Enterprise Holdings Limited beantragt „britischen Schutzschirm“

Sonntag, 25. September 2016


Die Enterprise Holdings Limited hat beim britischen Registergericht einen Verwalter zum Schutz von Vermögen und Geschäft bestellt. Das teilte das Unternehmen in einer Adhoc-Mitteilung am Samstagnachmittag mit. Die „Sicherung des Geschäfts“ führt Enterprise als Hauptgrund dieser Maßnahme an, die in etwa vergleichbar mit dem deutschen Schutzschirmverfahren ist.

Stephen Conn und Jonathan Avery-Gee

Die gerichtlich bestellten Verwalter heißen Stephen Conn und Jonathan Avery-Gee von CG&Co. Mit der Bestellung der Verwalter verschaffe sich Enterprise nach eigenen Angaben Zeit, sein Geschäft zu überarbeiten und zu restrukturieren ohne das potentielle Verfahren durch Gläubiger drohen.

„Fälschliche, rechtliche Schritte“

Darüber hinaus berichtet der Versicherungskonzern, dass der Enterprise-Vorstand auf „potentielle, aber fälschliche rechtliche Schritte“ aufmerksam geworden sei, die dazu führen könnten, geplante Mittel zur Restrukturierung in andere Richtungen umzulenken.

Solche Maßnahmen würden der Position aller möglichen Gläubiger schaden. Darüber hinaus sei der Vorstand zutiefst beunruhigt über Maßnahmen von Dritten in Gibraltar im Zusammenhang mit der schwebenden Auflösung der Tochtergesellschaft Enterprise Insurance Co.Plc. Welche Maßnahmen und „fälschliche, rechtliche Schritte“ dies genau sein sollen, nannte das Unternehmen nicht.

Aufgaben der Verwalter

Die Verwalter sollen alle notwendigen Schritte ergreifen, um sich mit den beteiligten Parteien zu verständigen und sicherzustellen, dass die Interessen der Enterprise-Gläubiger angemessen geschützt seien.

Die Verwalter sollen zudem die Anstrengungen der Gesellschaft einige oder Teile ihres Geschäfts zu restrukturieren, einschließlich der Bestrebung, eine Managing General Agent (MGA) Lösung für das Versicherungsgeschäft zu entwickeln, überwachen.

Dadurch sei sichergestellt, dass Enterprise die Möglichkeit erhalte, ihr Geschäft zu restrukturieren und die bestmögliche Lösung für ihre Gläubiger zu finden, so das Unternehmen.

Hinweis: Weitere Informationen werden in den kommenden Tagen durch die Verwalter erfolgen.

Enterprise-Unternehmensanleihen

ANLEIHE CHECK: Enterprise Holdings-Anleihe 2012/17

Die Anleihe 2012/17 (WKN: A1G9AQ) der Enterprise Holdings Ltd. hat ein Gesamtvolumen von aktuell 19,5 Millionen Euro. Die Anleihe wird mit 7,00 Prozent p.a. verzinst.

Der aktuelle Guthabensaldo des Sonderkontos beträgt 2,895 Millionen Euro, was mehr als den noch ausstehenden Zinszahlungsbtrag der morgen (26.09.16) fälligen Zinszahlung entspricht.

Letzter Kurswert: 35 Prozent (Schlusskurs: 23.09.2016)

ANLEIHE CHECK: Enterprise Holdings-Anleihe 2015/20

Die Anleihe 2015/20 (WKN: A1ZWPT) der Enterprise Holdings Ltd. wird jährlich ebenfalls mit 7,00 Prozent verzinst und hat ein Emissionsvolumen von 19,3 Millionen Euro.

Aktuell beträgt das Guthaben 1,135 Millionen Euro und damit mehr als die Hälfte der Ende März 2017 fälligen nächsten Zinszahlung.

Letzter Kurswert: 29 Prozent (Schlusskurs: 23.09.2016)

Anleihen Finder Redaktion

Foto: Pictures of Money / flickr

Anleihen Finder Datenbank

Unternehmensanleihe der Enterprise Holdings Ltd 2012/2017

Unternehmensanleihe der Enterprise Holdings Ltd 2015/2020

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Kommentare

  1. Wolfgang Orth

    Guten Abend,
    und vielen Dank für die klaren Worte im Editorial. Was ich allerdings bei dieser Einleitung nicht verstehe ist das Anpreisen der FCR Immobilien AG und die Lobpreisung der Homann Holzstoffwerke GmbH. Woran soll ich erkennen, dass es sich hier um diejenigen handelt, die der am längsten währenden Ehrlichkeit den Vorzug geben? Und wenn ich dann in einem anderen Bericht lese, dass die negativen Ergebnisse im ersten Halbjahr im Einklang mit der Strategie stehen, frage ich mich doch, ob ich gleich ganz aus diesem Markt aussteigen oder zumindest umschichten soll in „ehrlichere“ Werte. Fakt ist, dass die Emittenten im KMU-Markt umfallen wie die Fliegen, um die FAZ vom heutigen Tag sinngemäß zu zitieren und sich die Ratingagenturen ein ums andere mal blamieren. Und auch Jubelmeldungen ändern nichts daran, dass es für Privatinvestoren einen signifikanten Nachteil hinsichtlich des Nachrichtenzugangs sowohl inhaltlich als auch zeitlich gibt. In diesem Sinne kann ich nur jedem raten, sich ein Engagement im KMU-Markt sehr sehr gründlich zu überlegen.
    Freundliche Grüße
    Wolfgang Orth

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