MeridianSpa Deutschland GmbH: „Die Börsennotierung unserer Wellness-Anleihe sehen wir als Sicherheit für die Anleger“

Mittwoch, 20. November 2013
MeridianSpa Deutschland GmbH: “Die Börsennotierung unserer Wellness-Anleihe sehen wir als Sicherheit für die Anleger”


Die „Wellness-Anleihe“ bietet bis zu sieben Prozent Zinsen. Die Anleihen Finder Redaktion sprach mit Leo Eckstein, dem geschäftsführenden Gesellschafter der MeridianSpa Deutschland GmbH, die nach der Fitness-Anleihe jetzt die Wellness-Anleihe anbietet.

Anleihen Finder Redaktion: Sehr geehrter Herr Eckstein, Sie geben Ihrer zweiten Unternehmensanleihe den Namen „WellnessAnleihe“. Wie viel Wellness aus Anleihen-Gläubiger-Sicht steckt in Ihrem Angebot?

Leo Eckstein: Zunächst einmal möchten wir mit dem Namen „WellnessAnleihe“ eine unserer drei Kernkompetenzen hervorheben. Fitness. Wellness. Bodycare. Dieser Dreiklang beschreibt die besondere Idee und den qualitativ hohen Anspruch unseres seit fast 30 Jahren im Markt aktiven Unternehmens. Die gelungene Verbindung der drei Bereiche in Premium-Qualität unter einem Dach und in einem besonderen Ambiente kennzeichnet heute und auch in Zukunft das einzigartige MeridianSpa-Wohlfühlerlebnis. Auf die Anleihe bezogen bedeutet Wellness für uns, dass der Anleger für die Laufzeit die halbjährlichen Zinszahlungen genießen kann. Man muss keine Kurse verfolgen, den günstigsten Zeitpunkt für den Verkauf festlegen und am Ende feststellen, dass man den optimalen Zeitpunkt doch nicht getroffen hat. Wir zahlen nach Ablauf der Mindestlauflaufzeit und Kündigung der Anleihe das eingezahlte Kapital vollständig zurück. Aus unserer Sicht ist dies auch eine Art „Wellness-Faktor“ für Kapitalanleger.
Und so haben wir den Namen „WellnessAnleihe“ konzipiert.

Anleihen Finder Redaktion: In 2010 hatten Sie Ihre erste Unternehmensanleihe, die „FitnessAnleihe“ mit einem Platzierungsvolumen von 4,6 Millionen Euro emittiert. Inwiefern liegt man mit der Annahme richtig, dass Sie jetzt mit Ihrer neuen „WellnessAnleihe“, die ein maximales Volumen von zehn Millionen Euro aufweist, Ihre alte „FitnessAnleihe“ ablösen wollen?

Leo Eckstein: Unsere FitnessAnleihe war für uns ein voller Erfolg. Das eingeworbene Kapital konnten wir zur Weiterentwicklung der Unternehmensgruppe einsetzen und die Rückzahlung der Anleihe steht frühestens zum 31.12.2015 an. Zu diesem Zeitpunkt wird die Anleihe mit 7,00% verzinst. Die Anleihe verlängert sich ab diesem Zeitpunkt jährlich um 1 Jahr, wenn der einzelne Zeichner nicht 6 Monate vorher kündigt. Warum sollte aber ein über Jahre zufriedener Anleger dann die Anleihe kündigen – zumal zu erwarten ist, dass der Zinssatz auch Ende 2015 im Vergleich zu anderen Kapitalanlagen noch sehr attraktiv sein dürfte? Wir gehen aber in unseren internen Planungen ab Ende 2015 sicherheitshalber von einer kalkulatorisch unterstellten jährlichen Kündigungsquote aus und haben ein entsprechendes Rückzahlungsvolumen aus Eigenmitteln in unseren Planungen berücksichtigt. Die neue WellnessAnleihe dient im Wesentlichen der Teilfinanzierung unserer neuen Projekte MeridianSpa Skyline Plaza in Frankfurt / Main und MeridianSpa Barmbek in Hamburg und wird nicht zur Rückzahlung der ersten Anleihe verwendet.

Anleihen Finder Redaktion: Was bedeutet das genau, wenn es in der Werbebroschüre für Ihre neue Unternehmensanleihe heißt, „das verbleibende mit der Wellness-Anleihe eingeworbene Kapital dient der weiteren Optimierung der Finanzierungsstruktur und damit der mittel- und langfristigen Stabilisierung der Ertragssituation.“ Ist mit „der Optimierung der Finanzstruktur“ die Tilgung von Schulden gemeint?

Leo Eckstein: Zunächst einmal möchten wir mit den Mitteln der WellnessAnleihe primär die Endfinanzierung der beiden neuen Projekte in Frankfurt und Hamburg sicherstellen. Sollten wir nicht alle ein-geworbenen Mittel hierfür benötigen, da wir ja auch aus dem laufenden Betrieb der Bestandsanlagen sukzessive weitere Eigenmittel generieren, werden wir mit dem darüber hinausgehenden Kapital z.B. bestehende (Bank-)Finanzierungen vorzeitig ablösen und damit die Kreditzinsbelastung für die Unternehmensgruppe reduzieren.

Anleihen Finder Redaktion: In welche konkreten Projekte wollen Sie die neuen Anleihe-Millionen investieren? Und inwiefern gehen Sie davon aus, dass diese Projekte zum Geschäftserfolg beitragen werden?

Leo Eckstein: Wir bauen zurzeit in Frankfurt / Main im neuen Skyline Plaza in der Europaallee eine neue MeridianSpa-Anlage, die am 1. Februar 2014 eröffnen wird. Das Skyline Plaza ist ein großes Shoppingcenter im Herzen der Main-Metropole, das der Hamburger Shoppingcenter-Betreiber ECE projektiert hat und betreibt. Das Shoppingcenter ist bereits im August eröffnet worden und wir werden planmäßig unsere Anlage etwas später eröffnen. Außerdem befindet sich das MeridianSpa Barmbek im denkmalgeschützten Wasserturmpalais auf dem Gelände des ehemaligen Allgemeinen Krankenhauses Hamburg-Barmbek zurzeit in Bau, das wir am 1. September 2014 eröffnen werden.

Für beide Projekte wird ein Großteil der Investitionen von den Projektentwicklern getragen, deren volles Vertrauen wir vor dem Hintergrund unserer 30jährigen Branchenerfahrung genießen. Mit dem neuen Anleihekapital werden wir zusammen mit den eingesetzten Eigenmitteln in Höhe von mehreren Mio. EUR die Endfinanzierung des Innenausbaus und der Betriebsausstattung sicherstellen und in Teilen auch dafür zur Verfügung gestellte Zwischenfinanzierungen ablösen.

Wir haben für beide Standorte umfangreiche Standortanalysen von einem mit der Freizeitbranche bestens vertrauten Beratungsunternehmen anfertigen lassen, die uns darin bestätigen, dass wir mit beiden Anlagen erfolgreich sein werden. Nach einer betriebstypischen Belastung durch Vorlaufkosten der Eröffnung und der üblichen Anlaufverluste in der Startphase gehen wir davon aus, dass beide Anlagen nach ca. 18 – 24 Monaten den operativen break-even erreicht haben werden und dann mit positiven Deckungsbeiträgen zusätzlich zu den stabilen Ergebnissen der 6 Bestandsanlagen mit aktuell über 30.000 Mitgliedern zum Unternehmenserfolg beitragen werden.

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Anleihen Finder Redaktion: Warum haben Sie sich gegen ein Rating, aber für eine Börsennotierung Ihrer Unternehmensanleihe entschieden?

Leo Eckstein: Wir wenden uns mit der Anleihe weniger an institutionelle Anleger, für die ein Rating eine wesentliche Rolle spielt. Unsere Hauptzielgruppe sind unsere eigenen Mitglieder, Geschäftspartner, Mitarbeiter und alle fitness- und wellnessaffinen Menschen, die unser Geschäftsmodell verstehen und uns aus eigener Anschauung kennen bzw. durch die Nutzung unseres Premium-Angebots (zum Teil seit vielen Jahren) am eigenen Leib erleben können und die unser Geschäftsgebaren und unsere Handlungsweise schätzen.

Aber selbstverständlich kann auch jeder andere Interessent unsere Anleihe zeichnen. Zum Zeichnen einer Anleihe gehört nach unserer Ansicht insbesondere das Vertrauen der Anleger in das Unternehmen, die handelnden Personen  und in die weitere Entwicklung des Unternehmens in der Zukunft. Für uns ist es vor diesem Hintergrund auch ein Vertrauensbeweis, das fast 45 % der bisher seit dem 15. Oktober 2013 eingegangenen Zeichnungsaufträge auf Wiederholer entfallen, die vor drei Jahren bereits die FitnessAnleihe gezeichnet haben. Die nicht unerheblichen Kosten eines Ratings hätten daher aus unserer Sicht in keinem Verhältnis zu dem Mehrwert in der Wahrnehmung gestanden.

Die Börsennotierung sehen wir eher als Sicherheit für die Anleger denn als ein Instrument für Spekulationen. Jeder Anleger sollte sich zunächst grundsätzlich darüber im Klaren sein, dass er sein Geld für 5 ¼ Jahre investiert und bei Kündigung nach Ablauf der Mindestlaufzeit in voller Höhe zurückerhält. Eine ordentliche Kündigung des Kapitals in dieser Zeit ist nicht vorgesehen. Dennoch kann es vorkommen, dass ein Anleger einen Teil seines Kapitals oder vielleicht auch sein ganzes Kapital vorzeitig benötigt, wenn beispielweise unvorhergesehene Ausgaben entstehen. Dann könnte die Handelbarkeit der Anleihe über die Börse eine Möglichkeit darstellen, früher an sein Geld zu kommen. Es ist in diesem Fall allerdings nicht garantiert, dass der Anleger 100% zurückerhält, da der Kurs vom Markt gemacht wird. Wir zahlen bei Kündigung nach Ablauf der Mindestlaufzeit in jedem Fall 100% zurück. Auch unsere FitnessAnleihe ist an der Börse notiert – bisher hat aber fast kein Umsatz stattgefunden, da die Zeichner an dem attraktiven Investment festhalten.

Anleihen Finder Redaktion: Welche Sicherheiten bieten Sie Ihren Anleihe-Gläubigern an?

Leo Eckstein: Sicherheiten im klassischen Sinn gibt es für die Anleihe nicht. Das ist in der Regel bei mittel-ständischen Unternehmen auch nicht üblich, sofern die Anleihe nicht im Immobilienbereich emittiert wird. Im Gegenzug bieten wir dafür ja auch eine attraktivere Verzinsung. Jeder Anleger muss für sich selbst entscheiden, ob er dem Unternehmen (in unserem Fall seit 30 Jahren im Markt aktiv) die Kompetenz zuspricht, die Prognosen für die Zukunft zu realisieren. Die Gesellschafter selbst glauben an die Zukunft der Unternehmensgruppe und haben noch kurz vor Billigung des Wertpapierprospekts das Stammkapital um 1 Mio. EUR erhöht. Letztlich muss jeder interessierte Investor für sich selbst entscheiden, ob eine gut verzinste Mittelstands-Anleihe eine für ihn persönlich geeignete Kapitalanlage ist – oder ob er sein Kapital weiterhin niedrigverzinst anderweitig investiert. Oftmals liest man bei anderen Anleihen von sogenannten „Patronatserklärungen“ als Sicherheit. Da wir die Anleihe direkt über die Muttergesellschaft der MeridianSpa-Gruppe emittieren, die 100 %ige Gesellschafterin aller Tochtergesellschaften ist, steht somit quasi die gesamte Unternehmensgruppe für die Anleihe ein.

Anleihen Finder Redaktion: Sie berichten von steigenden Mitglieder- und Umsatzzahlen. Wie sieht es mit der Gewinnentwicklung in den letzten Geschäftsjahren aus?

Leo Eckstein: Unser handels- und steuerrechtlicher Gewinn ist in der Vergangenheit durch einige Sondereffekte in der Unternehmensgruppe geprägt und somit nicht die für eine Beurteilung der Ertragskraft relevante Zielgröße. Wir orientieren uns eher an dem handelsrechtlichen „Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit“, also dem Ergebnis, das ohne Berücksichtigung außerordentlicher Faktoren und ohne Steuern das operative Ergebnis der Unternehmensgruppe ausweist. Dort haben wir im Jahr 2010 ein Ergebnis von 935 TEUR erzielt, das wir in 2011 auf 1.610 TEUR und in 2012 auf 2.058 TEUR steigern konnten. Das zeigt uns ganz deutlich, dass neben steigenden Umsätzen auch die Kostendisziplin das Ergebnis positiv beeinflusst.

Anleihen Finder Redaktion: Können Sie uns zum Schluss bitte noch einen Ausblick auf Ihre Gewinnerwartungen in den nächsten Geschäftsjahren geben?

Leo Eckstein: Wir gehen davon aus, dass wir durch die betriebstypischen Vorlaufkosten und Anlaufverluste der beiden neuen Projekte in Frankfurt / Main und Hamburg-Barmbek für die Jahre 2013 bis 2015 in der Unternehmensgruppe einen Rückgang des Ergebnisses verzeichnen werden. Dabei handelt es sich um eine ganz normale Entwicklung, denn die operativen Kosten einer neuen MeridianSpa-Anlage sind bereits mit dem Zeitpunkt der Eröffnung nahezu in voller Höhe vorhanden, die Umsätze werden jedoch erst mit steigenden Mitglieder- und Tagesgastzahlen nach der Eröffnung anwachsen und nach ca. 18 – 24 Monaten erstmals die Kosten übersteigen. Wir rechnen daher damit, dass wir ab dem Jahr 2016 das heutige Ergebnisniveau wieder erreicht haben und danach jährlich steigern werden, da sich die positiven Ergebnisse der neuen Anlagen dann zu den positiven Ergebnissen der 6 Bestandanlagen addieren.

Anleihen Finder Redaktion: Herr Eckstein, vielen Dank für das Gespräch!

Anleihen Finder Redaktion

Fotos: MeridianSpa Deutschland GmbH

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