Green City AG: Insolvenzverfahren eröffnet – Investorenprozess in finaler Phase – Positive Fortführungsprognose

Montag, 2. Mai 2022


Mitteilung der Green City AG i. I.:

Insolvenzverfahren der Green City AG ist eröffnet – Investorenprozess befindet sich in finaler Phase

– Sanierungsexperte Axel W. Bierbach wurde zum Insolvenzverwalter bestellt

– Stabilisierung und Fortführung des Geschäftsbetriebs ist gelungen

– Restrukturierungsprozess ist auf einem guten Weg

–  Investorengespräche sind bereits weit fortgeschritten / Positive Fortführungsprognose

Das Amtsgericht München hat am 01. Mai 2022 das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Green City AG eröffnet und den Rechtsanwalt und Sanierungsexperten Axel W. Bierbach von der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen (München) zum Insolvenzverwalter bestellt. Bierbach war seit der Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung über den ganzheitlichen Anbieter für Entwicklung, Bau, Finanzierung und Betrieb von Erneuerbaren-Energien-Anlagen am 26. Januar 2022 bereits als vorläufiger Insolvenzverwalter tätig. In diesem Zeitraum ist es ihm gelungen, den Geschäftsbetrieb mit seinen rund 120 Mitarbeiter:innen zu stabilisieren und in vollem Umfang fortzuführen sowie die notwendige Restrukturierung des Unternehmens auf den Weg zu bringen. Der Investorenprozess mit dem Ziel, das insolvente Energiewende-Unternehmen an einen geeigneten Käufer zu veräußern, verläuft sehr erfolgversprechend und befindet sich bereits in der finalen Phase.

„Die Prüfung der wirtschaftlichen Situation der Green City AG mit ihren ca. 150 zur Unternehmensgruppe gehörenden in- und ausländischen Gesellschaften hat sich als äußerst herausfordernd erwiesen. Wir arbeiten mit hohem Aufwand an der Entflechtung der komplexen Konzernstrukturen, insbesondere an der Herauslösung der zahlreichen Projektgesellschaften aus dem Gesamtkonzern“, sagte Insolvenzverwalter Axel Bierbach am Montag in München. Höchste Priorität sei es, das Projektentwicklungsgeschäft der Green City AG mit einer klaren Fortführungsperspektive zu verkaufen. „Durch den Verkauf werden die Arbeitsplätze und die wirtschaftlich und ökologisch wertvollen Projekte für neue Kraftwerke gesichert sowie die zur Gläubigerbefriedigung notwendigen Erlöse realisiert“, so Bierbach.

„Wir setzen alles daran, das Unternehmen im Vorfeld des Verkaufs strukturell bestmöglich aufzustellen“, betonte der Insolvenzverwalter. So wurden bereits die Projektrechte für einen Solarpark in Brandenburg verkauft; zahlreiche weitere Assets der mehrere hundert Megawatt umfassenden Projektpipeline prüft und strukturiert der Insolvenzverwalter derzeit für einen Verkauf. An Projektrechten für Wind- und Solarkraftwerke besteht vor dem Hintergrund des derzeitigen Markthochlaufs der Erneuerbaren Energien sehr großes Interesse. Im Zuge der Restrukturierung und Fokussierung auf das Kerngeschäft hat die Green City AG außerdem bereits die auf nachhaltige Mobilität und Stadtentwicklung spezialisierte Consulting-Tochter Green City Experience GmbH an einen neuen Gesellschafter verkauft.

„Ich bin sehr froh, dass es uns im Zeitraum der vorläufigen Insolvenzverwaltung gelungen ist, das operative Geschäft der Green City in vollem Umfang aufrechtzuerhalten und die sich im Bau befindlichen Projekte erfolgreich ans Netz zu bringen“, sagte Sanierungsexperte Bierbach. So wurden seit dem Insolvenzantrag mit dem Windpark im saarländischen Merzig und zwei großen Solarparks in Sachsen Kraftwerke mit rund 25 Megawatt (MW) Leistung fertiggestellt. Auch der Betrieb der bereits laufenden Anlagen mit insgesamt rund 150 MW Leistung konnte nach Angaben des Insolvenzverwalters vollumfänglich sichergestellt werden. „Das ist auch der Verdienst der Belegschaft der Green City AG, die sich in den letzten drei Monaten trotz der belastenden Situation mit hoher Motivation für das Unternehmen eingesetzt hat“, sagte Bierbach. Der Insolvenzverwalter betonte, dass die Fortführungsaussichten für das Unternehmen und seine Mitarbeiter angesichts der positiven Rahmenbedingungen sehr gut seien.

Der strukturierte Investorenprozess zur Veräußerung der Green City AG, den der Insolvenzverwalter Anfang Februar unter Einschaltung des auf M&A-Transaktionen spezialisierten Beratungsunternehmens ACXIT Capital Partners startete, verläuft sehr erfolgversprechend. „Es gab eine außergewöhnlich hohe Anzahl von Kaufinteressenten. In dem mehrstufigen Investorenprozess sind wir nun bereits in der dritten und finalen Phase und führen konkrete Verhandlungen mit einer kleinen Auswahl hochinteressierter strategischer Investoren“, teilte Bierbach mit. Der Sanierungsexperte rechnet damit, den Verkaufsprozess für die Green City AG bis Ende Mai abschließen zu können. „Ich bin äußerst zuversichtlich, bis dahin eine gute Fortführungslösung für das Unternehmen zu finden, die auch eine bestmögliche Befriedigung der Gläubiger ermöglichen wird“, sagte Bierbach.

Für die ebenfalls insolventen Green City-Konzerngesellschaften GCE Kraftwerkspark I GmbH, Green City Energy Kraftwerkspark II GmbH & Co. KG, Green City Energy Kraftwerkspark III GmbH & Co. KG sowie Green City Solarimpuls I GmbH & Co. KG prüft der Insolvenzverwalter ebenfalls verschiedene Lösungsoptionen. Bis es soweit sei, werde es auf Grund der komplexen Situation jedoch noch eine ganze Weile dauern, sagte Bierbach. Die Insolvenzverfahren über die vier Konzerngesellschaften werden nach Angaben von Sanierungsexperte Bierbach voraussichtlich Anfang Juli eröffnet.

Green City AG i. I.

Foto: pixabay.com

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