Anleihen von Automobilzulieferern bieten jetzt Investment-Chancen

Montag, 13. Februar 2012

Investoren prüfen die unterschiedlichen Geschäftsmodelle und Risiken der Autobauer – drei Beispiele.

Deutsche Autozulieferer strotzen zurzeit vor Kraft. Anleger von Mittelstandsanleihen können davon profitieren – vorausgesetzt sie machen sich die Mühe und schauen sich die Unternehmen genau an. Beispiele sind die Autozulieferer Dürr, GIF und Uniwheels.
Die Dürr-Anleihe (WKN A1EWGX, ISIN DE000A1EWGX1) notiert zurzeit bei rund 111,5 Prozent, was im derzeitigen durchwachsenden Marktumfeld ein überdurchschnittlich guter Kurswert ist. Dürr kann bei Anlegern damit punkten, dass das Geschäft von Lackierstraßen langfristig planbar ist. Wenn irgendwo auf der Welt ein neues Autowerk entstehen soll, wird meist eine Dürr-Lackierstraße lange Zeit im Voraus in Auftrag gegeben. So lässt sich das Geschäft gut einschätzen und beruhigt somit die Anleger, die Sicherheit wünschen.
„Dürr ist auf Standort- und Kapazitätserweiterung ausgerichtet. Das Unternehmen profitiert von der Globalisierung allgemein und von den Expansionen der Auto-Produzenten nach China“, sagte Jan Dannenberg, Partner und Geschäftsführer des Beratungsunternehmens von Berylls Strategy Advisors aus München im Gespräch mit der Anleihen Finder-Redaktion.
GIF verkauft vor allem die Gedankenleistung seiner Ingenieure. Kerngeschäft von GIF sind Prüfstände, auf denen Getriebe getestet werden. Der Geschäftserfolg ist anders als bei Dürr auch von  Entwicklungszyklen abhängig. So könnte das Unternehmen in Zukunft gut daran verdienen, dass es einen hohen Bedarf an Hybrid- und anderen neuen sparsameren Antriebstechniken gibt, die alle auf Prüfständen getestet werden müssen. „Zehn bis 15 Prozent des Kraftstoffverbrauchs können in der nächsten Zeit durch neue, verbrauchsärmere Getriebe eingespart werden“, prognostiziert Dannenberg.
So sagt der Auto-Experte der Sparte Antriebstechnik im Bereich Forschung und Entwicklung eine gute Zeit voraus. Wenn die GIF-Ingenieure es schaffen, sich auf umfassende Tests von Hybrid- oder neuen Antriebstechniken einzustellen, könnte das Unternehmen weiterhin erfolgreich wirtschaften. Anleger können die GIF-Anleihe (WKN: A1K0FF, ISIN: DE000A1K0FF9) am mittelstandsmarkt in Düsseldorf noch bis zum 21.08.2012 zeichnen.
Uniwheels muss sich gegen starke Konkurrenz durchsetzen

Ein ganz anderes Geschäftsfeld, das unter den groben Sammelbegriff „Automobilzulieferer“ fällt, beackert die Uniwheels Gruppe. Die Produktion von Leichtmetallfelgen aus Aluminium ist ein hart umkämpfter Markt. Die Uniwheels-Gruppe, die in Deutschland und Polen produzieren lässt, muss gegen die Konkurrenz aus Billiglohnländern bestehen. Laut Dannenberg gibt es aber noch Chancen für Absatzsteigerungen, weil der Markt noch nicht gesättigt sei. Zudem würden von rund fünf Prozent der Käufer immer noch Stahlfelgen nachgefragt, die Uniwheels ebenfalls herstellt.
Uniwheels will mit dem Geld der Anleger laut eigenen Informationen Vertrieb und Logistik stärken. Außerdem sollen die Produktionsstandorte verbessert werden sowie die „Fremdkapitalstruktur optimiert werden“. Die Uniwheels-Anleihe (WKN: A1KQ36, ISIN: DE000A1KQ367) kann noch bis 20.03.2012 am Mittelstandssegment bondm an der Stuttgarter Börse gezeichnet werden.
Die Berater von Berylls prognostizieren, dass die deutschen Autozulieferer weltweit zur Nummer eins werden und die Japaner von der Spitze verdrängen. Anleger sollten sich die Anleihen-Offerten der deutschen Zulieferer genau ansehen, um die Risiken der stark unterschiedlichen Geschäftsmodell e abwägen zu können.

Anleihen Finder Redaktion

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