Ekosem-Agrar-Chef Stefan Dürr: „2016 war nicht das einfachste Jahr für Milchbauern“ – Anleihen-Kurse steigen in 2017 deutlich

Freitag, 28. April 2017


Die Ekosem-Agrar GmbH, deutsche Holdinggesellschaft der auf Milchproduktion und Ackerbau in Russland ausgerichteten Unternehmensgruppe Ekoniva, kann im Geschäftsjahr 2016 auf Basis vorläufiger Zahlen ein Umsatz-Wachstum erzielen. Demnach erhöhen sich Umsatzerlöse um 21 Prozent von 98 auf 119 Millionen Euro. Das operative Ergebnis verringerte sich hingegen im Vergleich zum Vorjahr, was laut Ekosem-Agrar im Wesentlichen auf den niedrigen Milchpreis und das schwierige Marktumfeld zurückzuführen sei.

Das vorläufige Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) liegt mit 50,0 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahresergebnis (2015, angepasst: 55,9 Millionen Euro), aber laut Unternehmen im Plan. Das vorläufige operative Ergebnis (EBIT) reduzierte sich von 37,6 Millionen Euro im Vorjahr (angepasst) auf 31,9 Millionen Euro. Dies entspricht einer EBITDA-Marge von 34 Prozent (Vorjahr: 39 Prozent) bzw. einer EBIT-Marge von 21 Prozent (Vorjahr: 26 Prozent).

„Anstieg des Milchpreises positiv“

„2016 war sicher nicht das einfachste Jahr für Milchbauern weltweit. Die Tatsache, dass wir auch ein Jahr mit einem sehr niedrigen Milchpreis mit einem positiven Ergebnis abschließen können, zeigt aber, dass wir auch in einem schwierigen Umfeld profitabel wirtschaften können. Der seit dem vierten Quartal 2016 anhaltende Anstieg des Milchpreises stimmt mich für das laufende Jahr positiv“, so Stefan Dürr, Hauptgesellschafter und Geschäftsführer der Ekosem-Agrar GmbH.

Ekosem-Agrar-Anleihen nähern sich der 100-Prozent-Marke

Bemerskenswert sind die Anleihen-Kurse der beiden verlängerten Ekosem-Agrar-Anleihen, die zu Jahresbeginn 2017 noch unter 75 bzw 70 Prozent notierten und jetzt, Ende April 2017, an der 100-Prozent-Marke kratzen.

ANLEIHE CHECK I: Die Ekosem-Agrar Anleihe 2012/21 (ISIN DE000A1MLSJ1) hat ein Gesamtvolumen von 50 Millionen Euro, wird jährlich mit 8,75 Prozent verzinst und läuft nun bis zum 23. März 2021. Aktuell notiert die Anleihe bei 97,5 Prozent (Stand: 28.04.2017)

ANLEIHE CHECK II: Die Ekosem-Agrar-Anleihe 2012/22 (ISIN DE000A1R0RZ5) hat ein Gesamtvolumen von 78 Millionen Euro, wird jährlich mit 8,50 Prozent verzinst und wird  am 07. Dezember 2022 fällig. Der aktuelle Anleihe-Kurs liegt bei 96,1 Prozent (Stand: 28.04.2017)

*Im März 2016 hatte die Ekosem-Agrar GmbH eine Laufzeitverlängerung ihrer beiden Anleihen um vier Jahre durchgeboxt.

Weitere Kennzahlen

Steigerung der Milchproduktion um 22 % auf 220.000 Tonnen

Gute Futterernte von 913.000 Tonnen (+ 36 %)

Vergrößerung der Milchkuhherde auf 27.400 Tiere (+ 10 %)

Niedrigster Euro-Milchpreis seit sieben Jahren

Die Erntesaison 2016 zeigt ein gemischtes Bild. Die Futterkulturen brachten gute Erträge, sodass eine Gesamtmenge von 913.000 Tonnen (Vorjahr: 673.000 Tonnen) eingefahren wurde, ein Anstieg um ca. 36 %. Der Sommer- und Winterweizen wie auch die Zuckerrüben lieferten mengenmäßig ebenfalls gute Erträge. Die Ernte von Körnermais und Soja blieb dagegen leicht hinter den Erwartungen zurück. Die Preisentwicklung bei den für die Gruppe wichtigen Kulturen zeigte sich zur Erntezeit relativ stabil, insbesondere die Getreidepreise tendierten zum Jahresende hin jedoch schwächer.

Milchproduktion

Die Preise für Rohmilch bewegten sich laut Ekosem-Agrar im vergangenen Jahr in Russland wie auf dem Weltmarkt überwiegend auf sehr niedrigem Niveau. Zwar sorgte der im Vergleich zu den Leitwährungen schwache Rubel für einen positiven Einfluss auf die Rubel-Milchpreise, dieser Effekt kompensierte jedoch nicht die entsprechend steigenden Ausgaben für die Milchproduktion, wodurch das Ergebnis insgesamt negativ beeinflusst wurde. Die Milchkuhherde verzeichnete ein Wachstum um 10 Prozent auf 27.400 Tiere (Vorjahr: 24.900), die Gesamtherde wuchs auf 63.900 Tiere an (Vorjahr: 57.750). Die jährliche Milchleistung erhöhte sich um 22 Prozent und erreichte knapp 220.000 Tonnen (Vorjahr: 180.000 Tonnen). Dieses Wachstum wurde im Wesentlichen durch die steigende Auslastung von Anlagen erzielt, die 2015 in Betrieb genommen wurden. Dadurch konnte der Umsatz in der Milchproduktion deutlich um gut 19 Prozent auf ca. 74,6 Millionen Euro (Vorjahr: 62,5 Mio. Euro) gesteigert werden, der währungsbereinigte Zuwachs beträgt rund 31 Prozent.

INFO: Die staatliche Förderung in der russischen Landwirtschaft konzentriert sich derzeit schwerpunktmäßig auf die Milchproduktion. Durch die Bereitstellung zinsgünstiger Kredite und nicht rückzahlbarer Zuschüsse für Stallbaumaßnahmen bestehen hier aktuell sehr gute Rahmenbedingungen. So wurden der Unternehmensgruppe für zwei fertiggestellte Milchviehanlagen in den Regionen Woronesch und Kaluga staatliche Investitionszuschüsse in Höhe von 30 Prozent gewährt, die vor Kurzem voll ausbezahlt wurden. In diesem günstigen Investitionsumfeld wurde der Bau dreier weiterer Milchviehanlagen in den Regionen Woronesch, Kaluga und Nowosibirsk beschlossen. Zur Finanzierung der Milchviehanlagen konnten mit der russischen Landwirtschaftsbank bereits langfristige Investitionskredite vereinbart werden. Darüber hinaus befindet sich die Gruppe zurzeit im Übernahmeprozess zweier landwirtschaftlicher Betriebe mit einer Gesamtfläche von 16.500 Hektar in den Regionen Woronesch und Kaluga.

Anleihen Finder Redaktion.

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Titelfoto: Jeroen Bennink / flickr

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