Beate Uhse AG in der Krise: Millionen-Verluste in 2015 – Anleihe-Kurs im Keller – Vorstand reagiert mit drastischen Maßnahmen

Dienstag, 2. Februar 2016


Noch tiefer in den roten Zahlen als erwartet: Die Beate Uhse AG beendet das Geschäftsjahr 2015 voraussichtlich mit einem EBIT zwischen minus 13 und minus 15 Millionen Euro und einem Umsatz von rund 128 Millionen Euro. Das teilte der Erotik-Konzern heute via Adhoc-Meldung mit.

Wertminderungen, Abschreibungen und Sonderkosten führen zu dem desolaten Ergebnis. Die Anleihe notiert derweil sogar unter 30 Prozent. Das Unternehmen reagiert mit drastischen Maßnahmen.

INFO: Das Unternehmen war ursprünglich für 2015 von einem Umsatz zwischen 134 und 139 Millionen Euro und einem (positiven) EBIT zwischen zwei und fünf Millionen Euro ausgegangen. Im Oktober 2015 teilte der Konzern mit, dass er seine angestrebten Ziele nicht erreichen werde.

Ursachen für die Krise

Ursächlich für die prekäre Situation seien die schwachen Umsätze im klassischen Kataloggeschäft, Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte, Rückstellungen für Abfindungen, (Droh-)Verluste für bestehende Mietverträge im Rahmen der Schließungen von 16 Filialstandorten sowie verschlechterte Wechselkurse.

Neben den bis zum 30. September 2015 in Höhe von 8,5 Millionen Euro verbuchten Effekten werden sich die vom Vorstand eingeleiteten Maßnahmen (siehe weiter unten im Text) zusätzlich mit ca. 3,8 Millionen Euro negativ auf das Konzernergebnis 2015 auswirken.

Beate Uhse-Unternehmensanleihe

Nach dem die Beate Uhse AG Ende Oktober mitteilte, dass sie ihre Jahresprognosen nicht erreichen werde, sank der Anleihe-Kurs von damals 100 Prozent auf knapp 70 Prozent. Im Dezember fiel die Anleihe dann unter 50 Prozent und verschlechterte sich im Laufe des Januars weiter auf unter 30 Prozent. Aktuell notiert der Beate Uhse-Minibond bei 27 Prozent (Stand 02. Februar 2016).

ANLEIHE CHECK: Die Unternehmensanleihe 2014/19 der Beate Uhse AG (WKN A12T1W) ist mit einem jährlichen Zinskupon in Höhe von 7,75 Prozent ausgestattet und hat ein Gesamtvolumen von 30 Millionen Euro. Die Anleihe wird im Juli 2019 fällig.

Maßnahmen zur Krisenbewältigung

Das Beate Uhse-Management hat aufgrund der derzeitigen Situation des Unternehmens folgende Maßnahmen beschlossen bzw. bereits eingeleitet. Die Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Ertragslage von Beate Uhse nachhaltig zu steigern und die Liquidität zu stärken:

Beate Uhse soll sich noch stärker auf die B2C-Bereiche E-Commerce und Einzelhandel fokussieren und stellt daher das klassische Kataloggeschäft ein. Der letzte Katalog erscheint am Valentinstag. Die hieraus frei werdenden Mittel werden in Marketing- und Vertriebsaktivitäten zur Stärkung des Onlinehandels eingesetzt.. Zudem wird die TV-Werbung intensiviert und 2016 auf deutschen, niederländischen, belgischen und französischen TV-Sendern geschaltet.

– Im Zuge der B2C-Ausrichtung wird das Filialnetz noch stärker auf die zukunftsträchtigen Zielgruppen Frauen und Paare ausgerichtet. Standorte, die nicht in dieses Konzept passen und verlustbehaftet sind, werden geschlossen. Der Vorstand hat seit dem 30. September bereits 16 von 78 Shops geschlossen.

– Die Einstellung des Kataloggeschäfts und die Schließung von Filialen führen zu einem Abbau von 90 Mitarbeitern. Daneben wird die Anzahl der Beschäftigten in einzelnen Funktionsbereichen, wie zum Beispiel der Logistik und Administration reduziert, um die Kosten weiter zu senken. Insgesamt sinkt die Anzahl der rund 595 Mitarbeiter im Konzern hierdurch um 150 Beschäftigte.

– Die Warenvorräte werden bis Ende Dezember 2015 in wirtschaftlich sinnvollem Umfang um einen mittleren Millionenbetrag zur Stärkung der Innenfinanzierung reduziert.

– Zudem hat der Vorstand Anfang Juli 2015 rund zwei Drittel der US-Dollar Währungsgeschäfte über einen Zeitraum von zunächst einem Jahr abgesichert.

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Anleihen Finder Redaktion. Timm Henecker.

Foto: Beate Uhse AG

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Unternehmensanleihe der Beate Uhse AG 2014/2019

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