MSV Duisburg: Bislang über 200.000 Euro über Fan-Anleihe eingesammelt – Ist die Zebra-Anleihe ein Flop? – Interview mit Martin Haltermann, Pressesprecher des Meidericher Spielvereins

Freitag, 20. September 2013


Am kommenden Samstag, an dem der MSV gegen Holstein Kiel in der dritten Liga ran muss, ist die Zebra-Anleihe seit einer Woche am Start. Fans und interessierte Anleger können die MSV-Anleihe für 100 (Depot), 111 , 500 und 1902 Euro (Schmuckurkunden) erwerben. Die Zebra-Anleihe wird mit fünf Prozent bzw. sechs Prozent – falls der MSV aufsteigt – verzinst. Insgesamt will der Traditionsverein fünf Millionen Euro einnehmen. Die Anleihen Finder Redaktion fragte beimm MSV-Pressesprecher Martin Haltermann nach, wie es voran geht:

Anleihen Finder Redaktion: Laut Presseberichten vom 16.09. konnte der MSV Duisburg bis dahin 125.000 Euro von geplanten fünf Millionen Euro des maximalen Anleihe-Volumens einsammeln. Wie hoch ist der aktuelle Platzierungsstand?

Martin Haltermann: Wir sind mit dem Start durchaus zufrieden, stehen aktuell über 200.000 Euro. Unser Ziel war es, in diesen ersten Tagen – deshalb auch der Start an einem Heimspieltag– die Fans anzusprechen und mitzunehmen. Das ist geglückt, rund 70 Prozent der bis dato gezeichneten Anleihen sind die 111-Euro-Schmuckurkunden. Das übrige Drittel verteilt sich zu gleichen Teilen auf die 500-Euro und 1902-Euro-Schmuckanleihe bzw auf reine Depotanleihen, die ja auch möglich sind.

Anleihen Finder Redaktion: Einige kritische Stimmen aus dem Anleihen-Markt meinen, dass die Fan-Anleihe des MSV Duisburg bislang ein Flop sei. Die Gründe seien der bislang relativ niedrige Platzierungsstand und die sehr kritische Medienberichterstattung im Vorfeld – Beispiel: Das „Betrachten Sie das Geld als verloren“-Zitat von Sportökonom Daniel Weimar von der Universität Duisburg-Essen. Inwiefern können Sie die Meinung dieser Kritiker nachvollziehen?

Martin Haltermann: Wir haben intern ganz klare Ziele definiert, die Zielgruppenansprache und Abläufe der Ansprache entsprechend definiert. Deshalb kann von einem Flop keine Rede sein. Klar ist uns, dass Groß-Anleger bzw. –Zeichner den Abschluss des Gläubiger-Moratoriums mit dem 80-prozentigen Schuldenschnitt abwarten, der bis Ende Oktober kommt. Entsprechend planen wir – und sind daher absolut im Soll. Dass der eine oder andere die Chance nutzt, sich auf unserem Namen der breiten Masse zu präsentieren, ist im Fußball – weder bei uns noch bei anderen Clubs – ja keine neue Erfahrung. Entsprechend gelassen können wir auch damit umgehen.

Anleihen Finder Redaktion: Können Sie bitte nochmal kurz umreißen, in welche konkreten Projekte der MSV Duisburg die Anleihen-Erlöse investieren möchte?

Martin Haltermann: Es geht zu weiten Teilen um die Umstrukturierung der Finanzierung des MSV. Mit einem Großteil werden wir ein bis zum Ende dieser Saison 2013/14 datiertes Darlehen ablösen und in eigene Hände bekommen. Rund 20 Prozent wird der MSV in die Infrastruktur seines NachwuchsLeistungsZentrums investieren. Geplant sind dort zum Beispiel ein weiterer Kunstrasenplatz oder die Sanierung der Jugendkabinen.

Anleihen Finder Redaktion: Herr Haltermann, viele Dank für das Gespräch!

Anleihen Finder Redaktion

Foto: MSV Duisburg GmbH & Co. KGaA

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