Nächste Pleite: RENA GmbH stellt Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung – „Was für Amateure!“ – RENA-Mittelstandsanleihen vom Handel im Entry Standard der Börse Frankfurt ausgesetzt – Stimmung am Markt der Mittelstandsanleihen auf dem Nullpunkt

Mittwoch, 26. März 2014


Die Geschäftsführung der RENA GmbH hat einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Villingen-Schwenningen gestellt. Das gab die RENA GmbH heute bekannt. Die Börse Frankfurt hat beide RENA-Anleihen, RENA GmbH 2010/2015 und RENA GmbH 2013/2018, vom Handel im Entry Standard ausgesetzt. Der Sanierungsexperte Thomas Oberle von der Kanzlei Wellensiek wurde ab sofort in die RENA-Geschäftsleitung berufen.

Eckhard Rau habe das Amt des CFO aus persönlichen Gründen mit sofortiger Wirkung niedergelegt, „um sich alleinig auf die Begleitung des vorläufigen Insolvenzverfahrens der Hager + Elsässer GmbH und deren Zukunftssicherung und Investorenfindung zu konzentrieren“, informiert die RENA GmbH.

Der Geschäftsbetrieb bei der RENA GmbH und den übrigen Gesellschaften der RENA-Gruppe soll weiterlaufen.

Die Geschäftsführung der RENA GmbH begründete den Insolvenzantrag damit, dass die „in den vergangenen Tagen unter den Finanzierungspartnern besprochene Finanzierungslösung überraschend an Mithaftungsfragen für Verbindlichkeiten der seit 19. Februar insolventen Tochtergesellschaft SH+E scheiterte.“ „Was für Amateure!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Und man hat mal wieder gesehen das einige mehr wussten. Bin mit Glück noch mit einem blauen Auge rausgekommen aber dieses Midbonds Segement ist nicht besser als der Neue Markt 2000. Eine Sauerei was da abgeht. Bin überzeugt schon als der große Kurssturz war gab es viele Insider und auch diese Woche sind noch einige raus. Irgendeine arme Sau hat am Donnerstag und Freitag noch 500 K der 18er zu 36 eingesammelt“, kommentierte heute der Forumteilnehmer „wupi“ den aktuellen Vorgang, die Kursprünge der RENA-Unternehmensanleihen und die Stimmung auf dem Markt der Mittelstandsanleihen auf bondboard.de.

Investor Relations-Schönwetter bei der RENA GmbH

Fakt ist, das die RENA-Manager am 19. Februar 2014 ein Insolvenzverfahren für die Rena-SH+E-Tochtergesellschaften beantragt hatten. RENA wollte sich auf Hightech Maschinen für Erneuerbare Energien/Solar, Medizintechnik/Pharma sowie für Leiterplatten und Halbleiterindustrie konzentrieren. Hier soll es „in den vergangenen fünf Monaten zur Verdoppelung des Auftragseingangs gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum“ gekommen sein. Der Auftragsbestand betrage rund 100 Millionen Euro. Und zudem gebe es „weitere Anzeichen einer Belebung im Solarmarkt sowie neue Geschäftsanbahnungen in den Anwendungsfeldern Medizintechnik und Halbleiterproduktion.“

Alle diese guten Nachrichten haben die „Finanzpartner” wohl nicht richtig überzeugen können. Aber immerhin erlebten die Anleihe-Kurse der RENA-Unternehmensanleihen durch das Investor Relations-Schönwetter eine kurze Aufschwungphase.

RENA bemüht sich auch jetzt die Gute-Wetter-Laune zu bewahren: So habe der Auftragseingang im Kerngeschäftsbereich Maschinenbau in den vergangenen Wochen angezogen. In 2014 habe RENA hier bislang neue Aufträge im Volumen von rund 22 Millionen Euro verbucht, der gesamte Auftragsbestand betrage aktuell über 100 Mio. Euro, wie RENA schon in der Pressemitteilung aus dem Februar beteuert. Darüber hinaus gebe es wieder „weitere Anzeichen einer Belebung im Solarmarkt sowie neue Geschäftsanbahnungen in den Anwendungsfeldern Medizintechnik sowie Leiterplatten- und Halbleiterproduktion.“

Christoph Morisse, Anleihen Finder Redaktion

Foto: RENA GmbH

Anleihen Finder Datenbank

Unternehmensanleihe der RENA GmbH 2010/2015

Unternehmensanleihe RENA GmbH 2013/2018

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