Minibonds in 2015 – Was bringt das neue Jahr?

Dienstag, 16. Dezember 2014


So langsam verzieht sich der Pulverdampf nach dem Kanonendonner der Insolvenzen auf dem Minibond-Markt. Zwar darf man im neuen Jahr kein großes Feuerwerk der Neuemissionen erwarten, aber durchaus ein mittleres, hochwertigeres, das auch dem anspruchsvolleren Investoren-Publikum gefallen könnte. Mittelständische Emittenten müssen jetzt durch Qualität überzeugen, sonst haben sie bei Investoren, die rasch viel dazu gelernt haben, keine Chance.

Wir haben uns im Markt umgehört: „Wann geht es wieder los? Rechnen Sie insgesamt mit einem Wiedererstarken des Minibonds-Marktes in 2015 oder eher nicht?“

Für Florian Weber, CEO der SCHNIGGE Wertpapierhandelsbank AG, hat sich der Pulverdampf noch nicht verzogen: „Es wird nach unserem Verständnis kein ‚Wiedererstarken‘ geben, denn der Markt war nie ‚stark‘ im eigentlichen Sinne. Es wurden viele Emittenten dazu gebracht, einen offenbar aufnahmefähigen Markt zu nutzen, um Emissionen an den Anleger zu bringen. Damit wäre unter ‚stark‘ die Definition eines aufnahmefähigen Marktes zu sehen. ‚Stark‘ nach unserem Dafürhalten ist ein Markt aber nur, wenn beides zusammen passt: Emissionsqualität UND Investitionsbereitschaft. Hier ist viel Porzellan bei Investoren zerschlagen worden – der Begriff ‚Mittelstand‘ wird leider als Schimpfwort im Zusammenhang mit Anleihen genutzt.“

Trotzdem schreibt Florian Schnigge den Minibond-Markt nicht ab: „Wir glauben, dass der Markt erwachsen wird: Die Investoren sind weiterhin offen, schauen sich aber die Emittenten hinsichtlich der Qualität vermehrt und inhaltlich vertieft an. Emittenten, die denken, mit ein paar Prozent mehr wird man schon an Geld kommen, werden aber keinen Erfolg mehr haben. Gute Qualität mit entsprechenden Ratings werden aber auch in 2015 an den Markt kommen können“, so Florian Weber.

Rückblick: Platzierungsquote und Aufstockungen in 2014

Peter Thilo Hasler, Analyst bei Sphene Capital GmbH, sieht die Platzierungsquote und die vielen Aufstockungen im alten Jahr als Zeichen für eine Aufhellung: „Das Platzierungsergebnis bei Neuemissionen 2014 lag deutlich unter seinem Vorjahreswert. Was mich positiv stimmt, ist, dass die Platzierungsquote, also das Verhältnis aus tatsächlich platziertem zu angestrebtem Anleihevolumen, in diesem Jahr deutlich angestiegen ist, und zwar auf 91,8% von 76,9%. Investoren sind also selektiver geworden. Dies zeigt sich auch an den Aufstockungsaktivitäten, die in diesem Jahr deutlich gesteigert werden konnten: So wurden in diesem Jahr 14 Mittelstandsanleihen mit einem Volumen von EUR 741,9 Mio. aufgestockt (Vj.: elf Anleihen mit einem Volumen von EUR 331,2 Mio.). In Zeiten der durch Insolvenzen hervorgerufenen Unsicherheit bevorzugen Investoren also Emittenten, die ihnen bekannt sind“, meint Peter Thilo Hasler.

Investitionsdruck

Investmentprofi Manuela Tränkel, deren Musterdepot beim Anleihen Finder zurzeit die besten Ergebnisse einfährt, weißt auf den zurzeit oft zitierten Investitionsdruck hin, der den Markt der Minibonds antreiben könnte: „Solange das Niedrigzinsumfeld und die restriktive Kreditvergabe bei Banken anhält, dürfte diese Finanzierungsalternative von Unternehmen zumindest in Betracht gezogen werden.“

Nach einer kurzen Pause geht’s weiter

Hans-Jürgen Friedrich, Vorstand der KFM Deutsche Mittelstand AG, weiß, dass „zurzeit mehrere Emittenten auf dem Weg an den Kapitalmarkt“ seien. „Erfahrungsgemäß wird nach dem Jahreswechsel ein wenig Ruhe einkehren, damit die Unternehmen wieder mit aktuellen Zahlen an den Kapitalmarkt gehen können. Wir rechnen für 2015 damit, dass qualitativ attraktive mittelständische Unternehmen mit neuen Mittelstandsanleihen auf den Markt kommen werden. Hier gilt es, die Spreu vom Weizen zu trennen – gute Emittenten werden ihre Anleihen gut platzieren können, während die Emittenten, die über keine guten Kennzahlen verfügen, auch bei der Platzierung Schwierigkeiten haben werden.“

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Christoph Morisse. Anleihen Finder Redaktion.

Foto: Annette Schimberg

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