Interview: hkw-Chef über seine Firmenzukäufe und die Platzierung der Mittelstandsanleihe

Freitag, 15. Juni 2012

hkw personalkonzepte steigert Umsätze um 2,6 Millionen Euro.

Die hkw personalkonzepte GmbH meldet, dass sie von der Creditreform Rating Agentur ein neues Rating-Ergebnis „bis Ende Juni“ erhalte. Derweil veröffentliche das Personaldienstleistungsunternehmen den Geschäftsbericht für das Rumpfjahr 2011 (Zeitraum Rumpfjahr: 01.04. bis 31.12.2011).

Gerrit Brunsveld, Geschäftsführer der hkw personalkonzepte GmbH, erläutert im Interview mit der Anleihen Finder Redaktion die Geschäftszahlen und gibt Einblicke in die Wachstumsstrategie des Unternehmens:

Anleihen Finder: hkw personalkonzepte GmbH konnte im Geschäftsjahr 2011 den Umsatz (13.215.000 Euro) im Vergleich zum Vorjahr 2010 um fast 2,6 Millionen Euro steigern. Was führte zu der Umsatzsteigerung?

Gerrit Brunsveld: In 2011 hat die hkw personalkonzepte Niederlassungen in Münster, Köthen und Leipzig mittels Asset Deal gekauft. Hier konnten wir den Gesamtumsatz in 2011 ungefähr um eine Million Euro steigern. Das autonome Wachstum in 2011 betrug 1,6 Millionen Euro.

Anleihen Finder: Zum Ende des Jahres 2012 erwarten Sie einen Umsatz von 40 Millionen Euro. Aus welchen Gründen erwarten Sie diese Erfolgszahl?

Gerrit Brunsveld: hkw Personalkonzepte hat in 2011 neue Firmen gegründet, die zugekauft haben. Inklusive dieser Zukäufe betrug der Umsatz konsolidiert circa 17 Millionen Euro in 2011. Aber wie gesagt, es handelt sich hier dann nicht um ein ganzes Geschäftsjahr. Hochgerechnet auf ein ganzes Jahr beträgt der Umsatz 24,4 Millionen Euro. Für 2012 ist für die hkw company ein konsolidierter Umsatz von 27 Millionen Euro geplant. Durch die Zukäufe wird das Wachstum bis auf 40 Millionen Euro realisiert. Im März gab es den ersten und im April diesen Jahres den zweiten Zukauf, dadurch zusätzlicher Umsatz für 2012 von fünf Millionen Euro. Derzeit sind wir mit drei weiteren Firmen in Verhandlung, die den Umsatz um mindestens 8 Millionen Euro weiter steigern werden.

Anleihen Finder: Bildet der Platzierungsstand Ihrer Anleihe die guten Geschäftsaussichten bereits ab? Mit anderen Worten: Welches Volumen steht für interessierte Anleger noch zur Zeichnung zur Verfügung?

Gerrit Brunsveld: Wir haben bis jetzt fast 60 Prozent platziert, es können noch 40 Prozent – also vier Millionen Euro – platziert werden.

Anleihen Finder: Die Prüfer Ihres Jahresabschlusses bescheinigen der Branche der Arbeitnehmerüberlassung eine stabile Aufwärtsbewegung. Der hkw-Jahresabschluss 2011 weist noch einen Jahresfehlbetrag von 210.000 Euro auf. Inwieweit kann man davon ausgehen, dass es Ihrem Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr gelingt, diese Summe abzuschmelzen?

Gerrit Brunsveld: Bitte beachten Sie, dass es sich hier um ein Rumpfjahr von neun Monaten handelt. Wir verbuchen in diesem Rumpfjahr einen Gewinn aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit von 353.000 Euro und im Rumpfjahr 01.01.2011 bis 31.03.2012 einen Gewinn aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit von 295.000 Euro. Gesamt 648.000 Euro. Der Jahresfehlbetrag von 210.000 Euro im zweiten Rumpfjahr ist entstanden durch die Buchung aller Anleihe-Kosten. Die Anleihe-Kosten sind gebucht als außerordentliche Aufwendungen und betrugen 591.000 Euro. Zudem haben wir weiter in unsere Organisation investiert, um geeignete Strukturen zu schaffen die das Wachstum tragen können.

Anleihen Finder: Ihr Unternehmen setzt u.a. auf Wachstum durch Zukäufe von Firmen. Können Sie unseren Lesern bitte konkrete Beispiele ihrer Wachstumsstrategie beschreiben?

Gerrit Brunsveld: Unsere Wachstumsstrategie bezieht sich auf folgende Merkmale: Es handelt sich um Firmen, die schon sehr lange auf dem Markt aktiv sind. Der Ersteigentümer ist der Verkäufer. Die zweite Managementebene ist anwesend und auch schon lange angestellt. Die Kundenstruktur passt zu der der hkw, was die Möglichkeit bietet, Synergieeffekte zu realisieren. Es handelt sich um Fachkräfte.

Ein gutes Beispiel ist unser zweiter Ankauf im Jahr 2012: Ersteigentümer, die schon seit 30 Jahren aktiv sind: Fachkräfte im Kaufmännischen Bereich. Die Firma ist in München situiert. hkw hat in München eine kaufmännische Abteilung. Wir haben diese Firma zu 100 Prozent in unsere Niederlassung in München integriert. So sparen wir Mietkosten, Verwaltungskosten und die Kosten für einen Geschäftsführer – also reichlich Synergieeffekte.

Anleihen Finder: Welche Projekte, die über die deutschen Grenzen hinausgehen, sind in Ihrer Projektpipeline?

Gerrit Brunsveld: Weil wir jetzt auch in den Niederlanden vertreten sind, gibt es natürlich auch mehrere Projekte in Holland. Außerdem arbeiten wir für unsere Auftraggeber jetzt an Zukäufen in mehreren europäischen Ländern. Ein Vorteil von unserem ersten Zukauf in 2012 ist unser Zugang zu Fachkräften im Ausland. Nebenbei arbeiten wir an unserem eigenen Weiterbildungsprogramm, um dem Fachkräftemangel zu begegnen.

Anleihen Finder: Herr Brunsveld, vielen Dank für das Gespräch.

Anleihen Finder Redaktion

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