Deutsche Rohstoff AG: Öl-Preis steigt, Produktion wird angekurbelt

Dienstag, 12. Januar 2021


Die Deutsche Rohstoff AG gibt zu Jahresbeginn einen Überblick über die Entwicklungen im Konzern und den einzelnen Beteiligungen. Neben einem Rückblick auf das Corona-Jahr 2020 blickt das Unternehmen auch auf seine Vorhaben in 2021. Der zuletzt auf über 50 USD gestiegene US-Ölpreis WTI gilt dabei als wichtiger Baustein für den Ausbau und die Wiederaufnahme der Öl-Produktion. Die beiden aktuell am Kapitalmarkt platzierten Anleihen der Deutsche Rohstoff AG notieren gegenwärtig um die 100%.

Öl-Produktion in 2021

Insgesamt plant die Deutsche Rohstoff AG aus den bereits bestehenden Bohrungen im Laufe des Jahres 2021 eine Nettoproduktion von 5.700 bis 6.300 Barrel Öläquivalent pro Tag (BOEPD) bzw. 2.300 bis 2.600 Barrel Öl pro Tag (BOPD). In der Entwicklung befindliche und geplante Bohrungen sind nicht Teil dieser Mengenprognose. Für 2021 sind laut Deutsche Rohstoff aktuell Hedging-Kontrakte für rund 45% der erwarteten Ölproduktion abgeschlossen. Der gesicherte Preis liegt bei rund 45 USD/Barrel. Weitere Hedging Kontrakte sollen laufend hinzugefügt werden.

„Insgesamt haben wir einen guten Start in das Jahr 2021 verzeichnet, insbesondere da der US-Ölpreis zum Jahresbeginn über 50 USD/Barrel gestiegen ist. Für den weiteren Jahresverlauf sind wir bezüglich der Preise ebenfalls optimistisch. Wir haben deshalb beschlossen, unsere Produktion kurzfristig deutlich zu erhöhen. Auch für den Metallbereich sehen wir deutlich verbesserte Aussichten“, so Thomas Gutschlag, CEO der Deutsche Rohstoff AG, kommentierte:

Verlust-Geschäftsjahr 2020

Im Jahr 2020 hat der Deutsche Rohstoff Konzern insgesamt rund 700.000 BO verkauft und dabei einen durchschnittlichen Ölpreis nach Hedges von 54 USD/Barrel realisiert. Der durchschnittliche WTI Preis betrug im vergangenen Jahr ca. 39 USD/Barrel.

Die aktuelle Prognose für das Konzernergebnis 2020 geht weiterhin von einem EBITDA von 23-26 Mio. Euro, einem Umsatz von 37-40 Mio. Euro und einem Konzernverlust von 15-18 Mio. Euro aus. Das Konzernergebnis wird, wie schon zum Halbjahresabschuss 2020 berichtet, durch nicht zahlungswirksame Abschreibungen in Höhe von 17,2 Mio. Euro belastet.

Im Rahmen der Corona-Krise hat die Deutsche Rohstoff AG ein Portfolio an liquiden Aktien- und Anleihe-Investitionen in Bergbauunternehmen, insbesondere Gold, sowie Ölunternehmen aufgebaut. Im Laufe des Jahres 2020 konnte die Deutsche Rohstoff für das ab März aufgebaute Portfolio bereits 3,5 Mio. Euro Ertrag realisieren. Zudem bestehen noch unrealisierte Erträge in Höhe von ca. 8 Mio. Euro.

Deutsche Rohstoff-Anleihen notieren um 100%

ANLEIHE CHECK: Die fünfjährige Unternehmensanleihe 2019/24 (WKN A2YN3Q) der Deutsche Rohstoff AG hat ein Volumen von bis zu 100 Mio. Euro. Die Anleihe wird jährlich mit 5,25% verzinst, die Zins-auszahlung erfolgt dabei halbjährlich. Derzeit notiert die Anleihe bei 99% (Stand: 12.01.2021).

ANLEIHE CHECK: Die Anleihe 2016/21 (WKN A2AA05) der Deutsche Rohstoff AG läuft noch bis zum 20.07.2021. Die Anleihe, die ein Maximalvolumen von bis zu 75 Millionen Euro aufweist, wird jährlich mit 5,625% verzinst. Aktuell notiert die Anleihe bei 101,50% (Stand: 12.01.2021).

Deutsche Rohstoff-Beteiligungen

Die 88,5%-Beteiligung Cub Creek Energy hat die Öl- und Gasproduktion vom Olander-Bohrplatz wie geplant zum Jahresbeginn wieder aufgenommen. Sie war im Zuge des Preisrückgangs im vergangenen Jahr komplett eingeschlossen worden. Für das laufende Jahr plant das Management mit einer durchschnittlichen Brutto-Tagesproduktion von rund 2.200 Barrel Öl vom Olander-Bohrplatz, die je nach Ölpreisniveau nach oben oder unten angepasst werden könnte. Die älteren Bohrplätze Vail, Markham, Haley und Litzenberger produzieren bereits seit Anfang Oktober wieder rund 1000 BOPD (brutto) und damit im Rahmen der Erwartungen.

Voraussichtlich ab Februar wird Cub Creek neue Bohrungen vom Knight-Bohrplatz abteufen. Möglich sind bis zu 12 Bohrungen mit 2,25 Meilen horizontaler Länge. Ob alle 12 Bohrungen niedergebracht werden, hängt laut Deutsche Rohstoff im Wesentlichen von der weiteren Ölpreisentwicklung ab. Cub Creek hat einen sehr flexiblen Vertrag mit der Bohrfirma geschlossen, der eine kurzfristige Entscheidung über die Anzahl der Bohrungen ermöglicht. Produktionsbeginn für die neuen Bohrungen wird voraussichtlich im vierten Quartal 2021 sein.

Bright Rock Energy (DR-Beteiligung: 95,2%) produziert aus den bestehenden Bohrungen in Utah und den neu erworbenen Bohrungen in Wyoming aktuell rund 400 BOEPD. Rund die Hälfte entfällt davon auf die neu erworbenen Bohrungen in Wyoming. Im Juni 2020 konnte Bright Rock die Akquisition von rund 30.000 acres Flächen im Powder River Basin in Wyoming abschließen. Aufgrund des Preisanstieges liegt die Wirtschaftlichkeit der Akquisition bereit jetzt deutlich über der Planungsrechnung zum Akquisitionszeitpunkt.

Bright Rock plant für die weitere Entwicklung der Flächen aktuell ein Bohrprogram und zahlreiche zusätzliche Bohrgenehmigungen. Das Bohrprogramm wird voraussichtlich mit einer Bohrung im Jahr 2021 beginnen. Die Bohrung dient laut Deutsche Rohstoff dazu, einen Großteil der erworbenen Flächen langfristig zu sichern, ohne dass dann weitere Bohrverpflichtungen bestehen. In Summe bieten die erworbenen Flächen Potential für bis zu 100 Bohrungen, deren wirtschaftliches Potential durch das erste Bohrprogramm bestätigt werden soll.

Elster Oil & Gas (DR-Beteiligung: 93%) produziert weiterhin planmäßig. Die aktuelle Nettoproduktion liegt bei ca. 850 BOEPD (375 BOPD). Die Gesellschaft hat keine Bohrverpflichtungen oder Verbindlichkeiten und liefert einen kontinuierlichen Freien Cash Flow nach Abzug aller Kosten, der im Jahr 2020 bei rund 7 Mio. USD lag.

Die 12,8%-Beteiligung Almonty Industries hatte Anfang Dezember bekanntgegeben, dass sie die Projektfinanzierung mit der KfW-IPEX Bank über 74 Mio. USD zum Bau der Sangdong Mine in Südkorea unterschrieben hat. Die bisherige Produktion von Almonty aus den Minen in Portugal und Spanien wird sich mit Inbetriebnahme von Sangdong ab Ende 2022 vervielfachen. Der Abnehmer der zusätzlichen Wolframkonzentrate, die Plansee-Gruppe aus Österreich, wird im Zusammenhang mit der Finanzierung Garantien in Höhe von rund 30 Mio. USD übernehmen. Ende des Jahres hat die Deutsche Rohstoff AG eine Kapitalerhöhung bei Almonty mitgezeichnet. Voraussichtlich wird im 1. Quartal der notwendige Eigenkapitalbeitrag zur Projektfinanzierung zur Verfügung stehen. Die Arbeiten an der Mine in Südkorea laufen bereits.

Die Aktie von Almonty konnte im vergangenen Jahr rund 52 Prozent zulegen. Die Deutsche Rohstoff AG sieht erhebliches weiteres Potential, da Sangdong nicht nur die aussichtsreichste Wolfram-Mine weltweit darstellt, sondern auch über ein Molybdän-Vorkommen mit hohen Gehalten verfügt. Beide Metalle gelten als kritisch für viele neue industrielle Anwendungen, werden aber derzeit hauptsächlich aus China geliefert. Die Preise für fast alle Industriemetalle, auch für Wolfram, haben laut Deutsche Rohstoff in den letzten Monaten zugelegt.

Anleihen Finder Redaktion.

Foto: pixabay.com

Anleihen Finder Datenbank

Anleihe 2019/24 der Deutsche Rohstoff AG (WKN A2YN3Q)

Anleihe 2016/21 der Deutsche Rohstoff AG (WKN A2AA05)

Anleihe 2013/18 der Deutsche Rohstoff AG (WKN A1R07G) (getilgt)

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