spaß macht. Wir schauen im Abstand eines halben Jahres nochmal auf die Liste der Top-Minibonds:

Der Minibond, der am häufigsten genannt wurde, war der der Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig  – „der Star unter den Minibonds“ und: „je langweiliger, desto besser!“. Der Star-Bond legte von Jahresanfang bis heute einen Kursanstieg von zeitweise 103 auf phasenweise 108 hin. Kein Wunder, dass die zweite Anleihe (ISIN: DE000A13SAD4) des Automobilzulieferers Anfang des Jahres sehr schnell ausverkauft war und jetzt satt über pari notiert.

Hoch im Kurs

Im Umfrage-Ranking folgten in alphabetischer Reihenfolge: Alfmeier, Beate Uhse , KTG Agrar (drei Bonds) und Steilmann-Boecker – die Anleihen-Emittenten, die am häufigsten genannt wurden, auf die Frage, bei welchen Mini-Bonds keine Pleite drohe. Die Minibonds von Alfmeier und Beate Uhse fielen in den letzten Monaten durch einen ansteigenden Kurs weit über pari auf – wobei der Kurs des Beate Uhse-Bonds vor zwei Tagen Federn lassen musste und kurzzeitig unter pari rutschte. Bei der KTG Agrar verlor die älteste KTG Agrar-Anleihe, die im September dieses Jahres zurückgezahlt werden muss, ein bisschen die Gunst der Anleger. Sie notiert noch knapp über 100 Prozent. Bei Steilmann-Boecker erkennt man eine Seitwärtsbewegung des Anleihe-Kurses um den 102er-Wert. Alles in allem: Viel Luft nach oben, aber keine schlechte Performance der Stars unter den Minibonds. Hier hätte man in den letzten sechs Monaten gutes Geld verdienen können.

Wegen der Vollständigkeit: Außer den oben beschriebenen wurden vor einem halben Jahr folgende Bonds von den Befragten häufig als „solide“ und „nicht ausfallgefährdet“ eingestuft: Aton, Bastei Lübbe, Constantin Medien, Edel, Hörmann, Maschinenfabrik Spaichingen, PNE Wind, SAF Holland, Sanha, Hahn, Hallhuber, Ipsak , Karlsberg  und TAG Immobilien.

Risiko/Rendite-Relation

Marius Hoerner, Prokurist und Kundenbetreuer bei der HINKEL & CIE. Vermögensverwaltung AG sowie Fondsmanager des ARTUS Mittelstands-Renten HI Fonds, nannte schon vor sechs Monaten bei der Umfrage den Minibond der Gebr. Sanders als „Überraschungskandidat.“ Die Kursentwicklung des Papiers ist aber noch nicht berauschend. Die Anleihe notierte seit Auflage fast immer unter pari. Aber Marius Hoerner glaubt an eine gute Entwicklung. Der erfahrene Fondsmanager kauft für nominal 5.000 Euro die „8,75% Geb. Sanders 22.10.2018“ für sein Anleihen Finder-Musterdepot. Seine Begründung: „Bei Sanders steht das Risiko Ukraine im Vordergrund der Überlegungen der Investoren. Die Geschäftsleitung konnte allerdings im GJ 2014 unter Beweis stellen, dass man die Situation im Griff hat. Dementsprechend sind die gelieferten Zahlen deutlich besser als vom Markt erwartet. Die Risiko/Rendite-Relation erscheint günstig“, so Marius Hoerner.

Zudem investiert Hoerner in der aktuellen neunten Runde unseres Anleihen Finder-Musterdepot-Wettbewerbs 5.000 Euro in die SeniVita-Wandelanleihe (WKN: A13SHL) und 5.000 Euro in die 8,75-Prozent-Metalcorp-Anleihe. „Metalcorp ist eine der Anleihen, über die man relativ wenig liest und selten etwas hört. Dabei ist das Unternehmen für Investoren immer ansprechbar. Die positiven Meldungen aus dem März, sowohl aus der Presse als auch vom Unternehmen, haben sich bisher nicht auf die Kurse ausgewirkt. Die Risiko/Rendite-Relation erscheint sehr günstig“, meint Marius Hoerner.

Metalcorp-Bond beliebt

Auch Hans-Jürgen Friedrich, Vorstand der KFM Deutsche Mittelstand AG, hatte den Metalcorp-Bond vor sechs Monaten auf seiner Liste. Im März stufte die KFM Deutsche Mittelstand in ihrem aktuellen Mittelstandsanleihen-Barometer die 8,75-prozentige-Metalcorp-Anleihe dann als „äußerst attraktiv“ (fünf von fünf Sternen) ein. Die Fondsmanager scheinen ein gutes Näschen zu haben. Jetzt fehlen eigentlich nur noch viele Neuemissionen von weiteren „Star-Minibonds“, damit die langweilige Seitwärtsbewegung und die Stagnation des Minibond-Marktes ein Ende hat.

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Anleihen Finder Redaktion

Foto: Brian/flickr

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