Halloren Schokoladenfabrik AG: Umsatzsteigerung, aber Ergebnisrückgang in den ersten neun Monaten 2014 – Ausblick: Zwei Millionen Euro Gesamtergebnis in 2014 – Schuldscheindarlehen über 23,5 Millionen Euro soll Anleihen-Rückzahlung sichern

Donnerstag, 20. November 2014


Die Halloren Schokoladenfabrik AG meldet nach den ersten neun Monaten des Jahres 2014 eine Umsatzsteigerung von 11,3 Prozent, aber ein Verlustgeschäft auf der Ertragsseite.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sei laut Halloren auf minus 0,95 Millionen Euro gefallen. Nach den ersten neun Monaten des Vorjahres lag es noch bei plus 1,06 Millionen Euro. Das Vorsteuerergebnis (EBT) habe sich nach drei Quartalen in 2014 auf minus 2,5 Millionen Euro nach minus 0,25 Millionen Euro im Vorjahr verringert. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank um 50 Prozent auf 1,7 Millionen Euro. Die Abschreibungen hätten im Berichtszeitraum bei 2,65 Millionen Euro gelegen, so Halloren.

Die Geschäftsleitung rechnet für 2014 mit einem Gesamtergebnis auf dem Niveau des Vorjahres in Höhe von ca. zwei Millionen Euro.

Die Einbeziehung des Tochterunternehmens Bouchard Daskalidès NV habe das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr erheblich belastet, teilte der Schokoladenhersteller mit. Zudem seien nach den ersten neun Monaten vor allem im Materialbereich Belastungen zu verzeichnen. Dieser Trend habe sich laut Halloren im dritten Quartal verstärkt, konnte aber in Teilen durch Preiserhöhungen aufgefangen werden. Der stark saisonal ausgeprägte Geschäftsverlauf der Halloren Gruppe werde auch in diesem Jahr wieder ein gutes Jahresendgeschäft mit sich bringen, teilte das Unternehmen mit.

Umsatz- und Ertragsentwicklung

Die Halloren Schokoladenfabrik konnte den Konzernumsatz in den ersten neun Monaten 2014 um 11,3 Prozent von 71 auf 79,02 Millionen Euro steigern. Die Gesamtleistung habe sich um 9,3 Prozent auf 84 Millionen Euro verbessert. Unter der Gesamtleistung fasst das Unternehmen die Umsätze, die Bestandsveränderungen an halbfertigen und fertigen Erzeugnissen sowie die sonstigen betrieblichen Erträge, bestehend aus Mieteinnahmen, Eintrittsgeldern Museum und Lizenzeinnahmen, zusammen.

Die Umsatz-Zuwächse resultieren ebenfalls aus der Erstkonsolidierung des Tochterunternehmens Bouchard für die Monate Januar bis August. Bei den Export-Aufträgen und den Umsätzen mit Discountern verzichtete die Halloren Schokoladenfabrik AG nach eigenen Angaben „bewusst auf margenschwache Aufträge“.

Steigende Kosten

Die Preiserhöhungen für Agrarprodukte wie Kakao, Mandeln, Haselnüsse hatten laut Halloren in den ersten neun Monaten 2014 Einfluss auf die Kosten. Aufgrund der weltweit anhaltend hohen Nachfrage und der unsicheren Ernteaussichten gehe das Unternehmen von weiter steigenden Rohstoffkosten aus, daher werde Halloren die Verkaufspreise weiter anheben.

Schuldscheindarlehen refinanziert Anleihen

Im Berichtszeitraum hatte der Schokoladen-Konzern ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 23,5 Millionen Euro bei institutionellen Investoren aus dem Banken-Bereich platziert. Nach Informationen der Halloren Schokoladenfabrik AG diene das Schuldscheindarlehen der vollständigen Ablösung der in 2009 und 2012 begebenen Unternehmensanleihen in Höhe von insgesamt 20 Millionen Euro. Zudem soll es zur Optimierung der Finanzierungsstruktur und zur Verbesserung des Finanzergebnisses beitragen.

Weitere Informationen können Sie dem Brief an die Aktionäre von Klaus Lellé, dem Vorstandsvorsitzender der Halloren Schokoladenfabrik AG entnehmen:

BRIEF AN DIE AKTIONÄRE

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

während der deutsche Schokoladenmarkt nahezu gesättigt ist, gibt es im Ausland noch einiges an Potenzial. Vor allem im asiatischen Raum wird der Konsum der Kakaoprodukte im weltweiten Vergleich doppelt so stark zunehmen. Aber auch die Naschfreude der Nordamerikaner sorgt langfristig für hervorragende Wachstumsoptionen. Besonders Erzeugnisse aus Deutschland erfreuen sich hierbei zunehmender Beliebtheit. Ein Trend, den sich die Halloren Schokoladenfabrik zu Nutzen macht.

Wir haben vor einigen Wochen eine strategische Partnerschaft mit einem US-Investor geschlossen, die das Exportgeschäft des Halloren Konzerns maßgeblich steigern soll. Im Rahmen der Zusammenarbeit hat Charlie Investors S.á.r.l 50 Prozent (- 1 Aktie) der Anteile an unserem Tochterunternehmen Bouchard Daskalidès NV übernommen.

Im Gegenzug beteiligt sich Halloren zu 25 Prozent an der US-Vertriebsgesellschaft Charlie Distribution Company LLC. Mit dieser strategischen Partnerschaft setzen wir unsere internationale Strategie konsequent fort und schaffen die besten Voraussetzungen, um unsere Wachstumsziele in Asien und Amerika zu sichern.

Neben dieser wichtigen Weichenstellung für die Zukunft unseres Auslandsgeschäftes haben wir in den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres 2014 eine positive Entwicklung vollzogen. So lag der Halloren Konzern mit einen Umsatzzuwachs von 11,3 Prozent auf 79,0 Millionen Euro (Vorjahr 71,0 Millionen Euro) weit über dem Marktdurchschnitt. Die Gesamtleistung stieg im gleichen Zeitraum von 76,9 Millionen Euro auf 84,0 Millionen Euro (plus 9,3 Prozent). Diese Kennzahlen beinhalten die einhundertprozentige Konsolidierung unserer jüngsten Tochter Bouchard NV.

Die Einbeziehung von Bouchard wirkt sich auf die Ertragssituation der ersten 9 Monate aus. Das EBITDA verringerte sich in diesem Zeitraum gegenüber dem Vorjahr um 1,6 Millionen Euro auf 1,7 Millionen Euro. Dennoch bewegen wir uns damit unverändert im Rahmen unserer Erwartungen und blicken auf sehr erfolgreiche 9 Monate zurück.

Neben der Konsolidierung von Bouchard werden die Erträge weiterhin von den gestiegenen Rohstoffkosten, insbesondere bei Kakao, Haselnüssen und Mandeln beeinflusst. Besonders die Preise für Kakaobohnen und Kakaobutter bewegen sich deutlich über dem Preisniveau der letzten zwei Jahre. Denn trotz positiver Ernteergebnisse gaben die Preise nicht nach, was einerseits spekulationsbedingt zu erklären ist, andererseits aber auch durch die zunehmende Ebola-Gefahr. So liegen die Hauptanbauländer für Kakao, die Elfenbeinküste und Ghana, in unmittelbarer Nachbarschaft der Ebola-Länder Sierra Leone und Liberia. Mandeln haben sich zudem in den letzten 6 Monaten um mehr als 30 Prozent verteuert, Haselnusskerne sind gar mehr als doppelt so teuer, wie noch vor einem halben Jahr.

Entlastend auf der Rohstoffseite sind hingegen die zurückgegangenen Milchpulver- und vor allem Zuckerpreise. Der Preis für EU-Quotenzucker liegt nach wie vor weit über dem Weltmarktzuckerpreis, ist jedoch in der neuen Ernteperiode deutlich zurückgegangen. Diese Entlastung wird sich ertragsmäßig im letzten Quartal 2014 und vor allem im kommenden Geschäftsjahr niederschlagen.
Die ersten 9 Monate des laufenden Geschäftsjahres waren von einer positiven Umsatz- und, unter Berücksichtigung von Finanzergebnis und der außerordentlichen Erträge, von einer Ergebnisentwicklung im Rahmen unserer Erwartungen geprägt.
Wir halten an unseren mittel- bis langfristigen Erfolgszielen fest und planen für das Gesamtjahr ein Umsatzwachstum von 6 Prozent auf voraussichtlich 125 Millionen Euro. Trotz der erheblichen Belastungen auf der Rohstoffseite rechnen wir aufgrund der in den letzten Monaten umgesetzten Investitionen in Produktions- und Verpackungsanlagen, den damit verbundenen Rationalisierungseffekten und zunehmender Profitabilität mit einem Jahresüberschuss in Höhe des guten Gesamtergebnisses 2013 von ca. 2 Mio. Euro. Somit nehmen wir die nächsten Hürden auf unserem Weg zum Schokoladenkonzern der Zukunft.

Klaus Lellé
Vorstandsvorsitzender

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Anleihen Finder Redaktion. Timm Henecker.

Foto: „Schokolade“ Nico Kaiser / flickr

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