Hörmann Industries mit deutlichen Corona-Einbußen im ersten Halbjahr – Positives EBIT für Gesamtjahr 2020 angestrebt

Montag, 31. August 2020


Die Hörmann Industries GmbH hat das erste Halbjahr 2020 mit einem Konzernverlust von 4,5 Mio. Euro (Vorjahr: +4,2 Mio. Euro) und einem drastischen Umsatzeinbruch beendet. Neben der Corona-Pandemie sorgten auch die Entkonsolidierung der Hörmann Automotive Penzberg GmbH sowie die rückgängige Auftragslage im LKW-Bereich für die Einbußen. Aufgrund eines KfW-Unternehmerkredits in Höhe von 40,0 Mio. Euro ist die finanzielle Liquidität des Konzerns abgesichert und der Ausblick auf das Gesamtjahr trotz gesamtwirtschaftlicher Unwägbarkeiten weiterhin bestätigt. Die Hörmann-Anleihe notiert indes bei starken 104,65%.

Umsatzrückgang auf 234,2 Mio. Euro

In den ersten sechs Monaten sank der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 299,0 Mio. Euro auf 234,2 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) reduzierte sich im Berichtszeitraum auf 6,2 Mio. Euro (Vorjahr: 14,4 Mio. Euro), das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich auf -0,4 Mio. € (Vorjahr: 8,7 Mio. Euro).

Der Umsatzrückgang sei laut Unternehmen zu etwa gleichen Teilen auf die zum 1. April 2019 erfolgte Entkonsolidierung der Hörmann Automotive Penzberg GmbH (Umsatzbeitrag H1 2019: 27,3 Mio. Euro), den geplanten konjunkturellen Rückgang der Auftragslage im Geschäftsfeld „Schwere LKW“ (rund 9 Mio. Euro) sowie die unerwartete Ausbreitung des Coronavirus zurückzuführen (kumuliert ca. 40 Mio. Euro). Von letzterer waren insbesondere die Geschäftsbereiche Automotive und Services betroffen. In den Geschäftsbereichen Communication und Engineering wurden der Umsatz und das Ergebnis hingegen im ersten Halbjahr 2020 gesteigert.

„Corona-Auswirkungen zumindest teilweise kompensiert“

„Seit Mitte März beeinflusst die Corona-Pandemie maßgeblich unsere Entwicklung. Dennoch haben wir dank unserer diversifizierten Gruppenstruktur und der eingeleiteten Maßnahmen speziell in den Bereichen Automotive und Services die Auswirkungen zumindest teilweise kompensieren können. Darüber hinaus verfügen wir aufgrund unserer soliden Finanzplanung und der jüngst erteilten Zusage für den vorsorglich beantragten KfW-Kreditrahmen in Höhe von 40 Mio. € über ausreichend liquide Mittel, das Unternehmen sicher durch diese beispiellose Krise zu steuern. Bei der gegenwärtigen Entwicklung, die eine schrittweise Erholung im 2. Halbjahr 2020 erkennen lässt, gehen wir davon aus, für das Gesamtjahr ein leicht positives operatives Ergebnis zu erzielen“, sagt Johann Schmid-Davis, CFO der HÖRMANN Industries GmbH.

Hinweis: Der Konzernzwischenbericht für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2020 ist unter http://www.hoermann-gruppe.de/investor-relations/finanzpublikationen abrufbar.

Positives EBIT für Gesamtjahr angepeilt

Gestützt auf die aktuelle Konjunkturprognose des Sachverständigenrats der Bundesregierung vom 23. Juni 2020, die von einer langsamen Erholung im zweiten Halbjahr 2020 ausgeht, bestätigt die Hörmann Industries GmbH ihre im Geschäftsbericht 2019 abgegebene Prognose für das Gesamtjahr 2020.

Auf Konzernebene erwartet das Unternehmen weiterhin einen Gesamtumsatz von etwa 480 Mio. Euro bis 520 Mio. Euro. Für das operative Geschäft wird ein leicht positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (operatives EBIT) angestrebt – in Abhängigkeit der weiteren Entwicklung der Corona-Krise.

Hörmann-Anleihe notiert über 104%

ANLEIHE CHECK: Die im Juni 2019 begebene Anleihe 2019/24 der Hörmann Industries GmbH (ISIN: NO0010851728) ist mit einem Zinskupon von 4,50% p.a. (Zinstermin jährlich am 06.06.) ausgestattet und hat eine Laufzeit bis zum 06.06.2024. Im Rahmen der Emission wurden 50 Mio. Euro mit einer Stückelung von 1.000 Euro vollständig am Kapitalmarkt platziert. Die Anleihe notiert derzeit an der Börse Frankfurt bei 104,65% (Stand: 31.08.2020).

Entwicklung der Geschäftsbereiche

Der Geschäftsbereich Automotive wurde durch die mehrwöchige Produktionsunterbrechung der Automobilindustrie maßgeblich beeinflusst. Der Umsatz in den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 reduzierte sich auf 118,5 Mio. Euro (Vorjahr 207,1 Mio. €). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) fiel von 3,0 Mio. Euro im Vorjahresvergleichszeitraum auf -11,3 Mio. Euro in 2020. Wie geplant wurde die Produktion am Standort Penzberg am 30. Juni 2020 eingestellt. Innerhalb eines Jahres wurden bei laufender Produktion rund 6.000 Bauteile verlagert, womit eine erhebliche Erweiterung des Werks Bánovce/Slowakei verbunden war.

Der Geschäftsbereich Services wurde ebenfalls von dem Shutdown der Industrie getroffen. Der Umsatz ist in diesem schwierigen Marktumfeld im laufenden Geschäftsjahr von 11,1 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2019 auf 9,8 Mio. Euro gesunken. Das EBIT wurde durch kostensenkende Maßnahmen auf ein Minus von 0,7 Mio. Euro eingegrenzt (Vorjahr: -0,2 Mio. Euro).

Die Geschäftsbereiche Communication und Engineering haben sich hingegen weiterhin positiv entwickelt. Der Umsatz im Bereich Communication stieg im Berichtszeitraum auf 64,9 Mio. Euro (Vorjahr: 54,5 Mio. Euro), das EBIT erhöhte sich von 5,7 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2019 auf 7,8 Mio. Euro.

Im Geschäftsbereich Engineering ist der Umsatz aufgrund eines längerfristigen Auftragsvorlaufs und hoher Auftragsbestände im Projektgeschäft von 27,0 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2019 auf 41,4 Mio. Euro im Berichtszeitraum gestiegen. Daraus resultierte ein EBIT in Höhe von 4,6 Mio. Euro (Vorjahr 2,1 Mio. Euro).

Finanzkennzahlen H1 2020

Ertrags- und Finanzlage (in Mio. €)H1 2020H1 2019
Umsatz234,2299,0
Gesamtleistung231,5324,5
Rohergebnis116,0145,1
EBITDA (1)6,214,4
EBIT operativ (2)-0,48,7
Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit-1,4-14,3
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit-6,5-10,4
   
Vermögenslage30.06.202031.12.2019
Bilanzsumme309,7312,6
Eigenkapital115,8121,2
Eigenkapitalquote (3)37,4 %38,8 %
Working Capital (4)77,479,1
Nettofinanzmittelbestand (5)53,064,8
Mitarbeitende (6)2.7272.820

1) Konzernjahresüberschuss vor Abschreibungen, vor Finanzergebnis, vor Ertragsteuern, 2) Konzernjahresüberschuss vor Finanzergebnis, vor Ertrag-steuern bereinigt um Sondereffekte, 3) Eigenkapital zzgl. Unterschiedsbetrag/Bilanzsumme, 4) Vorräte zzgl. Forderungen aus Lieferungen & Leistungen abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen & Leistungen, 5) Nettofinanzmittelbestand inkl. Wertpapiere des Umlaufvermögens 6) Durchschnitt in der jeweiligen Periode ohne Auszubildende nach Köpfen.

Anleihen Finder Redaktion.

Foto: Hörmann Industries GmbH

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