Deutsche Rohstoff AG-Anleihe ab dem 26.06.2013 in der Zeichnung – Herr Gutschlag, wie sichern Sie sich gegen ein Fracking-Verbot ab? – Interview mit dem Vorstand – Teil 1

Dienstag, 25. Juni 2013


Thomas Gutschlag (Foto), Vorstand der Deutsche Rohstoff AG, stellt sich den Fragen der Anleihen Finder Redaktion und gibt Einblicke in die Hintergründe der Emission der Unternehmensanleihe Deutsche Rohstoff AG 2013/2018.

Ab Dienstag, den 26.06.2013, beginnt die Zeichungsfrist der Deutsche Rohstoff AG-Anleihe.

Anleihen Finder Redaktion: Sehr geehrter Herr Gutschlag, an welchen Stellen verdient die Deutsche Rohstoff AG Geld?

Thomas Gutschlag: Wir haben zwei produzierende Gesellschaften im Konzern. Tekton Energy fördert in den USA sehr profitabel Öl und Gas. Wolfram Camp Mining betreibt eine Tagebaumine für Wolfram und Molybdän in Australien.

Anleihen Finder Redaktion: Können Sie uns bitte einen kurzen, kompakten Abriss über die Firmenstruktur/-geschichte, die Eigentümerverhältnisse und das Geschäftsmodell der Deutsche Rohstoff AG geben?

Thomas Gutschlag: Mein Kollege Titus Gebel und ich waren überzeugt, und sind es im Übrigen immer noch, daß die Rohstoffgewinnung zu einer der größten Wachstumsindustrien der kommenden Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, zählen wird. Dafür sorgt die Industrialisierung in den Schwellenländern, allen voran China. Ein solcher Boom von historischen Ausmaßen bringt unternehmerische Chancen mit sich, die wir nutzen wollten und genutzt haben. Das war der Ausgangspunkt für die Gründung der Deutsche Rohstoff AG Anfang 2006.

Inzwischen haben wir zwei Geschäftsbereiche, nämlich Öl und Gas sowie strategische Metalle. Zu Öl und Gas zählt neben der Tekton Energy noch die Beteiligung an der Rhein Petroleum in Deutschland. Zum Bereich Metalle gehören neben der Wolfram Mine in Australien mehrere spannende Explorationsprojekte in Deutschland und Kanada.

Titus Gebel und ich sind mit Anteilen von 11 bzw. 9,2 % die beiden größten Aktionäre. Danach kommt ein privater Investor sowie die BASF, die schon 2008 bei uns investiert hatte und seither ein sehr guter Partner für uns ist.

Unser Geschäftsmodell besteht neben der Produktion auch in der Entwicklung von Projekten und deren Verkauf. So haben wir unter anderem in zwei Etappen die Mehrheit an der Rhein Petroleum verkauft und damit ungefähr 10 Millionen Euro verdient. Unsere Goldmine in Australien haben wir 2009 bei einem Goldpreis von ungefähr 800 USD gekauft und im letzten Jahr bei 1.800 USD verkauft, nachdem sie 2011 20 Millionen australische Dollar Umsatz gemacht hatte.

Anleihen Finder Redaktion: Können Sie bitte Branchenfremden kurz die wichtigsten Mechanismen der Rohstoff-Märkte, auf denen sich die Deutsche Rohstoff AG bewegt, erklären? Welche sind Ihre Hauptkonkurrenten und wie unterscheiden Sie sich von ihnen?

Thomas Gutschlag: Im Gegensatz zu anderen Branchen können Rohstoffproduzenten ihre Produkte praktisch in unbegrenzter Menge zu einem an der Börse festgestellten Preis verkaufen. Insofern gibt es keinen Wettbewerb um die Käufer der Produkte. Der Wettbewerb findet aber sehr intensiv statt um Flächen, erfahrene Leute und auch Kapital. Wir haben eine Reihe von Stärken, die uns helfen, diesen Wettbewerb zu bestehen. Wir verfügen gerade in USA bereits über erstklassige Flächen, haben überall sehr erfahrene und hochmotivierte Teams und auch Partner, die ein starkes Netzwerk garantieren. In USA arbeiten wir unter anderem mit Anadarko Petroleum, in Kanada haben wir ein Joint Venture mit Glencore und in Deutschland unter anderem mit der Wintershall, Öl- und Gastochter der BASF.

Anleihen Finder Redaktion: Welche Argumente sprechen nach Ihren Erkenntnissen dafür, dass die Förderung und Exploration von Erdöl- und Erdgas, von Wolfram und Molybdän sowie die Exploration von Zinn, Seltenen Erden, Blei und Zink Wachstumsmärkte markieren?

Thomas Gutschlag: Die Nachfrage nach all diesen Rohstoffen ist in den letzten 10 Jahren drastisch angestiegen. China hat noch 2000 rund 10% der weltweiten Ölnachfrage ausgemacht, heute sind es 25%. Und die Nachfrage steigt weiter: Die Internationale Energieagentur geht von einem Anstieg des Verbrauchs von derzeit 89 Millionen Barrel auf 100 Millionen Barrel Erdöl pro Tag  in den nächsten 20 Jahren aus. Pro Tag wohlgemerkt! Für die Spezialmetallmärkte gilt ähnliches. Teilweise erwarten wir bei den Metallen, bei denen wir tätig sind, in den nächsten Jahren eine deutliche Angebotsverknappung.

Thomas Gutschlag, Vorstand der Deutsche Rohstoff: „Die Ölproduktion in den USA sichern wir mit sogenannten Costless Collars ab“

Anleihen Finder Redaktion: Wie sichern Sie sich gegen negative Entwicklungen der Weltmarkt-Preise für die Rohstoffe, die Sie finden und fördern, ab?

Thomas Gutschlag: Die Ölproduktion in den USA sichern wir mit sogenannten Costless Collars ab, d.h. wir kaufen eine Kombination von Derivaten, die uns einen Preiskorridor garantieren. Momentan liegt unsere Untergrenze bei 90 USD, die Obergrenze bei 103 USD. Damit haben wir für einen größeren Teil unserer Produktion Planungssicherheit. Ähnliche Instrumente nutzen wir wenn möglich auch in anderen Bereichen.

Anleihen Finder Redaktion: Inwiefern ist das Projekt hydraulisches Fracturing („Fracking“) in der Stadt Windsor und deren Umgebung innerhalb des Wattenberg-Feldes in Colorado in den USA für die Deutsche Rohstoff AG wichtig? Und wie haben Sie sich gegen die Gefahr eines dortigen Fracking-Verbotes abgesichert

Thomas Gutschlag: Nahezu alle Bohrungen im Wattenberg-Feld werden gefrackt. Und das erst nicht seit kurzem, sondern schon seit Jahrzehnten. Es handelt sich um ein vielfach erprobtes und in der Praxis völlig unproblematisches Verfahren. Colorado verfügt zudem über die höchsten Umweltstandards aller US-Staaten. Wir sehen keine Gefahr, dass die Ölförderung, die vielen Gemeinden und Landeigentümer enormen Wohlstand bringt, blockiert werden könnte. Alle Parteien in den USA setzen im Gegenteil darauf, über billige Energiepreise die Wirtschaft anzukurbeln und Arbeitsplätze zu schaffen.

Anleihen Finder Redaktion: Aus welchen Gründen sind die Kennzahlen Umsatzerlöse, die Gesamtleistung, der Rohertrag, das EBITDA, das Operative Ergebnis (EBIT), das Ergebnis vor Steuer sowie Jahresüberschuss in den letzten beiden Geschäftsjahren – von 2011 auf 2012 – zurückgegangen?

Deutsche Rohstoff: In 2013 werden Umsatz und Ergebnis sehr stark durch die Produktion von Erdöl und die Wolframproduktion beeinflusst werden

Thomas Gutschlag: Wir haben 2011 in Australien Gold produziert. Die dortige Mine war für den Großteil des Umsatzes verantwortlich. Ende 2011 haben wir die Produktion planmäßig eingestellt und die Mine 2012 mit einem Gewinn von fast 5 Millionen Euro verkauft. Die Produktion von Wolfram und Öl ist aber erst im Laufe des Jahres 2012 angelaufen. Beide Bereiche konnten deshalb noch keinen allzu großen Beitrag zum Umsatz und Ergebnis 2012 leisten. Umso erfreulicher ist es, dass wir 2012 mit 3,1 Millionen Euro nach Minderheiten einen sehr respektablen Jahresüberschuss vorweisen können.

2013 werden Umsatz und Ergebnis natürlich sehr stark durch die Produktion von Erdöl und die inzwischen planmäßig laufenden Wolframproduktion beeinflusst werden.

Zweiter Teil des Interviews: Deutsche Rohstoff AG-Vorstand Thomas Gutschlag: “Wir planen keine weitere Anleihe zur Anschlussfinanzierung”

Anleihen Finder Redaktion

Foto: Deutsche Rohstoff AG

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