Scholz AG: Achterbahnfahrt einer Mittelstandsanleihe – geht es mit der Scholz AG nun endgültig bergauf? Warum der Kursverlauf der Scholz-Anleihe für den Markt der Mittelstandsanleihen steht.

Donnerstag, 22. Mai 2014


Die Meldung der Scholz AG über einen guten Start ins Jahr 2014 mit einer verbesserten Ertragslage
(Konzernergebnis Q1/14 vor Steuern (EBT): + 9,8 Mio. / Im Vorjahr: -4,0 Mio. Euro) ist nicht nur ein positives Zeichen für das Unternehmen selbst, sondern auch für den kriselnden Markt der Mittelstandsanleihen. Die Scholz AG ist bislang die größte Emittentin, die eine Mittelstandsanleihe platzieren konnte. An seinem Beispiel lassen sich die Marktentwicklung und das Anlegerverhalten sehr gut ablesen, meint der Mittelstandsanleihen-Experte Peter Thilo Hasler.

Eine defizitäre Situation ist Bestandteil einer zyklischen Marktentwicklung

„Da das Unternehmen in einem sehr zyklischen Markt tätig ist, ist auch die Ertragsentwicklung äußert zyklisch, so dass Situationen, in denen Scholz defizitär ist, den Normalfall darstellen und Anleger nicht über die Maße beunruhigen sollten. Dass dies doch der Fall war zeigt, wie unsicher Investoren in Mittelstandsanleihen inzwischen geworden sind, aber auch, dass von Seiten der Emittentin in Sachen „Kapitalmarktkommunikation“ nicht alles richtig gemacht wurde.“

Panikmache ist fehl am Platz

Hasler, Gründer der Sphene Capital GmbH, der die Scholz AG-Anleihe ebenfalls in seinem Anleihen Finder-Musterdepot führt, macht den Anlegern Mut und hält weiter an der Anleihe fest. „Jedenfalls sollte die Panik, die wir in den letzten Monaten beobachten mussten, fürs erste vorbei sein, zumal wesentliche Verlustbringer wie die australische Töchter zwischenzeitlich verkauft wurden.“

Die Scholz AG mit positivem Blick in die Zukunft

Nach dem schwierigen Jahr 2013 blickt die internationale Recyclinggruppe nun nach vorne. Auf Basis des guten Startquartals und einer für die kommenden Monate erwarteten stabilen Preisentwicklung, blickt der Scholz-Vorstand positiv auf das Gesamtjahr 2014 und geht von einem deutlich verbesserten EBITDA aus. Die bevorstehende Transaktion mit der japanischen Toyota Tsusho Corporation (TTC), die sich mit 39,9 Prozent an der Scholz AG beteiligen wird, dürfte ebenfalls zur optimistischen Jahresplanung beitragen.

Auch Peter Thilo Hasler ist davon überzeugt: „Der Einstieg von TTC wird zunächst einmal die Eigenkapitalsituation von Scholz verbessern. Darüber hinaus dürfte der Investor einen Platz im Aufsichtsrat erhalten, was angesichts der Marktbedeutung der global tätigen TTC nicht schädlich sein dürfte.“ CEO Oliver Scholz wies nach Abschluss der Verhandlungen ja bereits daraufhin, dass die Scholz AG mit der Toyota Tsusho Corporation (TTC) den absoluten Wunschpartner gefunden habe. Beide Unternehmen arbeiten seit mehr als 10 Jahren zusammen.

Ähnlich wie mit der Scholz AG-Anleihe, die derzeit bei 103,5% geführt wird, geht es auch mit dem Mittelstandsanleihen-Segment Schritt für Schritt bergauf. So zeigt die Kurve des Mibox-Index der Anleihen Finder GmbH in den letzten Wochen stets nach oben. Marktbeobachter und Analysten rechnen mit einer zunehmend positiven Entwicklung des Marktsegmentes, welches seine erste große Krise langsam überwunden zu haben scheint.

Anleihen Finder Redaktion. Timm Henecker

Foto: Scholz AG

Anleihen Finder Datenbank

Scholz AG 2012/2017

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