+++Eilmeldung+++ MIFA stellt Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung – Verhandlungen mit HERO gescheitert – Verkaufsprozess wird eingeleitet

Montag, 29. September 2014


Der Vorstand der MIFA Mitteldeutsche Fahrradwerke AG (MIFA) hat heute beim Amtsgericht Halle (Saale) einen Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das teilte der Fahrradhersteller mit.

Ziel sei es, den Restrukturierungsprozess in Eigenregie fortsetzen zu können, so die MIFA. Das operative Geschäft der MIFA bleibe nach eigenen Angaben davon unberührt und laufe wie geplant weiter. Der Vorstand werde den Geschäftsbetrieb des Unternehmens in vollem Umfang fortführen.

Verhandlungen mit HERO scheitern

Als Hauptgrund für das jetzige Vorgehen nannte die MIFA, dass ein wesentlicher Bestandteil der Grundlagenvereinbarung zur finanziellen Sanierung des Unternehmens vom 22.08.14 mit der OPM Global B.V., einer Tochtergesellschaft des indischen MIFA-Investors Hero Cycles Ltd. (HERO), entgegen getätigter Zusagen nicht umgesetzt werden konnte.

„Trotz intensiver Verhandlungen mit den Verantwortlichen von HERO ist es bislang nicht gelungen, bei einem wesentlichen Bestandteil der Vereinbarung zu einer abschließenden Lösung zu gelangen. Daher habe ich mich heute auch vor dem Hintergrund meiner Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern der MIFA entschieden, einen entsprechenden Antrag beim Amtsgericht zu stellen“, sagte Stefan Weniger, derzeitiger Alleinvorstand der MIFA. „Das Instrument der Eigenverwaltung gibt uns die Möglichkeit, die erfolgreich begonnene Restrukturierung in Eigenregie fortsetzen und den reibungslosen Fortgang des operativen Geschäfts gewährleisten zu können.“

MIFA – wie geht es nun weiter?

Sollte das Amtsgericht Halle dem Antrag auf Eigenverwaltung zustimmen, werde dem Vorstand der MIFA ein vorläufiger Sachwalter zur Seite gestellt. Die unternehmerische Verantwortung bleibe dabei in den Händen des Vorstands. Voraussetzung sei, dass das Unternehmen über einen „fortführungswürdigen Geschäftsbetrieb“ verfüge, so die MIFA in einer Stellungnahme.

Diese Voraussetzungen seien nach Ansicht von Stefan Weniger gegeben: „Wir sind grundsätzlich in der Lage, unsere gut gefüllten Auftragsbücher wie geplant zu bedienen und können nicht das Risiko eingehen, aufgrund von Verzögerungen in der Umsetzung der Kapitalrestrukturierung den reibungslosen Fortgang des Geschäfts zu gefährden. Denn neben der finanzwirtschaftlichen muss auch die leistungswirtschaftliche Sanierung zeitnah umgesetzt werden. An der positiven Einschätzung der industriellen Sanierungsfähigkeit der MIFA hat sich durch den Antrag nichts geändert.“

Verkaufsprozess wird eingeleitet

Zudem teilte der MIFA-Vorstand mit, umgehend einen Verkaufsprozess in die Wege zu leiten.

„Das Signal ist eindeutig: Die MIFA hat in den vergangenen Monaten auch aus eigener Kraft große Fortschritte bei der Restrukturierung erzielt. Das noch in der Umsetzung befindliche Gesamtrestrukturierungskonzept sieht umfassende Maßnahmen zur künftigen strategischen und operativen Ausgestaltung des Geschäftsbetriebs vor. Gepaart mit dem großen Marktpotenzial der Fahrradindustrie bildet dies nach meiner Überzeugung eine ideale Grundlage, um schon im kommenden Geschäftsjahr 2015 wieder in die Gewinnzone zurückkehren zu können. Ich bin überzeugt, dass die MIFA als zukunftsfähig aufgestelltes Unternehmen in einer der Industrien der Zukunft auf großes Interesse bei dem einen oder anderen Investor stoßen wird“, so Stefan Weniger.

Die Löhne und Gehälter der aktuell rund 600 Mitarbeiter seien nach Informationen der MIFA für drei Monate über die Bundesagentur für Arbeit gesichert.

Der Kurs der MIFA-Unternehmensanleihe verlor im Laufe des heutigen Nachmittags knapp zehn Prozentpunkte und liegt aktuell bei 11,25 Prozent (Stand: 29.09.2014, 15 Uhr).

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Anleihen Finder Redaktion. Timm Henecker.

Foto: Alex Barth / flickr

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Unternehmensanleihe der MIFA Mitteldeutsche Fahrradwerke AG 2013/2018

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