KTG Energie: Herr Berger, warum notiert Ihr Anleihen-Kurs noch unter 100? – Und was sollte Ihrer Meinung nach Sigmar Gabriel noch einmal überdenken? – Blitzinterview mit dem KTG Energie-Chef

Donnerstag, 23. Januar 2014


Die KTG Energie AG hat für ihr Rumpfgeschäftsjahr 2013 – 1. 01. bis 31.10.2013 – gute vorläufige Umsatz- und Ergebniszahlen vorgelegt. Demnach stieg der  Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als das Doppelte und das operative Ergebnis (EBITDA) um 95 Prozent. Die Gewinnbringer waren laut KTG Energie direkt ins Netz eingespeistes Bioerdgas und der Stromabsatz. Der Kurs der KTG Energie-Unternehmensanleihe zeigte keine besondere Reaktion. Seit Anfang November des letzten Jahres kann man eher eine Abwärtsbewegung erkennen. Die Anleihen Finder Redaktion fragte bei Thomas Berger dem CEO der KTG Energie AG nach. Der KTG Energie-Chef antwortete schnell:

Anleihen Finder Redaktion: Was ist Ihre Erklärung dafür, dass der Kurs der KTG Energie Unternehmensanleihe (ISIN DE000A1ML257) seit Anfang November 2013 unter pari notiert?

Thomas Berger: Aus operativer Sicht gibt es für den Kurs unter pari keinen Grund. Wir haben unsere Ausbauziele bisher klar übererfüllt und ernten mehr und mehr die Früchte unserer Investitionen. Als Unternehmen aus dem Bereich Erneuerbare Energie können wir uns dem negativen Branchensentiment allerdings nicht vollständig entziehen, auch wenn sich unser Geschäftsmodell als reiner Energieproduzent signifikant von Anlagenbauern oder Projektentwicklern unterscheidet. Wir werden dies künftig noch stärker kommunizieren.

Anleihen Finder Redaktion: Aus welchen Gründen laufen Ihre Geschäfte mit direkt ins Netz eingespeistem Bioerdgas und dem Stromabsatz?

Thomas Berger: Wir haben in den vergangenen Jahren erheblich in den Ausbau unserer Produktionskapazitäten investiert. Zum 31. Oktober 2013 hatten wir schon 41 Megawatt am Netz. Unsere Umsatz- und Gewinnentwicklung wird auch in 2014 sehr dynamisch sein. Durch das EEG sind unsere Umsätze für 20 Jahre garantiert. Dieser Bestandsschutz wird auch im neuen Eckpunktepapier zur EEG-Reform hervorgehoben.

Anleihen Finder Redaktion: In aktuellen Berichten der Agrar-Fachpresse heißt es sinngemäß, dass einige Stellen im neuen Eckpunktepapier von Energieminister Gabriel zur EEG-Reform der Biogas-Branche nicht gefallen würden. Auch bei der KTG Energie klingt in Ihrer aktuellen Pressemeldung Kritik am Papier von Sigmar Gabriel an. Können Sie bitte einem Laien kurz verständlich erklären, welche Punkte der Minister aus Ihrer Sicht aus welchen Gründen nochmals überdenken sollte?

KTG Energie-Chef Thomas Berger: „Überdenken sollte die Politik die Haltung zum Gasaufbereitungsbonus“

Thomas Berger: Zunächst ist wichtig, dass wir unsere Ausbauziele innerhalb des bestehenden EEGs erreichen werden. Damit sind unsere künftigen Umsätze und Erträge aus unseren bestehenden und in Bau befindlichen Anlagen gesichert. Darüber hinaus eröffnet die Nutzung landwirtschaftlicher Reststoffe neue Chancen.

Überdenken sollte die Politik die Haltung zum Gasaufbereitungsbonus. Bioerdgas ist am besten geeignet, Bedarfsschwankungen auszugleichen. Es kann ohne zusätzlichen Netzausbau im bestehenden Erdgasnetz gespeichert werden und steht dem Verbraucher „just in time“ zur Verfügung. Für eine erfolgreiche Energiewende muss dieses Potential genutzt werden. Ein Zuwachs an Gaseinspeisung trägt ohne Investitionskosten dazu bei, das Volumen der Erneuerbaren zu erhöhen und die Kosten zu senken – so liegt die Vergütung deutlich unter 10 Cent je kwh. Eine win-win-Situation nennt man das, die die Politik nicht verkennen darf.

Anleihen Finder Redaktion: Herr Berger, vielen Dank für das Gespräch!

Anleihen Finder Redaktion

Foto: KTG Energie AG

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KTG Energie AG 2012/2018

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