Schock für Scholz-Gläubiger – bekommen die Anleger höchstens elf Prozent ihres eingesetzten Kapitals zurück?

Mittwoch, 18. Mai 2016


Nachdem der Recyclingriese Scholz im Februar dieses Jahres eine Zinsstundung auf seine Anleihe erreicht hatte, gibt es nun ein erstes Verhandlungsergebnis im außergerichtlichen Restrukturierungsprozess.  Demnach liegt das vorliegende, von einem Investor finanzierte Angebot lediglich bei einer Maximal-Quote von rund elf Prozent auf die nach österreichischem Recht begebene Scholz-Anleihe über 182,5 Millionen Euro.

Die ausgehandelten Konditionen sind das Ergebnis der Gespräche zwischen der rechtlich bestellten Anleihekuratorin Ulla Reisch und den Banken, die als erstrangig besicherte Gläubiger der Scholz Holding ein entsprechendes Angebot eines potentiellen Investors erhalten haben. Bei diesem potenziellen Investor soll es sich laut Medienberichten um den chinsischen Metallrecycler Chiho-Tiande handeln und nicht um den US-Investor KKR Credit.

Abschlagszahlung von 14 Millionen Euro

Für die Gläubiger der Scholz-Anleihe (WKN A1MLSS) bedeutet das, dass sie wahrscheinlich nur höchstens elf Prozent ihres eingesetzten Kapitals zurückbekommen. So sollen sie eine Abschlagszahlung von 14 Millionen noch in diesem Jahr erhalten sowie eine sogenannte „Besserungszahlung“ in Höhe von 5,8 Millionen Euro in Aussicht gestellt bekommen. Diese hänge aber von der weiteren Geschäftsentwicklung der Scholz Holding ab, so Ulla Reisch. Im Gegenzug sollen die Anleihegläubiger auf das restliche Kapital der begebenen Anleihe im Gesamtumfang von 182,5 Millionen Euro sowie die vereinbarten Zinsen verzichten.

Hinweis:  Allein die im März fällig gewordene und bis Ende Mai gestundete Zinszahlung beläuft sich auf 15,5 Millionen Euro. Der angeschlagene Schrottverwerter Scholz hatte die Zeichner der Anleihe Mitte Februar aufgefordert, auf eine am 8. März fällige Zinszahlung zu verzichten. Ende Februar billigte das Handelsgericht Wien die Stundung der fälligen Zinszahlungen bis 31. Mai 2016.

Details zur Zahlung

Die Abschlagszahlung der 14 Millionen Euro soll bis spätestens 15.10.2016 an die Anleihebesitzer geleistet werden. Eine Zahlung der angebotenen Besserung soll vom EBITDA der Emittentin für die Jahre 2016 und 2017 abhängen. Der Termin für eine mögliche Besserungszahlung steht zudem noch nicht fest.

Die Abschlagszahlung in Höhe von 14 Millionen Euro entspricht bezogen auf das Gesamtvolumen der begebenen Anleihe einer Quote von 7,671 Prozent. Eine etwaige Besserungszahlung in Höhe von 5,8 Millionen Euro entspricht einer zusätzlichen Quote von 3,178 Prozent. Vorausgesetzt die Besserungszahlung wird geleistet, so können die Scholz-Anleihegläubiger rund 11 Prozent ihres eingesetzten Kapitals zurück.

Potenzielle Investoren

Zuletzt hatte der Recyclingriese mit guten Nachrichten im Investorenprozess auf sich aufmerksam gemacht. Neben dem US-amerikanischen Investor KKR Credit, mit dem das Unternehmen exklusiv über eine umfassende Rekapitalisierung verhandelte, hatte sich auch die chinesische Metallrecycler Chiho-Tiande Group in die Verkaufsgespräche der Scholz Gruppe eingeklinkt.

Michael Thomas, Chief Restructuring Officer (CRO) der Scholz Holding GmbH wertete das neuerliche Interesse als ein Zeichen für die Attraktivität der Scholz-Gruppe. „Mit Chiho-Tiande und KKR Credit haben zwei renommierte Adressen öffentlich ihre Absicht bekundet, in die Scholz Gruppe zu investieren und die notwendige finanzielle Restrukturierung zu ermöglichen. Ihr Interesse ist ein klares Zeichen für die hohe Attraktivität der Scholz Gruppe als einem der weltweit führenden Recyclingunternehmen für Stahl und NE-Metalle“.

Nach diesen Nachrichten hatten sich die Anleihegläubiger der Scholz Gruppe sicherlich eine wesentlich höhere Rückzahlung als die besagten maximalen elf Prozent versprochen. Noch ist aber nichts entschieden. Die Anleihegläubiger können zu dem geplanten Angebot in der für morgen, am Donnerstag, den 19.5.2016 beim Handelsgericht Wien anberaumten „Tagfahrt“ (Gläubigerversammlung) ihre Rechte wahrnehmen.

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Anleihen Finder Redaktion. Timm Henecker.

Foto: Matt Gibson/ flickr.com

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Unternehmensanleihe der Scholz Holding GmbH 2012/2017

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