Mittelstandsanleihen: Kein Grund die Flinte hier hinein zu werfen!

Donnerstag, 5. Dezember 2013


Die getgoods.de AG ist insolvent, die hkw personalkonzepte GmbH muss die Zinszahlung verschieben, die 3W Power S. A. wird kurzzeitig vom Handel ausgesetzt und die Emittentenratings fallen erdrutschartig wo man nur hinschaut… Nachrichtenlesen macht den Eignern mittelständischer Unternehmensanleihen derzeit wohl keinen Spaß. Ein Grund, vom Untergang der Assetklasse zu unken, ist dies jedoch noch lange nicht, denn es gibt auch Positives zu berichten.

Der Markt für mittelständische Unternehmensanleihen, der im Sommer dieses Jahres noch boomte, muss jetzt einen kräftigen Dämpfer nach dem anderen verkraften. Besonders nervös macht viele Marktplayer, dass die aktuellen Wackelkandidaten nicht – wie in der Vergangenheit (s. Tabelle Seite 2) – vorwiegend aus dem ohnehin schwierigen Erneuerbare Energien-Sektor stammen, sondern aus vielen verschiedenen Branchen kommen.

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Rendite und Risiko steigen meist gemeinsam

Die Folge all dessen ist eine gewisse Katastrophenstimmung auf dem Markt für Mittelstandsanleihen. Doch ist diese wirklich berechtigt? Schließlich ist die Anzahl der Defaults seit dem Ausfall von Solar Millennium in 2011 noch überschaubar. Auf der anderen Seite gibt es zahlreiche, pünktlich zahlende Emittenten, die Anleihegläubigern Zinsen bieten, die die von Staatsanleihen oder Festgeldkonten um oft mehr als das Vierfache übersteigen. Entsprechend bergen sie jedoch auch ein höheres Ausfallsrisiko. Schließlich ist die Regel, dass Rendite und Risiko proportional zueinander steigen, ein grundlegendes Marktgesetz. Vor diesem Hintergrund stellt sich jedoch die Frage, ob die Ratings der Emittenten, die oft im Investment Grade-Bereich lagen (s. Tabelle), nicht deutlich zu optimistisch angesetzt waren.

Sympatex ist vollplatziert, Rena Lange hat Mindestplatzierung überschritten

Die Emittenten, die sich im November trotz der schlechten Stimmung an den Markt getraut haben, wurden dafür dann auch mit durchaus guten Platzierungsergebnissen belohnt: So konnte der Funktionskleidungshersteller Sympatex Holding GmbH das gesamte Volumen seiner Anleihe in Höhe von EUR 13 Mio. innerhalb seiner nur drei Tage währenden Zeichnungsfrist vollständig platzieren. Auch das Haute-Couture-Unternehmen Rena Lange hat seine selbst gesetzte Mindestplatzierungs-höhe von EUR 4 Mio. bereits deutlich überschritten. Die Zeichnungsfrist für die Anleihe mit einem Gesamtvolumen von EUR 10 Mio. läuft noch bis zum 11.12.2013.

Sowohl Sympatex als auch Rena Lange haben auf einen relativ hohen Kupon von 8 Prozent gesetzt. Eine Möglichkeit für chancenorientierte Anleger, im aktuellen Niedrigzinsumfeld eine hohe Rendite zu erzielen.

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Anleihen Finder Redaktion

Foto: Frank Radel/pixelio.de

 

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